Goliathfrosch: Lebensraum und Eigenschaften

Der Goliathfrosch, auch bekannt als der größte Frosch der Welt, ist vom Aussterben bedroht. Neben Jagd und Lebensraumzerstörung ist der Handel mit diesen Tieren als Haustiere eine neue, aber ernsthafte Bedrohung. Alles Wissenswerte über diese faszinierenden Amphibien!
Goliathfrosch: Lebensraum und Eigenschaften

Letzte Aktualisierung: 15. Juli 2021

Der Goliathfrosch, dessen wissenschaftlicher Name Conraua goliath lautet, ist eines der Tiere mit dem treffendsten Namen der Welt. Die Art gilt heute als der größte Frosch des Planeten, da erwachsene Exemplare so groß werden, dass sie so viel wiegen wie ein neugeborenes Kind.

Trotz ihrer außergewöhnlichen Größe bleiben viele Aspekte der Biologie dieser Art unbekannt. Der Goliathfrosch lebt nur in einem kleinen Teil Afrikas, wo auch die anderen Vertreter der Gattung Conraua vorkommen.

Wenn du mehr über diese riesige Amphibie erfahren möchtest, lies einfach weiter! Aufgrund des enormen Drucks, den der Mensch auf diese Tierart ausübt, sind Goliathfrösche vom Aussterben bedroht. Der erste Schritt zur Erhaltung besteht immer darin, mehr Informationen über eine Spezies zu erhalten.

Goliathfrosch: Merkmale und Besonderheiten

Der auffälligste Aspekt von Conraua goliath ist natürlich seine enorme Größe. Diese Art kann bis zu 32 Zentimeter lang werden und ein Gewicht von 3,3 Kilogramm erreichen. Wenn man den Frosch vom Maul bis zum Ende der Hinterbeine misst, ist er sogar 80 Zentimeter lang.

Wie bei Froschlurchen üblich, sind die Weibchen größer als die Männchen (Geschlechtsdimorphismus). Diese werden in der Regel zwischen 15 und 32 Zentimetern  lang (vom Maul bis zur Kloake gemessen) und können zwischen 600 Gramm und 3,3 Kilogramm wiegen. Im Gegensatz dazu liegt das Gewicht der Männchen zwischen 1,5 und 2,7 Kilogramm. Sie sind zwischen 22 und 32 Zentimeter groß.

Die Rückenfärbung von Goliathfröschen ist im Allgemeinen dunkelgrün, aber einige Exemplare sind auch orange-grün gefärbt und haben kleine dunklere Flecken. Der untere Teil des Körpers und die Extremitäten sind gelb.

Grundsätzlich hat ein Goliathfrosch den typischen Körperbau eines Frosches. Allerdings ist er größer und stämmiger. Der Kopf ist abgeflacht, dreieckig und ziemlich breit. Der Körper ist sehr robust. Die Gliedmaßen – insbesondere die Hinterbeine – sind lang, kräftig und hoch entwickelt. Die Zehen sind lang und an den Hinterbeinen vollständig mit Schwimmhäuten versehen.

Wie alle Froschlurche hat auch der Goliathfrosch eine feuchte und relativ raue Haut. Amphibien atmen teilweise durch das Epidermisorgan.

Der Goliathfrosch und sein Lebensraum

Dieser Froschlurch lebt nur in einem kleinen Gebiet in Zentralafrika, welches sich vom Südwesten Kameruns bis zum südlichen Mount Alén Nationalpark in Äquatorialguinea erstreckt. Innerhalb dieses Gebietes befinden sich die Frösche in der Nähe oder in relativ schnell fließenden Flüssen.

Dies ist ein nützlicher Aspekt, weil er zur Unterscheidung des Goliathfrosches von anderen verwandten Arten dient. Der Goliathfrosch bevorzugt Flüsse, die schneller fließen, als die Gewässer, in denen Conraua crassipes lebt. Gleichzeitig fließen diese aber langsamer und sind wärmer als jene, die von Conraua robusta, einer ebenfalls eng verwandten Art, bewohnt werden.

