Walross: drei verschiedene Unterarten

19. Oktober 2019
Die Diversität der Unterarten des Walrosses wird derzeitig aufgrund des Fortsprungs der molekularen Biologie diskutiert.

Das Walross wird in drei Unterarten aufgeteilt: Das Walross des Atlantiks, des Pazifiks und der Laptewsee. Man unterscheidet sie aufgrund der Größe, welche die ausgewachsenen Tiere erreichen und aufgrund des Ortes, den sie bewohnen.

Kürzlich durchgeführte Studien mit mitochondrialer DNA haben jedoch ergeben, dass man nur die ersten beiden Unterarten anerkennen sollte: das Walross der Laptewsee und jenes des östlichen Pazifiks sind eigentlich dieselbe Unterart.

Walrösser sind Meeressäugetiere, die zu der Großfamilie der Robben gehören. Ihre Mitglieder zeichnen sich durch einen spindelförmigen Körper und Gliedmaßen aus, die sich zu Flossen umgewandelt haben.

Innerhalb dieser Gruppe sind sie die einzige Tierart, die lange Stoßzähne entwickelt hat, sowohl bei Weibchen als auch bei Männchen. Sie helfen den Tieren, sich im Eis fortzubewegen, doch sie verwenden sie auch bei Auseinandersetzungen untereinander oder um sich gegen Raubtiere zu wehren, wie etwa den Eisbären oder die Orcas.

Ihre Stoßzähne können bis zu einem Meter lang werden und bei besonders großen Exemplaren über fünf Kilogramm wiegen.

Im Folgenden berichten wir dir über die drei Unterarten des Walrosses.

Walross des Pazifiks (Odobenus rosmarus divergens)

Diese Unterart hat eine diskontinuierliche arktische und subarktische zirkumpolare Verbreitung. Die Tiere leben vom Beringmeer und Tschuktschensee bis zur Beaufortsee und der Laptewsee, wo man eine andere Subspezies antrifft.

Auch im Pazifik gibt es diese Tierart

Sie bleiben meist auf der kontinentalen Plattform und stoßen nur selten in tiefe Gewässer vor. Das Walross des Pazifiks schwimmt von einer Eisscholle auf die nächste oder sucht die umliegenden Inseln auf, wo es sich ein wenig in der Sonne ausruhen kann.

Dies ist die größte der drei Unterarten. Männliche Exemplare werden bis zu 3,6 Meter groß und wiegen zwischen 880 und 1.656 Kilogramm. Weibchen sind etwas kleiner, sie können drei Meter groß werden und bringen zwischen 400 und 1.250 Kilogramm auf die Waage.

Die frischgeborenen Jungen wiegen zwischen 45 und 77 Kilogramm. Da sie so schwer und groß geboren werden, sind sie perfekt an die Kälte angepasst.

Walross des Atlantiks (Odobenus rosmarus rosmarus)

Das Walross des Atlantiks lebt von den Küsten Kanadas bis zur Karasee, die nördlich von Sibirien liegt. In der Vergangenheit traf man diese Unterart auch im nordwestlichen Teil des Nordatlantiks, südlich vom Golf San Lorenzo an. Da sie jedoch zu stark gejagt wurde, hat man die Population ausgerottet.

Der wissenschaftliche Name dieser Unterart lautet Odobenus rosmarus rosmarus

Das ausgewachsene Walross des Atlantiks ist ein wenig kleiner und leichter als das pazifische. Neugeborene sind zwar genauso groß, doch das Mindestgewicht liegt bei 33 Kilogramm.

Es gibt nicht viele Daten über die Anzahl dieser Unterart, doch man nimmt an, dass es sich um weniger als 25.000 ausgewachsene Exemplare handelt.

Außerdem ist auch die Tendenz unbekannt. Die schnelle Schmelze, welche ihren Lebensraum bedroht, ist allerdings eine Tatsache. Das Eis ist der Lebensraum dieser Tiere, ohne es können sie nicht leben.

Die Subspezies der Laptewsee (Odobenus rosmarus laptevi)

Diese Unterart lebt exklusiv in der Laptewsee, an der Ostküste Sibiriens, daher ihr Name. Auch wenn es scheint, als lebten sie in einem anderen Umfeld als das Walross des Pazifiks, haben mitochondriale und morphologische Studien ergeben, dass es sich um keine abweichende Unterart handelt.

Walross in Nahaufnahme
Bildquelle: https://www.worldwildlife.org/

Die Körper- und Stoßzahngröße ist nicht wesentlich anders als die des Walrosses des Pazifiks. Man hat sie zwar zuvor als eigene Subspezies aufgrund ihres Lebensraumes eingeteilt, doch laut der Forscher des Museums für Naturgeschichte von Oslo, ist dies nicht zulässig.

Man hat zwar nur wenig Information über das Walross, doch man weiß, dass die Klimaveränderungen diese Spezies beeinträchtigen. Trotzdem hat der Mensch nicht aufgehört, sie aufgrund des Elfenbeines ihrer Stoßzähne zu jagen.

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