Der Eistaucher: Merkmale, Lebensraum und Fortpflanzung

Obwohl Vögel im Allgemeinen die Lüfte bevorzugen, gibt es Exemplare wie den Eistaucher. Dieser prächtige Vogel ist unter anderem ein ausgezeichneter Fischfänger und Taucher.
Der Eistaucher: Merkmale, Lebensraum und Fortpflanzung

Letzte Aktualisierung: 15. März 2022

Der Eistaucher (Gavia immer) ist eine Art aus der Familie der Seetaucher (Gaviidae), die typisch für Nordamerika und Europa ist. Er ist ein Zugvogel, der seine Brutgebiete in den Seen Nordamerikas, Grönlands, Islands und Großbritanniens sucht. Außerdem zieht er im Winter zu den Küsten des Nordatlantiks und des Nordostpazifiks.

Der Eistaucher ist bekannt für seinen charakteristischen Ruf  und stellt zudem den Nationalvogel Kanadas dar, der auf der kanadischen Ein-Dollar-Münze abgebildet ist. Die Münze heißt nach dem englischen Begriff für Eistaucher (Common Loon) “Loonie”.

Dieser Vogel kann zwischen 6o und 100 Zentimeter lang werden; eine Flügelspannweite beträgt zwischen 122 und 152 Zentimeter, während sein Gewicht zwischen 1,6 und 8 Kilogramm schwankt. Der durchschnittliche Eistaucher ist also 80 cm lang, seine Flügelspannweite beträgt 136 cm und sein Gewicht beträgt maximal 4 Kilogramm.

Körperliche Merkmale

Das Gefieder der Eistaucher zeichnet sich durch eine schwarze Färbung an Kopf und Hals aus, mit Ausnahme eines kragenförmigen Bandes in der Mitte des Halses im Prachtkleid während der Brutzeit. Auch die Oberseite ist schwarz, mit einem leichten weißen Schimmer.

Der Eistaucher hat charakteristische Augen, die kreisrund und tiefrot sind.

Außerhalb der Brutzeit ist der obere Teil des Vogels schwarzbraun und der untere Teil, einschließlich der Kehle und des vorderen Teils des Halses, weiß gefärbt. Der Schnabel des Eistauchers ist gerade und schwarzblau, was ihn vom Gelbschnabeltaucher (Gavia adamsii) unterscheidet, dessen Schnabel leicht nach oben geneigt und gelblich gefärbt ist.

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Der Eistaucher: Merkmale, Lebensraum und Fortpflanzung

Verhalten des Eistauchers

Der Eistaucher ist ein Vogel, der seine Beute beim Tauchen fängt und es schafft, Tiefen von 60 Metern zu erreichen, in denen er 3 Minuten lang bleiben kann, ohne Luft zu holen. Zu seiner bevorzugten Süßwasserbeute gehören unter anderem Hechte, Barsche und Forellen. Die Salzwasserbeute des Eistauchers sind unter anderem Rotbarsche und Sardinen.

Es wurde beobachtet, dass diese Vögel bäuchlings auf dem Wasser landen. Auf diese Weise verlieren sie beim Gleiten auf dem Wasser an Geschwindigkeit.

Eine weitere Besonderheit dieses Tieres ist, dass es lange Strecken laufen muss, um in Schwung zu kommen und vom Boden abzuheben. Diese Besonderheit ist darauf zurückzuführen, dass seine Beine weit hinter der Körpermitte liegen, was das Landen ziemlich schwierig macht. Diese Art von Beinen ist ideal zum Tauchen, aber nicht unbedingt zum Laufen.

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Lebensraum und Nahrung

Wie bereits erwähnt, brütet der Eistaucher in Ländern wie Nordamerika, Grönland, Island und Großbritannien. Im Winter ziehen diese Vögel in den Süden und zu den Küstengewässern Nordamerikas und Europas sowie zu den Küsten Nordwestafrikas. Als Wintergast wird er seit ungefähr 50 Jahren auch am Genfersee und am Bodensee gesichtet.

Die Anwesenheit des Eistauchers ist ein Indikator für die Wasserqualität, da er normalerweise saubere und kristallklare Gewässer bevorzugt. Was seine Ernährung angeht, so ist er ein ausgezeichneter Fischer, der sich seine Beute fängt. Er ernährt sich hauptsächlich von Fischen, z. B. von Süßwasserbarschen und Gotteslachsen (Lampris guttatus) in den Seengebieten Nordamerikas.

Wenn es jedoch kaum Fische gibt, ernähren sich diese Vögel von Fröschen, Krebstieren, Schnecken, Egeln und sogar von Wasserinsektenlarven. In den Überwinterungsgebieten wurde beobachtet, dass sich Eistaucher von Beute wie dem Umberfisch (Scianenidae) ernähren. Manchmal versammeln sie sich auch in Gruppen, um Schwärme von Ährenfischartigen (Atheriniformes) zu jagen.

Fortpflanzung der Eistaucher

Im Allgemeinen nistet diese Art in Uferbereichen und auf den Inseln der Seen, um ihre Jungen vor Fressfeinden auf dem Land zu schützen. Dieser Mechanismus funktioniert jedoch nicht in allen Fällen, da Raubtiere wie Möwen, Rabenvögel und Stinktiere diese Gebiete erreichen können.

Eistaucher sind im Winter eine leichte Beute für Seeotter und sterben auch bei Angriffen von Weißkopfseeadlern, obwohl sie von vielen Arten nicht gejagt werden.

Der Eistaucher verteidigt sein Nest, indem er Eindringlinge angreift. Dies geschieht durch Stiche mit dem Schnabel in den Bauch, Rücken, Kopf oder Hals des Eindringlings. Die Eier werden einmal im Jahr zwischen April und Juni abgelegt. Das Weibchen bebrütet 1 bis 3 Eier in einem Hügelnest in Wassernähe, das aus Pflanzenteilen der Umgebung gefertigt wurde. Beide Elternteile beschützen Nest und Gelege.

Der Eistaucher: Merkmale, Lebensraum und Fortpflanzung

Wie du siehst, ist der Eistaucher ein Meister in der Kunst des Tauchens und Fischens. Gefahren, die dem Vogel drohen, haben allgemein mit dem Klimawandel und dem Menschen im Speziellen zu tun, der vielerorts die Brutgebiete an Ufergürteln durch sein Freizeitverhalten stört.

Bei verendeten Eistauchern im U.S.-amerikanischen Bundesstaat New Hampshire beispielsweise wurde nach Autopsien bei 41 Prozent der Vögel eine Bleivergiftung durch verschlucktes bleihaltiges Angelzubehör festgestellt. Aus diesem Grund wurden inzwischen verschiedene Strategien entwickelt, um diese einzigartige Art langfristig zu erhalten.

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