Der Igel als Haustier?

Eines der schwierigsten Probleme bei der Haltung eines Igels als Haustier ist seine Ernährung. Da er an ein Leben in Gefangenschaft nicht angepasst ist, neigt er dazu, Probleme mit Fettleibigkeit oder sogar eine Fettleber zu entwickeln.
Der Igel als Haustier?

Letzte Aktualisierung: 15. September 2022

Der Igel ist heute – auch durch die sozialen Medien – ein beliebtes „exotisches“ Haustier geworden, denn durch seine Größe und sein Aussehen zieht er die Aufmerksamkeit vieler Menschen auf sich. Dieses Säugetier ist jedoch kein Haustier per se und auch nicht gesellig wie ein Hund oder eine Katze. Das ist einer der Gründe, warum ein Igel als Haustier vielleicht keine gute Wahl ist.

Es gibt mehrere Igelarten, die in Europa, Asien, Afrika und Neuseeland natürlich verbreitet sind. Sie gehören alle zur Familie der Erinaceidae, wo sie mit den Großen Rattenigeln zusammengefasst werden. Lies weiter und entdecke mehr über diesen stacheligen Gesellen!

Wie sehen Igel aus?

Im Allgemeinen sind Igel kleine Säugetiere, die zwischen 10 und 30 Zentimeter lang werden. Sie zeichnen sich durch einen ovalen Körperbau aus, der von mehreren starren, hohlen Stacheln bedeckt ist, die zur Verteidigung dienen. Wenn sie sich bedroht fühlen, ziehen sie alle Gliedmaßen ein und legen ihre Stacheln frei, um sich zu schützen, ähnlich wie Schildkröten, die sich in ihrem Panzer verstecken.

Das Gesicht eines Igels ist länglich und endet in einer spitz zulaufenden Schnauze. Das verleiht den Tieren ein knuddeliges Aussehen, das zu ihren winzigen Gliedmaßen passt. Außerdem ist ihr Rücken ziemlich rau und hart, während ihr Bauch eine weichere Konsistenz hat.

Wie verhält sich der Igel?

Igel sind nachtaktive Tiere, die den größten Teil des Tages mit Schlafen verbringen, während sie nachts auf Futtersuche und Jagd gehen. Sie sind ziemliche Einzelgänger und versammeln sich nur während der Paarungszeit mit ihren Artgenossen. Zusätzlich verhalten sie sich territorial und lassen andere Exemplare in der Regel nicht zu nahe an sich heran.

Diese kleinen Säugetiere sind sehr empfänglich für Geräusche und starke Gerüche, sodass jede plötzliche Veränderung in ihrem Lebensraum Stress für sie bedeuten kann. Aus diesem Grund ist es auch keine gute Idee, sie über einen längeren Zeitraum oder ständig zu streicheln. Wenn du das tust, kann dies zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen und sogar zum Tod führen.

Im Allgemeinen leben Igel gerne in ruhigen, dunklen Umgebungen. In der Tat ist es wahrscheinlich, dass er sich in den ersten Tagen in einem neuen Umfeld versteckt und nicht oft herauskommt. Es kann auch sein, dass sie häufig ihre Stacheln zeigen, allerdings nur, um sich gegen einen vermeintlichen Angreifer zu verteidigen.

Was fressen Igel?

Igel sind Allesfresser, sodass es mit ihrem Futter keine großen Probleme gibt. Es gibt sogar kommerzielle Marken, die spezielles Futter für diese Säugetiere herstellen. Es ist aber auch notwendig, die Ernährung ein wenig zu variieren und frisches Futter wie Obst oder Gemüse nicht zu vergessen. Einige der frischen Lebensmittel, die man diesem Tier anbieten kann, sind:

  • Äpfel (ohne Kerne)
  • Bananen
  • Brokkoli
  • Karotten
  • Huhn (gekocht)
  • Grillen
  • Eier (gekocht)
  • Würmer
  • Kiwis
  • Papaya
  • Kürbis
  • Spinat
  • Wassermelone
  • Spargel
  • Wassermelone.

Die natürliche Ernährung des Igels basiert hauptsächlich auf tierischem Eiweiß, daher sind sowohl Insekten als auch Fleisch tierischen Ursprungs für seine Ernährung unerlässlich. Eine Ernährung auf Fleischbasis und gelegentlichem Obst oder Gemüse reicht für eine gute Ernährung aus. Außerdem kann die Nahrung durch Katzennassfutter ersetzt werden, da es ähnliche Nährstoffe enthält.

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Gesundheit

Diese Tiere sind im Laufe ihres Lebens für verschiedene Krankheiten anfällig. Zu den häufigsten gehören die folgenden:

  • Krebs
  • Fettleber
  • Herz-Kreislauf-Probleme
  • Hautprobleme (Trockenheit)
  • Fettleibigkeit
  • Erkrankungen der Atemwege
  • Gastrointestinale Probleme
  • Zahnfleischentzündung

Obwohl viele dieser Krankheiten bei anderen Tieren recht häufig vorkommen und relativ leicht zu behandeln sind, besteht das Problem bei Igeln darin, dass es nicht viele Fachleute gibt. Daher besteht die Gefahr, dass eine dieser Krankheiten ihr Leben beendet, wenn sie sich verschlimmert.

Der legale Besitz eines Igels als Haustier hängt stark von dem Land ab, in dem du lebst. In Mexiko gibt es zum Beispiel keine speziellen Vorschriften, die die Haltung von Igeln in Gefangenschaft verbieten, während es in einem europäischen Land wie Deutschland im Bundesnaturschutzgesetz verankert ist, dass Igel in Privathaushalten nicht erlaubt sind. Eine Ausnahme stellt der afrikanische Weißbauchigel dar.

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Der Igel als Haustier?

Ist es gut, einen Igel als Haustier zu halten?

Obwohl die Haltung von Igeln als Haustiere in manchen Ländern rechtlich unbedenklich ist, eignen sie sich nicht als Haustiere. Du musst bedenken, dass Igel sich nicht an das Zusammenleben mit Menschen angepasst haben.

Tatsächlich leben diese Säugetiere nicht gerne mit Menschen oder anderen Haustieren zusammen, da sie diese als mögliche Aggressoren wahrnehmen. Dadurch wird klar, dass du von einem Igel keine Zuneigung erwarten solltest. Dieses Verhalten liegt nicht in seiner Natur, sodass die Interaktion zwischen Menschen und Igeln nie eng sein wird.

Deshalb ist es auch nicht möglich, eine Beziehung aufzubauen wie zu anderen kleinen Tieren wie Hamstern oder Rennmäusen. Außerdem kann die bloße Berührung beim Igel Stress und andere körperliche Folgen verursachen. Deshalb ist es keine gute Idee, ihn als Haustier zu halten, wenn du mit seinem natürlichen Verhalten nicht vertraut bist.

Obwohl Igel niedlich und knuddelig aussehen, sind sie in Wirklichkeit keine gute Wahl als Haustier. Obendrein sind die Kosten für die Haltung jedes „exotischen“ Haustiers recht hoch, sodass es immer ratsam ist, sich nach einer anderen, günstigeren Option umzusehen. Sei versichert, dass es viele Arten gibt, die gerne deine Gefährten sein würden!

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