9 Hunderassen, die schwer zu trainieren sind

In Hundeparks und unter Hundeliebhabern hat sich herumgesprochen, dass es eine Reihe von Rassen gibt, die nur schwer zu trainieren sind. In unserem heutigen Artikel erfährst du, um welche es sich dabei handelt und wie du dennoch erfolgreich sein kannst.
9 Hunderassen, die schwer zu trainieren sind

Letzte Aktualisierung: 05. Juli 2021

Manche Menschen bezeichnen die Hunde, die nur schwer zu trainieren sind, als “Katzenhunde”. Huskys, Samojeden oder japanische Rassen sind offensichtlich ganz spezielle Rassen, da sie nicht wie der Rest der Hunde trainiert oder erzogen werden können. Aber ist an dieser Annahme tatsächlich etwas Wahres dran?

In unserem heutigen Artikel erfährst du, um welche Hunderassen es sich hierbei handelt und was du unternehmen kannst, um dennoch erfolgreich zu sein. Lies einfach weiter!

Primitive Rassen, die schwer zu trainieren sind

Nicht alle Hunderassen haben die gleiche Abstammung. Es gibt Hunderassen, die gegen Ende des Mittelalters entstanden sind und andere tauchten im 19. Jahrhundert auf. Aber es gibt auch einige Rassen, die wesentlich älter sind als die vorher genannten.

Man geht davon aus, dass sich Hunde um das Jahr 4.000 vor Christus von Wölfen abzugrenzen begannen und sich fortan eigenständig weiterentwickelten. Die Menschen wurden sesshaft und legten am Rande ihrer Siedlungen Mülldeponien an. Verschiedene Wolfsrudel ernährten sich von diesen Mülldeponien, anstatt zu jagen. Sie werden heute als die ersten Hunde angesehen.

schwer zu trainieren - Husky

Nachfolgend findest du einige primitive Hunderassen, also jene, die sich seitdem nur sehr wenig weiterentwickelt haben. Es handelt sich um Rassen, die den ursprünglichen Hunden nach wie vor sehr ähnlich sind. Daher haben diese Tiere immer noch viele Merkmale dieser ersten Hunde.

Nordische oder asiatische Rassen:

  • Sibirischer Husky
  • Alaskan Malamute
  • Samojede
  • Hunde der Spitz-Familie
  • Lappländische Hirtenhunde und nordische Rassen im Allgemeinen
  • Chow-Chow
  • Akita
  • Shiba Inu
  • Koreanischer Jindo

Die nordischen Rassen wie der Husky sind so primitiv, dass es sich hierbei um Hunde handelt, die das Bellen noch nicht automatisch erlernt haben. Allerdings können die Tiere diese Fähigkeit während des Heranwachsens entwickeln. Der Unterschied besteht darin, dass dieses Verhalten bei ihnen nicht instinktiv erfolgt wie bei anderen Rassen. Huskies und Malamutes kommunizieren beispielsweise mit einem Heulen, anstatt zu bellen.

Die japanischen Rassen bellen zwar, aber wer einen japanischen Rassehund kennt, weiß, dass diese Tiere ein ganz anderes Temperament und einen anderen Charakter haben als der Rest der Hunde.

Rassen, die schwer zu trainieren sind und Bestrafung

Die Annahme, dass diese Hunde gar nicht oder nur sehr schwer zu trainieren sind, ist ein Mythos. Nordische Hunde werden häufig darauf trainiert, Schlitten zu ziehen, zu grasen oder zu jagen. Das Besondere an diesen Rassen ist, dass sie nicht durch Bestrafung lernen können.

Bei der Hundeerziehung oder dem Hundetraining begehen viele Menschen häufig den Fehler, das Tier zu bestrafen, wenn es etwas falsch macht. Anstatt dem Hund zu erlauben, die gewünschte Verhaltensweise so lange auszuprobieren und zu üben, bis er schließlich tut, was man von ihm erwartet. Und natürlich hat er sich danach auch eine Belohnung verdient! Aber viele Hundehalter unterbrechen stattdessen den Lernprozess des Tieres, was zu negativen Erfahrungen führt.

