Die Brückenechse: Überlebenskünstlerin aus der Dinosaurier-Ära

30. September 2019
Die Brückenechse ist ein lebendes Fossil, dessen Herkunft mindestens 200 Millionen Jahre zurückreicht. Es war ein Zeitgenosse der Dinosaurier. Erfahre mehr!

Die Brückenechse ist ein Reptil, das zur Ordnung der Rhynchocephalia gehört und in Neuseeland endemisch ist. Sie ähnelt einer Eidechse, hat aber typische Eigenschaften der Reptilien des Tertiär-Zeitalters. Sie stammt aus der Zeit der Trias vor 200 Millionen Jahren.

Klassifizierung

Die Brückenechse, auch Tuatara genannt, gehört zur Ordnung der Rhynchocephalia. Diese Ordnung der Diapsida-Reptilien ist extrem alt. Ihre maximale Ausbreitung hatte sie im Jura, um dann während der Kreidezeit unwiderruflich auszusterben.

Vor etwa 60 Millionen Jahren verschwanden praktisch alle Arten dieser Ordnung, bis auf eine. Die heute noch existierende Spezies ist Sphenodon puntactus, neuseeländische Brückenechse genannt.

Es gibt jedoch noch eine andere Art, Sphenodon guntheri, sowie eine Unterart, Sphenodon puntactus. Man kann sie unterschieden, weil S. guntheri deutlich kleiner ist als S. puntactus.

Merkmale der Brückenechse

Dieses „lebende Fossil“ zeichnet sich vor allem durch den dornigen Kamm aus, der bei weiblichen Exemplaren weniger sichtbar ist. Zum anderen hat sein großer Kopf eine weiche runzelige Haut.

Dieser Art fehlen auch die äußeren Ohren. Andererseits kann man beobachten, dass sie robuste und gut entwickelte Gliedmaße hat. Was die Größe betrifft, kann sie 50 – 70 Zentimeter lang und zwischen 0,5 und 1 Kilo schwer werden.

Es sind außergewöhnlich langlebige Tiere mit einer langsamen Entwicklung. Erst im Alter von 20 Jahren beginnen sich die Weibchen zu vermehren. Sobald sie sich gepaart und ihre Eier gelegt haben, schlüpfen die Jungtiere erst zwei Jahre nach der Befruchtung.

Brückenechse

Ihre Lebenserwartung wird auf bis zu 100 Jahre geschätzt. Daher ist die Fortpflanzung selbst ein eher seltenes Ereignis.

Lebensraum und Ernährung der Brückenechse

Die beiden Arten und die Unterart befinden sich in verschiedenen geografischen Regionen, genauer gesagt in den beiden Archipelen entlang Neuseelands:

  • Sphenodon puntactus. Die gewöhnliche Brückenechse ist auf der Nordinsel Neuseelands zu finden.
  • Sphenodon guntheri. Sie befindet sich auf den Inseln der Cook Straße und wurde 1989 entdeckt.

Es sind Landtiere, die felsiges Gelände bevorzugen, insbesondere felsige Küsten. Dieses Reptil hat die Besonderheit, dass es langsam atmet; in der Ruhephase kann eine Stunde zwischen einer Einatmung und der nächsten vergehen.

Es sind nachtaktive fleisch- und insektenfressende Tiere: Sie haben eine abwechslungsreiche Ernährung und fressen Insekten, Schnecken, Eier, Jungvögel oder Eidechsen. Gelegentlich wurde von Kannibalismus berichtet.

Erhaltung

Brückenechsen sind vom Aussterben bedrohte Tiere. Sie wurden 1996 in die Rote Liste aufgenommen. Aktuell werden sie jetzt als Tiere mit geringerem Risiko (lower risk) eingestuft.

Die genaue Anzahl der Exemplare dieser Gattung ist derzeit nicht bekannt. Es wurde jedoch berichtet, dass die Bevölkerung stark fragmentiert ist.

neuseeländische Brückenechse

Unter den Maßnahmen, die Teil des Schutzplans sind, kann man die folgenden hervorheben:

  • Schaffung von Unterkünften
  • Einsetzen von Fröschen, um die Ernährung der Reptilien zu unterstützen
  • Umsiedlung oder Kontrolle der Säugetiere
  • Wiederansiedlung in die Nationalparks

Die Brückenechse war vor einigen Jahrzehnten durch menschliches Verschulden vom Aussterben bedroht, was den Verlust eines Teils ihres Lebensraums bedeutete. Darüber hinaus reduzierte die Einführung neuer Arten wie Ratten oder Marder die Größe ihres Lebensraums und ihre Nahrung.

Kuriositäten der Brückenechse

Die Brückenechse war vor etwa 240 Millionen Jahren Zeitgenosse der Dinosaurier. Obwohl man durch die evolutionäre Konvergenz annehmen könnte, dass sie mit Leguanen verwandt ist, sind diese Spezies zeitlich nicht wirklich eng miteinander verbunden.

Bis heute ist die Funktion des „dritten Auges“ oder des „Scheitelauges“ der Brückenechse, das sich an der Spitze des Schädels befindet, nicht geklärt. Im Inneren ist das Parietalorgan durch eine Bindegewebeschicht geschützt.

Es wird angenommen, dass es lichtempfindlich ist. Es gibt Studien, die darauf hindeuten, dass es Infrarotstrahlung einfängt, die der Echse bei der Jagd hilft.

Die Zirbeldrüse hat in der Regel unterschiedliche Funktionen, je nachdem, in welcher Gruppe sie sich befindet. In Reptilien reguliert sie die Körpertemperatur, während sie bei Säugetieren die Dauer des Tag-Nacht-Zyklus steuert. Sie reguliert auch das jahreszeitliche Verhalten, wie Überwinterung oder Paarungszeit.

Brückenechsen mögen, im Gegensatz zu anderen Reptilien, die Kälte. Sie sind in der Lage, im Winterschlaf bei Temperaturen von 5 °C zu überleben. Temperaturen über 25 °C sind für die Brückenechse jedoch tödlich.