Darüber hinaus müssen diese Flüsse groß und gut mit Sauerstoff versorgt sein und sauberes und klares Wasser führen. Die Flüsse und Gebiete, die der Goliathfrosch bevorzugt, befinden sich normalerweise in dichten tropischen Wäldern und haben sandigen Boden.

Ökologie und Verhalten

Der Goliathfrosch ist hauptsächlich nachtaktiv, obwohl man auch tagsüber Tiere beobachten kann, die sich sonnen und auf Flussfelsen ausruhen. Wenn sie sich bedroht fühlen, springen diese Frösche als Überlebenstechnik ins Wasser.

Aufgrund ihrer Größe haben Frösche eine sehr abwechslungsreiche Ernährung. Alle Froschlurche sind Fleischfresser und der Goliathfrosch frisst Käfer, Trichopteren, Libellen und andere Insekten. Außerdem jagen sie Tausendfüßler, Spinnen, Skorpione, Krebstiere und Süßwasserschnecken. Diese Amphibien fressen sogar andere kleinere Froschlurche.

Zur Fortpflanzung bauen diese Tiere an den Ufern von Flüssen kleine Tümpel, die als Nester zur Eiablage und als sichere Plätze für die Entwicklung der Kaulquappen dienen. Zu diesem Zweck verfolgen die Männchen drei verschiedene Strategien, die wir dir nachfolgend genauer vorstellen werden.

Einige entfernen Schmutz und andere Verunreinigungen aus bestehenden kleinen Hohlräumen oder Teichen, während andere Kies und Schmutz aus derartigen Hohlräumen herausschieben, um sie zu vergrößern. Wiederum andere graben ihre eigenen Tümpel in den Kies und umrahmen sie mit großen Steinen, die bis zu 2/3 des Gewichts des Tieres ausmachen können.

Außerdem bleiben die Männchen nachts in der Nähe der Teiche, um Wache zu halten und ihren Nachwuchs vor Fressfeinden zu schützen. Dies ist eine Erklärung für die enorme Größe dieser Frösche, da größere und stärkere Männchen größere Tümpel anlegen und diese besser verteidigen können.

Gemäß dieser Hypothesen wäre die Größe der Amphibie im Laufe der Zeit aufgrund ihrer Fortpflanzungsstrategie selektiert worden.

Bedrohungen und Erhaltungszustand

Leider befinden sich diese beeindruckenden Lebewesen in einer heiklen Situation. Ihr Verbreitungsgebiet ist sehr klein, was für jede Art immer ein Risiko darstellt. Außerdem wird dieses Verbreitungsgebiet durch menschliche Eingriffe verkleinert und ihre Bestände gehen zurück.

Daher hat die International Union for Conservation of Nature (IUCN) den Goliathfrosch als gefährdet eingestuft. Leider ist der Bestand bis heute stetig rückläufig.

Diese Art ist durch zwei sehr unterschiedliche Maßnahmen bedroht. Da die Frösche groß und fleischig sind, werden sie von der lokalen Bevölkerung gejagt; entweder für den eigenen Verzehr oder um ihr Fleisch auf Märkten zu verkaufen. Dieses Vorgehen beeinträchtigt die Art am meisten.

Froschjäger sind in diesem Gebiet weit verbreitet und haben die Populationen stark reduziert. Während Frösche früher häufig in der Nähe von Dörfern zu finden waren, überleben sie heute nur noch in den verstecktesten und abgelegensten Gebieten des Waldes. Außerdem wird es immer schwieriger, große Frösche zu finden.

Darüber hinaus verlieren die Frösche durch die Zerstörung von Wäldern für die land- oder forstwirtschaftliche Nutzung sowie für den Bau menschlicher Siedlungen in einem rasanten Tempo ihre Lebensräume. Zudem führen diese Aktivitäten zu einer Verschmutzung der Flüsse, was die Entwicklung und Fortpflanzung von Amphibien beeinträchtigt.

Diese Amphibien sind einzigartig und beeindruckend, denn es gibt keine anderen Frösche mit solchen Ausmaßen auf diesem Planeten. Trotzdem könnten sie aussterben, wenn nicht rigoros und sofort gehandelt wird. In den vergangenen 15 Jahren sind vermutlich 70 % der Population verschwunden, es ist also keine Zeit zu verlieren.

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