Interessante Fakten über Rentiere

31. Mai 2019
Rentiere haben in ihrer Nase ein dichtes Netzwerk von Blutgefäßen, die sie mit sauerstoffreichem Blut nährt und ihnen dabei hilft, ihre Körpertemperatur zu regulieren. Daher stammt die Geschichte von Rudolphs roter Nase.

Rentiere sind sehr prominent in unseren Weihnachtsbildern und -liedern. Laut der Legende ziehen sie den Schlitten des Weihnachtsmannes, haben rote Nasen, lustige Namen und außerdem können sie sogar fliegen.

Doch was wissen wir eigentlich wirklich über diese Art von nordischen Hirschen?

Die Rentiere sind geradezu für die Kälte geschaffen. Ihre Nase erhitzt die Luft, bevor diese in die Lungen gerät. Ihr ganzer Körper und sogar ihre Hufe sind mit Haut bedeckt. Im Winter können die Tiere sogar durch den Schnee graben, um Futter zu finden.

Zum Graben verwenden sie ihre Hörner und fressen Flechten, die voll von Energie sind, und die man auch Rentiermoos nennt.

Sieben interessante Fakten über Rentiere

1. Beide Geschlechter haben ein Geweih

Rentiere sind die einzige Hirschart, bei der sowohl Männchen als auch Weibchen Hörner haben. Jedes Jahr wächst ihnen ein neues Geweih. Das Geweih des Männchen kann bis zu 130 cm lang werden und bis zu 14 Kilo auf die Waage bringen.

Die Hörner des Weibchens hingegen wachsen nur bis zu 50 cm lang.

Je nach Unterart variiert auch die Größe der Rentiere stark. Die Waldrentiere Finnlands werden von der Nase bis zur Schwanzspitze fast 2,5 Meter lang. Diese Tiere haben längere Beine und breitere Hufe und ihr Geweih wächst ihnen dichter zusammen.

2. Ein Rentier mit einem anderen Namen bleibt dennoch ein Rentier

Je nach Heimatsort gibt man den Tieren verschiedene Namen. In Europa nennt man sie Rentiere. Auf dem nordamerikanischen Kontinent hingegen bezeichnet man die Bestände in Eurasien mit dem Namen Rentier, während man die wilden Bestände Nordamerikas Karibu nennt.

In anderen Regionen heißen die domestizierten Arten Rentiere und die wilden Bestände Karibu.

Rentiere gehören zur Familie der Cervidae, zu der unter anderem auch Hirsche, Elche und Wapitis gehören. Alle Mitglieder dieser Familie haben ein Geweih und sind Paarhufer mit langen Beinen.

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3. Rentiere sind für die Kälte gemacht

Diese Tierart ist definitiv gut für den harten, kalten Winter ausgerüstet. Sie kommen in Alaska, Kanada, Grönland, Nordeuropa und Nordasien vor. Ihre Lebensräume sind die unwirtlichen Tundra, Gebirge und Wälder.

Rentiere ziehen nicht nur Santa Claus Schlitten

Das Rentier ist auf einzigartige Weise für die extremen Wetterbedingungen ausgestattet. Seine Nase funktioniert wie ein kleiner Heizofen und wärmt die Luft auf, die es einatmet. Sie kondensiert ebenfalls das Wasser aus der Luft, um die Feuchtigkeit der Schleimhäute aufrecht zu erhalten.

Sein Fell ist wie eine Art Ledermantel. Nicht nur fängt es die Luft ein, um seinen Körper abzuisolieren, sondern es funktioniert außerdem auch wie eine Art Schwimmweste, wenn das Tier ins Wasser tritt.

Rentiere sind schnelle und starke Schwimmer. Auf ihren Reisen durchqueren sie schwierige Landstriche, durchschwimmen große Flüsse und sogar die eiskalten Gewässer des atlantischen Ozeans.

Ihre Hufe passen sich an die Jahreszeit an. Im Winter ziehen sie sich zusammen und werden kleiner, sodass sie fast wie Eispickel funktionieren. Die Tiere verwenden sie dann schließlich, um die Oberfläche des Eises und des Schnees aufzugraben, um Futter zu finden.

Im Sommer, wenn der Boden feucht und weich ist, gehen sie wieder auf, damit das Tier dadurch einen besseren Antrieb erhält.

4. Rentiere leben nicht gerne allein

Es handelt sich bei dieser Spezies um sehr sozial gesinnte Tiere. Sie fressen, reisen und schlafen in Herden, die von zehn bis zu hunderten von Tieren umfassen.

Im Frühling werden die Herden dann sogar noch größer und haben zwischen 50.000 und 500.000 Mitglieder.

5. Rentierjunge überspringen ihre Kindheit

Die Männchen nennt man Stier und das Weibchen Kuh, während man die Jungen als Kälber bezeichnet, genau so wie auch beim domestizierten Vieh.

Die Rentierkälber können sich etwa eine Stunde nach ihrer Geburt schon auf die Beine stellen und kurz darauf auch laufen.

Ihre erstes Geweih wächst ihnen nach ihrem zweiten Geburtstag, zwischen vier und sechs Jahren werden sie dann geschlechtsreif und ihre Lebenserwartung beträgt für gewöhnlich zwischen 15 und 18 Jahren.

Rentierherde im Schnee

6. Rentiere sind strenge Vegetarier

Sie sind Pflanzenfresser, was bedeutet, dass sie sich ausschließlich von Pflanzen wie Farnen, Sprossen, Kräutern, Moosen, Pilzen und Blättern ernähren. Ein ausgewachsenes Rentier kann zwischen vier und acht Kilo Pflanzen pro Tag verzehren.

Dabei haben Rentiere einen sehr ausgeprägten Geruchssinn, der ihnen besonders nützlich ist, wenn die Erdoberfläche mit Schnee und Eis bedeckt ist.

Sie können nahrhafte Flechten, auch Rentiermoos genannt, die ihr Blut erwärmen und ihnen Energie spenden, erschnüffeln, obwohl der Boden mit mindestens 60 cm Schnee bedeckt ist.

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7. Sie rennen so schnell wie der Wind

Diese Tiere legen täglich 20 bis 60 km bei ihren Wanderungen zurück und erreichen dabei Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h. Selbst Jungtiere können schon einen Tag nach ihrer Geburt einen olympischen Athleten besiegen.

Zwar gehen nicht alle Rentiere auf Wanderschaft, doch einige legen die längsten Strecken aller Landessäugetiere zurück.

Einige nordamerikanische Rentierarten bewältigen mehr als 4.800 km pro Jahr. Sie sind auch starke Schwimmer, die Geschwindigkeiten von sechs bis neun km/h im Wasser erreichen. Wandernde Rentierherden durchqueren große Seen und breite Flüsse.

Rentiere sind wirklich sehr beeindruckende Lebewesen, doch auch sie sind durch die weltweite Klimaerwärmung, die Ölindustrie und andere von Menschenhand erzeugte Veränderungen bedroht. Die nächsten Generationen werden ihnen weiterhelfen und sie zu schätzen wissen müssen.