Du solltest wissen, dass diese Technik bei den genannten und weiteren “primitiven” Rassen definitiv nicht funktioniert. Der Grund hierfür ist recht einfach. Die übrigen Hunderassen wurden durch Züchtungen geformt und mit anderen Hunderassen gekreuzt, welche auch auf Bestrafung ein gewünschtes Verhalten zeigen. Im Gegensatz dazu haben die primitiven Hunderassen diese Fähigkeit nicht entwickelt.

Wenn du also versuchst, einem Husky etwas beizubringen (zum Beispiel das Kommando “Sitz” oder nicht um Essen vom Tisch zu betteln), wirst du durch Bestrafung oder Schimpfen rein gar nichts erreichen. Er ist nicht dazu in der Lage, sein Verhalten mit deiner Bestrafung in Verbindung zu bringen. Alles, was du bewirkst, ist, dass der Hund Angst bekommt. Weitere Informationen erhält der Hund nicht und daher wird er auch nicht verstehen, dass und geschweige denn, was er falsch gemacht hat.

Positive Verstärkung – der Schlüssel zum Erfolg

Nordische, japanische oder primitive Rassen gelten also nur deshalb als schwer zu trainieren, weil sich nicht durch Bestrafung lernen können. Im Gegensatz dazu reagieren diese Tiere aber sehr gut auf positive Verstärkung und Belohnungen.

Der Lernprozess jedes Hundes wird beschleunigt, wenn du auf Bestrafung und Schimpfen verzichtest und ihn stattdessen nur durch positive Verstärkung erziehst. Positive Verstärkung bedeutet, dass du deinen Hund mit einer Leckerei, einer Streicheleinheit oder etwas anderem belohnst, das er gerne mag, nachdem er ein Verhalten gezeigt hat, das er wiederholen soll.

Wenn dein Hund etwas tut, was du von ihm erwartest, dann wird es dir nicht schwer fallen, ihn dafür zu loben und zu belohnen. Bei Hunderassen, die nur schwer zu trainieren sind, ist dies ganz besonders wichtig. Da diese Hunde nicht dazu in der Lage sind, eine negative Konsequenz mit ihrem eigenen Verhalten zu verknüpfen, können sie durch positive Verstärkung sehr einfach und schnell eine erwünschte Konsequenz mit ihrem Verhalten verbinden.

Hier ist ein Beispiel: Du möchtest, dass dein Husky aufhört, am Tisch um Essen zu betteln. Wenn du ihn jedes Mal lobst und belohnst, wenn er nicht gebettelt hat, wird er wesentlich schneller begreifen und lernen, als wenn du ihn bestrafst und schimpfst, wenn er neben dir sitzt und dich mit seinem bettelnden Hundeblick ansieht. Positive Verstärkung ist natürlich für die Erziehung jedes Hundes sehr wichtig. Aber du solltest dir darüber bewusst sein, dass dies im Umgang mit primitiven Rassen tatsächlich die einzige praktikable Option ist. 

schwer zu trainieren - Hund

Positive Verstärkung funktioniert bei diesen Hunden wie bei Katzen

Es ist nicht ganz falsch, diese Hunde als “Katzenhunde” zu bezeichnen, da sie auf die gleiche Weise lernen wie Katzen. Hauskatzen sehen keinen Zusammenhang zwischen ihrem Verhalten und einer Bestrafung. Allerdings lernen sie sehr schnell, wenn du Methoden anwendest, die ausschließlich auf positiver Verstärkung basieren.

Wenn deine Katze die Couch zerkratzt und du sie jedes Mal schimpfst oder bestrafst, wenn sie dies tut, wird sie weiterhin daran kratzen. Das Tier versteht nicht, dass deine negative Reaktion und sein Verhalten in einem Zusammenhang stehen. Wenn du deine Katze aber jedes Mal belohnst, wenn sie nicht an der Couch, sondern an ihrem Kratzbaum kratzt, wird sie ziemlich schnell lernen und verstehen.

Wie die nordischen, asiatischen oder primitiven Hunderassen können auch Katzen nicht durch Bestrafung lernen. Aber das bedeutet nicht, dass sie überhaupt nicht lernfähig sind. Du kannst sie trainieren, aber nur mit Hilfe von positiver Verstärkung.

Mit Belohnungen und ein wenig Geduld wird es jeder Hund schaffen, zu lernen. Auch die Tiere, die zu den schwer zu trainierenden Hunderassen gehören!

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