Koliken bei Pferden: Welche Arten gibt es?

13. Mai 2019
Zu den schlimmsten Krankheiten bei Pferden und Haustieren gehören die Koliken. Sie entstehen aus verschiedenen Gründen und es ist wichtig, sie so schnell wie möglich zu behandeln.

Koliken bei Pferden entstehen durch ein Syndrom, das den gastrointestinalen Trakt beeinträchtigt. Das bedeutet, dass sie einen Komplex von Gesundheitsproblemen darstellen, verschiedene Ursachen haben können und komplexe Symptome verursachen.

Man kennt verschiedene Arten von Koliken bei Pferden, sie sind eines der am häufigsten vorkommenden Gesundheitsprobleme. Im Folgenden erklären wir dir Näheres zu diesem Problem, seinen möglichen Ursachen und anhand welcher Symptome man es identifizieren kann.

Symptome von Koliken bei Pferden

Die Koliken können komplexe Symptome hervorrufen, die je nach Ursprung des Schmerzes und dem Organismus des individuellen Tieres variieren können. Deshalb sagt man in der Fachsprache auch, dass es sich um ein Syndrom von multifaktorieller Ätiologie handelt.

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Es ist jedoch möglich, einige Symptome zu nennen, die bei den verschiedenen Koliken bei Pferden auftreten, wie beispielsweise:

  • Angstzustände und Nervosität
  • Unruhe
  • Gastrointestinale Krämpfe
  • Exzessives Schwitzen
  • Geschwollener Bauch und Blähungen
  • Flüssigkeitsmangel
  • Verstopfung
  • Wälzen
  • Tollpatschige oder unkontrollierte Bewegungen, die zu Selbstmutilation führen können
Arten von Koliken bei Pferden

Arten von Koliken bei Pferden

Die verschiedenen Koliken bei Pferden klassifiziert man je nach Ursache, Symptomen und der beeinträchtigten Region. Die folgenden sind jene, die am häufigsten diagnostiziert werden:

1. Verstopfungskolik

Wie der Name es schon verrät, entsteht diese Art von Kolik aufgrund von einer Verstopfung im Darm des Pferdes. Natürliche oder spontane Verengungen sind die häufigste Ursache.

Oft kommt es aufgrund von Verzehr von minderwertigem Heu oder Stroh, das nur schwer verdaut werden kann, zu diesen Verstopfungen.

Sie können auch damit zusammenhängen, dass das Pferd einen Fremdkörper oder Gegenstand verschluckt hat.

2. Gas- und Windkolik

Diese Art von Koliken bei Pferden entstehen durch Blähungen, also durch die Ansammlung von Gasen im Darmtrakt. Durch die von Darmbakterien verursachte Fermentation kommt es zu einem stark geschwollenen Bauch und einer entzündeten Darmschleimhaut, die beim Pferd große Schmerzen auslösen.

Zur Gas- und Windkolik kommt es fast immer, wenn die Tiere zu viel oder zu schnell ihr Trockenfutter verschlingen.

3. Ischämische Kolik

Ischämische Koliken bei Pferden entstehen wegen einer Reduzierung der Durchblutung in der Darmwand. Normalerweise hängt diese Durchblutungsstörung mit Endoparasitenbefall zusammen.

Strongyliden gehören zu den am häufigsten vorkommenden Parasiten bei Pferden und sind die häufigsten Auslöser von ischämischen Koliken.

4. Krampfkolik

Zu Krampfkoliken kommt es für gewöhnlich, wenn Pferde zu kaltes Wasser trinken oder es zu hastig hinuntersaugen.

Sie können jedoch auch mit infektiösen bakteriellen oder viralen Prozessen zusammenhängen, die für gewöhnlich mit Durchfall einhergehen.

Behandlung von Koliken bei Pferden

Behandlung von Koliken bei Pferden

Die Behandlung hängt hauptsächlich von der Ursache und dem Gesundheitszustand des Pferdes ab. Generell gesprochen, zielt man auf Schmerzlinderung, Abschwellung des Bauches und Verbesserung der Lebensqualität ab.

Sollte Parasitenbefall festgestellt werden, so verabreicht der Tierarzt das entsprechende Medikament. Während des Besuches in der Tierklinik überprüft man auch den Impfkalender des Tieres und spritzt die notwendigen Auffrischungen, um anderen Krankheiten vorzubeugen.

Der Veterinärmediziner gibt dann auch Empfehlungen zur Ernährung des Tieres. Um die angebrachte Behandlung zu verschreiben, überprüft er das Heu, die Ernährungsgewohnheiten und die Fütterungszeiten.

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Möglichkeit einer Operation

Hat das Pferd einen Fremdkörper verschluckt, so muss man auch die Möglichkeit einer Operation in Betracht ziehen, um die Verstopfung zu lösen. Zum Glück kommt dies aber nicht sehr oft vor.

Letztendlich muss man auch erwähnen, dass das Umfeld des Pferdes ebenfalls die Entwicklung von Koliken begünstigen kann. Da es sich um sehr sensible Wesen handelt, nehmen sie sehr schnell Veränderungen wahr und können unter Stress leiden.

Bei der Planung des Stalls und der Anlage ist es sehr wichtig, dem Tier ein ruhiges und positives Umfeld zu bieten, wo es sich optimal körperlich und geistig entwickeln kann. Das hat einen sehr großen Einfluss auf seine Gesundheit.

  • Katherine Choez A., Rocío Sandoval, Luis Ruiz G. Cólico Equino por Impacción Gástrica en una Yegua. 2017. Extraído de: http://www.scielo.org.pe/pdf/rivep/v28n2/a26v28n2.pdf
  • Dr Luis Monreal, Servicio de Medicina Interna Equina, Facultad de Veterinaria, UAB, Barcelona. 2014. Tratamiento médico del caballo con cólico. Extraído de: http://fundacionecuestre.org/wp-content/uploads/2014/05/tratamiento_medico_del_caballo_con_colico_Dr_L_Monreal_Oct2007.pdf