Kennst du schon das Fingertier?

19. April 2019
Der dritte Finger des Fingertieres ist länger und dünner, damit es damit buddeln kann. So findet es Insekten, die es dann frisst.

Das Fingertier ist eine kuriose Säugetierart, die man auf der Insel Madagaskar findet. Leider ist es momentan vom Aussterben bedroht, weshalb es weltweit mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat.

In unserem Artikel möchten wir dir seine Merkmale, seinen Lebensraum, seine Ernährung und seine Fortpflanzung vorstellen.

Das Fingertier: wichtigste Merkmale

Das Fingertier, auch Aye-Aye genannt (Daubentonia madagascariensis) ist eine Primatenspezies, die mit dem Lemur verwandt ist. Es handelt sich hierbei um ein seltsames Tier, denn bis heute ist es das einzige seiner Gattung (Daubentonia).

Die dem Fingertier am nächsten verwandte Spezies starb vor etwa 1.000 Jahren aus, man nannte sie Riesen Aye-Aye.

So merkwürdig scheint das Tier, dass seine Entdecker es zu erst als eine komische Eichhörnchenart katalogisierten. Die morphologischen Merkmale, die das Fingertier jedoch mit den Feuchtnasenprimaten teilt, weisen darauf hin, dass es sich um einen primitiven Primaten handelt.

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Die wichtigsten morphologischen Aspekte

Das Fingertier ist mittelgroß und erreicht etwa die Länge einer ausgewachsenen Hauskatze. Sein Körper wird etwa 40 cm und sein Schwanz um die 15 cm.

Im Vergleich zu seiner Größe ist das Aye-Aye sehr leicht, denn es bringt gerade mal 3 kg auf die Waage. Deshalb können diese Säugetiere sich auch flink bewegen und Raubtieren entfliehen.

Die auffälligsten Merkmale der Fingertiere sind ihre großen, abgerundeten Ohren und die großen, gelben, leicht hervorstehenden Augen. Diese sind übrigens typisch für nachtaktive Tiere, da sie so auch in Abwesenheit von Tageslicht besser sehen können.

Fingertier auf einem Baum

Es hat kurze, seltsame Pfoten, mit langen, dünnen Zehen. An seinen Fingern befinden sich lange, scharfe Krallen.

Der dritte Finger seiner Hand ist länger und dünner, denn das Fingertier benutzt ihn dazu, um auf der Suche nach Insekten, die es Fressen will, zu graben.

Man weiß auch, dass dieser dritte Finger sehr sensibel auf Vibrationen reagiert und sich seine Temperatur erhöht, wenn das Fingertier auf die Futtersuche geht.

Gewohnheiten und Ernährung des Fingertiers

Das Fingertier lebt auf Bäumen und ist nachtaktiv. Es ist ein Allesfresser, der sich hauptsächlich von Insekten und Larven ernährt, doch seinen Nährstoffbedarf ebenfalls mit Obst und Samen ergänzt.

Wie schon erwähnt, erfüllt sein dritter Finger eine grundlegende Funktion bei der Nahrungssuche. Das Fingertier verwendet ihn, um damit auf die Baumrinden zu klopfen, wie etwa der Specht mit seinem Schnabel.

Unter den Säugetieren sind jedoch die Lemuren die einzigen, die diese Technik entwickelt haben.

Nachdem es ein kleines Loch in die Rinde gebohrt hat, führt das Fingertier nun seinen dritten Finger ein, um dort nach Insekten, Larven oder Würmern zu suchen. Aufgrund der Sensibilität des Fingers weiß der Aye-Aye genau, wo sich die Beute versteckt hält.

Ebenfalls verwendet er sein ausgezeichnetes Gehör um festzustellen, wo genau sich ein kleiner Hohlraum unter der Rinde befindet. Ein hohles Geräusch weist darauf hin, dass das Holz unter der Rinde von Insekten oder Larven angeknabbert wurde.

Lebensraum des Aye-Ayes

Das Fingertier: Lebensraum und Fortpflanzung

Wie schon in der Einleitung erwähnt, ist das Fingertier einzigartig und einheimisch auf der afrikanischen Insel Madagaskar. Heutzutage sind 2.500 Exemplare registriert, die zwar auf der ganzen Insel verbreitet wohnen, doch die höchste Konzentration befindet sich im östlichen Teil.

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In seinem ursprünglichen Lebensraum kann das Fingertier sich das ganze Jahr über vermehren, da es keine spezifische Paarungszeit gibt. Findet man ein Weibchen 24 Stunden täglich von Männchen umringt, so weiß man, dass es fortpflanzungsbereit ist.

Einige Aye-Ayes sind zwar recht gesellige Wesen, doch die ständige Begleitung von Männchen und Weibchen gibt es nur während der Fortpflanzung. Die Männchen verhalten sich dann sehr aggressiv untereinander und können sogar bis zum Tod kämpfen.

Weibchen gebären ein Junges, auf das sie aufpassen, bis es alleine überleben kann. Normalerweise sind Weibchen erst 2 bis 3 Jahren nach der letzten Geburt bereit, sich erneut zu paaren.

Die Lebenserwartung des Fingertieres liegt bei 20 bis 23 Jahren in optimalen Konditionen. Dabei muss man allerdings auch ihre natürlichen Feinde in Betracht ziehen, zu denen ebenfalls der Mensch gehört.