Wie sich die Verlustangst eines Hundes beruhigen lässt

28. Mai 2018
Es gibt etwas, das alle Hunde gemeinsam haben: Sie mögen es nicht, wenn wir außer Haus gehen. Heute erzählen wir dir mehr über Verlustangst bei Hunden und was man dagegen tun kann.

Es gibt etwas, das alle Hunde gemeinsam haben: Sie mögen es nicht, wenn wir außer Haus gehen. Manche gehen damit besser um als andere, doch generell kann man sagen, dass alle Hunde auf eine oder andere Art und Weise leiden. Doch es gibt einige, die unter der sogenannten Verlustangst ganz besonders stark leiden.

Dieser Zustand kann sogar recht außergewöhnliches Verhalten in unserem Hund erzeugen. Er kann zerstörerisch oder aggressiv reagieren.

Vertiefen wir ein wenig dieses Thema und betrachten ein bisschen detaillierter, was genau die Verlustangst ist und wie sie unser Tier betrifft. Wir geben dir auch einige Tipps, wie man sie mindern kann.

Was ist die Verlustangst?

Hunde sind traurig, wenn sie unter Verlustangst leiden

Die Verlustangst ist ein Zustand nervöser Anspannung und Unsicherheit, der hervorgerufen wird, wenn der Hund alleine Zuhause bleibt.

Dies kann dazu führen, dass unser Tier sich aggressiv oder zerstörerisch verhält und sogar spontan seinen Charakter ändert. Zu den am öftesten vorkommenden Symptomen der Verlustangst zählen die folgenden:

  • Bellen, Jaulen und Trauerlaute, wenn der Hund alleine bleibt. Natürlich sollte man sicherstellen, dass es nichts im Umfeld gibt, das den Hund zum Bellen bringt, bevor man seine Beschwerden auf die Verlustangst schiebt.
  • Zerstörte Gegenstände im Haus, während deiner Abwesenheit. Es gibt Hunde, die ein etwas rebellisches Temperament haben und sich immer zerstörersich benehmen. Besonders Welpen neigen dazu, Dinge im Haus zu zerstören. Doch wenn Hunde kompulsiv Gegenstände zerstören, während sie alleine sind, dann kann das auch ein Zeichen von Verlustangst sein.
  • Extreme Freude bei deiner Rückkehr. Es ist normal, dass dein Hund froh ist, wenn du nach Hause kommst, doch wenn er sich vor Freude gar nicht mehr einkriegt, die Blasenkontrolle verliert, beißt, winselt oder andere übertriebene Gesten zeigt, dann kann es schon sein, dass er an Verlustangst leidet.
  • Schäden an Fenstern und Türen. Wenn man einen Hund, der unter Verlustangst leidet, alleine lässt, dann kann es sein, dass er Türen und Fenster beschädigt. Entweder möchte er raus, um dich zu suchen, oder er ist so von Panik überkommen, dass er einfach nur der fürchterlichen Situation, in der er sich befindet, entfliehen will.
  • Aggressives Verhalten beim Abschied. Wenn ein Hund nicht alleine bleiben möchte, dann kann es sein, dass er mit allen Mitteln versucht dich davon abzuhalten, außer Haus zu gehen. Er kann zum Beispiel auch beißen oder knurren.

Wie man Verlustangst bei Hunden mindert

Wenn wir erst mal verstanden haben, dass unser Hund unter Verlustangst leidet, dann sollten wir uns darüber informieren, was wir tun können, um sie zu mindern. Hier sind fünf Tipps, die laut professionellen Hundetrainern wichtig sind:

Ein Spaziergang gegen die Verlustangst

Geh mit deinem Hund Gassi

Wenn du mit deinem Hund etwas spazieren gehst, dann hilft ihm das ruhiger zu bleiben, wenn du später alleine außer Haus gehst. Warum?

Erstens wird das Tier glücklich sein, dass es ein paar schöne Momente mit dir verbracht hat. Zweitens ist der Hund so körperlich etwas müder. Du könntest ihm auch einen Hunderucksack mit Gewichten anziehen, dann verausgabt sich deine Fellnase noch mehr.

Wenn ihr nach dem Spaziergang nach Hause kommt, dann kannst du ihm Wasser und Fressen anbieten. Danach ist es höchstwahrscheinlich, dass dein Hund einfach nur eine Weile schlafen will, weswegen ihn deine Abwesenheit weniger aus der Fassung bringen wird.

Mach kein Aufsehen um ihn wenn du gehst

Wenn du deinen Hund vor deinem Abschied streichelst oder verwöhnst, dann ist es wahrscheinlich, dass er in deiner Abwesenheit noch stärker leidet. Sag ihm deswegen einfach Tschüss und gehe.

Mach kein Aufsehen um etwas, das eigentlich nur eine Kleinigkeit ist. Du gibst deinem Hund damit zu verstehen, dass dein Abschied etwas Gewöhnliches ist, das zum ganz normalen Tagesablauf gehört. Es muss deswegen eigentlich gar kein Problem geben.

Verabschiede dich eine Weile vor deinem Abschied

Sprich mit deinem Hund eine ganze Weile bevor du aus dem Haus gehst. Sag ihm, dass du ihn vermissen wirst und dass du ihn lieb hast. Dein Hund wird deswegen vielleicht nicht weniger traurig sein, aber du wirst ruhiger gehen können.

Zeige dich nicht schwach

Wenn du Schwäche oder Zögern wegen der Verlustangst deines Hundes zeigst, dann bemerkt er das und übernimmt blitzschnell die Rolle des Rudelführers. Denke daran, dass Hunde einen Anführer brauchen und wenn sie diesen nicht in dir finden, dann nominieren sie sich einfach selbst für den Job.

Bring ihm schrittweise bei, alleine zu bleiben

Du solltest besonders einen Welpen nicht gleich am ersten Tag alleine lassen. Du kannst ihm Schritt für Schritt beibringen, alleine zu bleiben. Man beginnt mit 5 Minuten, verlängert dann das nächste Mal auf 20, danach eine Stunde und so weiter. Schließlich kommt der Moment, an dem du deinen Hund problemlos 8 Stunden alleine zu Hause lassen kannst.

Es ist zwar einfacher, wenn du deinen Hund schon im Welpenalter langsam daran gewöhnst. Doch selbst wenn ein erwachsener Hund an Verlustangst leidet, kannst du ihn dennoch dabei unterstützen, sie wesentlich zu mildern. Viel Glück!

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