Läufigkeit bei Hündinnen: nützliche Tipps

20. April 2018
Du findest in unserem heutigen Beitrag Wissenswertes über den Zyklus einer Hündin, um zu erkennen, wann es bei deiner Hündin mit der Läufigkeit losgeht und wie lange diese dauert. 

Die Läufigkeit einer Hündin ist ein natürlicher Prozess, der wie auch beim Menschen in der Pubertät zum ersten Mal einsetzt. Es handelt sich um einen Instinkt, um die Fortpflanzung und das Überleben der Spezie zu garantieren. In unserem heutigen Beitrag erfährst du mehr über den natürlichen Zyklus einer Hündin.

Wenn du eine Hündin adoptierst, musst du dir bewusst sein, dass sie mindestens zweimal im Jahr läufig wird. Du kannst diesen Zyklus nur durch eine Kastration verhindern. Ansonsten musst du in der Zeit der Läufigkeit auf verschiedene Dinge achten und deine Fellnase entsprechend pflegen.

Wenn die Hündin läufig ist, ist das für ihre Artgenossen an einer ganz besonderen Duftnote zu erkennen, die für uns Menschen nicht wahrnehmbar ist. Für andere Hunde wird das Weibchen in dieser Zeit unwiderstehlich sein! Erfahre anschließend mehr zu diesem Thema.

Läufigkeit bei Hündinnen

Die erste Läufigkeit setzt bei Hündinnen in der Regel zwischen dem sechsten und achtzehnten Lebensmonat ein. Der genaue Zeitpunkt ist von der Rasse und anderen Faktoren abhängig. