Viscacha: südamerikanische Nagetiere

· 17. März 2019
Erfahre anschließend mehr über diesen großen Nager, der den wissenschaftlichen Namen Lagostomus maximus trägt. 

Das Viscacha ist ein südamerikanisches Nagetier, das für Bauern oft zur Plage wird, da es ihre Felder verwüstet. In Argentinien wird es gerne gejagt, denn sein Fleisch ist saftig und auch das Fell kann genutzt werden.

Erfahre anschließend mehr über diesen großen Nager, der den wissenschaftlichen Namen Lagostomus maximus trägt. 

Die einzige lebende Art seiner Gattung

Das Viscacha ist die einzige lebende Art der Gattung Lagostomus und ist  Teil der Chinchillidae-Familie. Etwas verwirrend ist allerdings, dass vier weitere Nagetiere mit dem Quechua-Wort Viscacha bezeichnet werden:

Lesetipp: Das Mini-Zwergkaninchen: Merkmale und Pflege

  • Hasenmaus aus Ecuador (Lagidium sp.)
  • Peruanische Hasenmaus (Lagidium peruanum).
  • Cuvier-Hasenmaus (Lagidium viscacia). Ihr Lebensraum erstreckt sich von der Südspitze von Peru über Bolivien, Chile sowie das westliche Argentinien.
  • Südliche Hasenmaus (Lagidium wolffsohni). Sie lebt im Süden von Argentinien und in Chile.

In unserem heutigen Artikel geht es allerdings um das Viscacha der Gattung der Lagostomus.

Viscachas

Merkmale des Viscacha

Dieses südamerikanische Nagetier hat einen robusten, abgerundeten Körper, der eine Länge von 65 Zentimetern erreichen kann. Seine Vorderbeine sind kurz und haben vier Zehen mit dicken Nägeln, die es zum Graben verwendet.

Das Viscacha zeichnet sich auch dadurch aus, dass sich breite weiße Streifen über sein sonst schwarzes Gesicht ziehen, die an der Schnauze beginnen.

Um das Maul ist der Nager weiß und hat überdies zwei weitere weiße Streifen: einen, der seine Wangen hervorhebt und einen, der bis hinter die Augen reicht.

Weitere physische Eigenschaften des Viscacha:

  • Großer Kopf
  • Große Augen
  • Mittelgroße Ohren. Sie sind breit an der Basis und schmal an den Spitzen.
  • Schnauze mit langen, dunklen sowie harten Schnurrhaaren
  • Starke Hinterbeine, die länger als die Vorderbeine sind. Sie haben überdies drei Finger mit langen Krallen.
  • Kurzer, behaarter und gebogener Schwanz
  • Kurzes, weiches, einfarbiges Fell, das auf seinem Rücken silbergrau bis bräunlich grau sein kann. Es kann überdies auch leicht Ocker oder Pastell-farben sein. Der Bauch ist weiß.
  • Das Männchen ist größer als das Weibchen und hat ein Durchschnittsgewicht von fünfeinhalb Kilogramm. Darüber hinaus ist sein Kopf robuster und sein Gesicht kontrastreicher.

Lebensraum und Ernährung des Viscacha

Es ist ein Nagetier, das in Gebieten mit Wiesen sowie Strauchsteppen lebt. Man kann es bis in einer Höhe von 1900 Meter finden. Es bildet Kolonien von bis zu 50 Individuen. Die Nager leben friedlich zusammen, außer in Reproduktionszeiten.

In diesen Gruppen gibt es ein bis drei erwachsene Männchen, viele Weibchen und Jungtiere. Sie tolerieren jedoch keine Mitglieder anderer Gruppen.

Das Viscacha lebt in unterirdischen Höhlen, die es mit den Vorderbeinen gräbt. Sie sind mit Tunneln miteinander verbunden. Diese Höhlen haben mehrere Ausgänge und können sich über 700 Quadratmeter erstrecken.

Wenn die Sonne untergeht, verlässt das Viscacha seine Höhle, um sich zu ernähren. Es bewegt sich jedoch normalerweise nicht zu weit von der Höhle weg. Seine Ernährung besteht aus Kräutern, Sträuchern und Samen.

Viscacha-draussen

Weitere Details zu den südamerikanischen Nagetieren

Das Weibchen ist im Herbst zur Paarung bereit. Es kann dann unter den Männchen zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommen.

Die Paarung findet innerhalb der Höhle statt. Nach ungefähr fünf Monaten werden normalerweise zwei Junge geboren, die etwa 200 Gramm wiegen.

Lesetipp: Pheromone: die chemische Sprache der Tiere

Das Männchen erreicht nach eineinhalb Jahren die Geschlechtsreife. Zu dieser Zeit neigen die jungen Exemplare dazu, sich von der Gruppe zu trennen und ihre eigenen Höhlen zu graben.

Die Weibchen erreichen die Geschlechtsreife im Alter von acht bis zwölf Monaten und bleiben in der Kolonie, in der sie geboren wurden.

Jäger lieben diese Nager

Die Lebenserwartung des Viscacha beträgt  zwischen sieben und acht Jahren. Deshalb ist es in den meisten Gebieten nicht gefährdet und wird oft sogar zur Plage.

In manchen Gegenden ist es jedoch aufgrund intensiver Jagd verschwunden. Denn das saftige Fleisch, das oft gepökelt wird, und das Fell sind sehr gefragt.

Außerdem können Überschwemmungen und die Landwirtschaft ihren Lebensraum bedrohen.