Mittel gegen Parasiten: Anwendung bei Vieh

26. April 2019
Die Verwendung von Mittel gegen Parasiten beugt Entzündungen von Haut, Schleimhäuten, Verletzungen, Augen, Lungen und anderen Organen bei Vieh vor.

Auf dem Land ist es sehr wichtig, die Tiere richtig zu pflegen, damit sie stark, gesund und produktiv bleiben. Deshalb ist es wichtig, bei dem Vieh Mittel gegen Parasiten anzuwenden. Erfahre mehr darüber in unserem Artikel.

Welche parasitären Krankheiten erleidet das Vieh?

Man kann Krankheiten, die durch Parasiten erzeugt werden, in zwei grobe Gruppen einteilen: innere (Endoparasiten) und äußere (Ektoparasiten).

Zu den äußeren gehören Krankheiten, die durch blutsaugende Parasiten erzeugt werden, wie beispielsweise Tsetsefliegen, Kriebelmücken, Wadenstecher, Flöhe, Läuse, Bremsen oder Stechmücken.

Jene, die ihre Eier in die Wunden legen und dabei Myiasis (Fliegenmadenkrankheit) erzeugen, sind auf dem Land am meisten gefürchtet, da sich Haut, Schleimhäute und Wunden entzünden, wenn die Insekten dort ihre Eier ablegen und die Larven schlüpfen.

Auch Zecken und Räudemilben sind Organismen, die man mit sehr viel Vorsicht behandeln sollte.

Zu den inneren Parasiten, die am häufigsten das Vieh befallen gehören gastrointestinale Fadenwürmer, unter denen die folgenden insbesondere hervorstechen: Bunostomum, CooperiaHaemonchus, Toxocaran vitulorum und Trichuris.

Einige der Fadenwürmer befallen die Lungen, Haut, Augen und andere Organe der Tiere. Saugwürmer und Bandwürmer sind andere Endoparasiten, die Kühe, Rinder, Büffel und Wisente befallen.

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Kuh auf der Weide

Mittel gegen Parasiten für Vieh: äußerliche Anwendung

Es gibt verschiedene Mittel gegen Parasiten, die man äußerlich auf der Haut anwendet. Dazu gehören die folgenden:

1. Sprays

Diese Mittel gegen Parasiten verwendet man für gewöhnlich gegen Zecken, Läuse und Bremsen.

Sie helfen auch, um die Fliegenmadenkrankheit zu heilen oder ihr vorzubeugen und um die Verbreitung von Insekten in Wunden zu vermeiden. Die Sprays sind leicht verwendbar und lösen keinen Stress in dem Tier aus.

2. Bäder

Die Tiere können entweder eingetaucht oder besprüht werden. Bei einem Bad wird das Vieh in großen „Schwimmbädern“, die Wasser mit dem verdünnten Mittel gegen Parasiten enthält, eingetaucht.

Der Nachteil dieser Methode ist es, dass sie den Tieren viel Stress zufügt. Trinken sie das Wasser, so kann es auch zu Vergiftungserscheinungen kommen, oder sie können gegeneinander stoßen und sich dabei sogar Knochen brechen.

Bei dem Besprühungsbad braucht man ein spezielles System, in das Wasser mit dem Mittel gegen Parasiten geleitet wird. Anschließend besprüht es die Tiere von oben. Das Problem hierbei besteht darin, dass sich so nur der Rücken der Tiere befeuchtet, während die unteren Körperteile trocken bleiben.

3. Ohrmarkierungen

Die Ohrmarkierungen dienen nicht nur zur Identifizierung, sondern sind ebenfalls eine weitere Art der Anwendung von Mitteln gegen Parasiten für Vieh. Man benutzt sie hauptsächlich gegen Stechmücken und Hornfliegen und sie sind für etwa 90 Tage wirksam.

4. Pulver

Eine weitere Methode, um Mittel gegen Parasiten aufzutragen, ist es, Tüten mit dem Medikament in Pulverform an der Stalltür aufzuhängen. Jedes Mal, wenn die Tiere ihren Stall verlassen, geraten sie so in Kontakt mit dem Mittel.

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Mittel gegen Parasiten für Vieh: innere Anwendung

Dies geschieht, wenn ein Tier sich infiziert hat und von den anderen getrennt werden muss. Manchmal wendet man präventiv auch Mittel gegen Parasiten an, um einen Ausbruch zu vermeiden.

Tierarzt mit Spritze

1. Kapseln für Wiederkäuer

Diese Mittel gegen Parasiten wirken ziemlich lange, da der Wirkstoff langsam freigesetzt wird. Man verabreicht dem Tier oral eine Kapsel, die dann von alleine wirkt. 

2. Flüssige Mittel gegen Parasiten für Wiederkäuer

Hierfür verwendet man eine Nadel, die Haut, Bauchfell und Pansen durchdringt. Dort wird dann das Mittel eingespritzt. Da es sich um eine blutige Methode handelt, wendet man sie nicht mehr bei Tieren unter 200 kg an. Heutzutage verwendet man spritzbare Mittel gegen Parasiten, die leichter zu kontrollieren sind.

3. Vorgemischte Mittel

Man mischt das Medikament unter das Futter und das Tier erhält so mindestens eine Dosis. Das Problem hierbei besteht darin, dass man nicht genau sagen kann, wie viel davon jedes einzelne Tier gefressen hat.

Außerdem muss man auch wissen, dass Mittel gegen Parasiten bei Vieh von einem speziellen Tierarzt verordnet werden, der genaue Anweisungen bezüglich der Anwendung gibt.

Dirección de Producción y Sanidad Animal de la FAO. (2003). Resistencia a los antiparasitarios, Estado actual con énfasis en América Latina. FAO. https://doi.org/10.1007/s10800-011-0320-1