Iberienraubwürger: der Metzgervogel

7. August 2019
Das Merkwürdigste an dem Iberienraubwürger ist sein Verhalten: Er spießt seine Beute nach der Jagd an dornigen Pflanzen oder sogar an Stacheldrähten auf.

Der Iberienraubwürger (Lanius meridionalis) ist einer der merkwürdigsten Vögel auf der Iberischen Halbinsel. Zu Unrecht unbekannt, denn das Verhalten dieses Vogels ist einzigartig.

Was sind Würger?

Alle Würger haben einen Schnabel, der an Greifvögel erinnert, auch wenn es sich um kleine Vögel mit dünnen Gliedmaßen handelt. 

Und das macht Sinn: der Würger ist ein kleiner Vogel, der Insekten jagt. Besonders eigenartig ist jedoch seine Art, kleine Wirbeltiere zu jagen, zum Beispiel Nagetiere, Eidechsen und andere Vögel. Aber wie machen sie das?

Die Würger gehören zur Familie der Laniidae und leben in Afrika, Asien und Europa. Allerdings gibt es Arten, die in Nordamerika brüten, aber nicht in Australien oder Südamerika.

Der Iberienraubwürger: Merkmale

Der größte Iberienraubwürger ist hauptsächlich in Spanien zu finden. Es handelt sich um einen sesshaften Vogel, der häufig in trockenen Gebieten und offenen Gegenden wie den Kanarischen Inseln oder der gesamten Mittelmeerküste vorkommt.

Iberienraubwürger: Merkmale

Dieser Vogel ist sehr leicht zu erkennen. Wenn du die wilde Tierwelt beobachten möchtest, ist es für den Anfang ein gutes Tier. Es ist ein kleiner korpulenter Vogel mit langem Schwanz. Er zeichnet sich nicht nur durch seinen Schnabel, sondern auch durch eine schwarze Maske an seinem Kopf aus.

Die Flügel dieses Sperlingsvogels sind schwarz mit einem großen weißen Fleck. Ein Großteil des Körpers ist jedoch gräulich, sodass er gut erkennbar ist.

Er misst kaum 25 Zentimeter, während seine Spannweite 30 Zentimeter weit überschreitet. Sein Gesang ist metallisch, kraftvoll und sehr vielfältig, da dieses Tier andere Vögel nachahmen kann.

Verhalten des Iberienraubwürgers

Das Merkwürdigste an dem Iberienraubwürger ist sein Verhalten. Dieses Tier spießt seine Beute nach der Jagd an dornigen Pflanzen oder sogar an Stacheldrähten auf. So kann es sie mit einem Ruck zerreißen, daher sein Spitzname „Metzger“.

Iberienraubwürger: Verhalten

Die Intelligenz der Vögel wird durch den Würger bewiesen, der normalerweise aus dem Hinterhalt jagt, indem er aus hohen Positionen wie Stromleitungen oder Ästen späht. Danach spießt er seine Beute an spitzen Zweigen von Schlehen, Weißdornen und anderen Pflanzen auf.

Die Fortpflanzung beginnt in Spanien in der Regel im März, findet jedoch in Afrika und auf den Kanarischen Inseln bereits früher statt. Er nistet in dornigen Bäumen, wo er bis zu sieben weiße gesprenkelte Eier legt. Seine Nachkommen schlüpfen innerhalb von zwei Wochen.

Es ist wichtig zu erwähnen, dass der Iberienraubwürger, obwohl er nicht vom Aussterben bedroht ist, im Roten Buch der Vögel in Spanien als „fast gefährdet“ gilt.

Iberienraubwürger: Sein Lebensraum

Der Iberienraubwürger hat mehrere Unterarten und ist ein seltener Vogel. In Europa kommt der Iberienraubwürger nur in Südfrankreich, Portugal und Spanien vor. Die Kanarischen Inseln und Nordafrika gehören ebenso zu seinem Lebensraum wie ein Teil Asiens.

Der Iberienraubwürger lebt in offenen Gebieten; er sitzt oft auf Kabeln und anderen Objekten. Man kann ihn auch in Gebieten mit Büschen, Wiesen und Nutzpflanzen wie Mandel- oder Olivenplantagen finden.

Was seinen Lebensraum in Spanien betrifft, so ist er nicht an der kantabrischen Wasserscheide zu finden. Man schätzt, dass es in Südwesteuropa mehr als 500.000 Exemplare gibt, auch wenn die Anzahl scheinbar abnimmt.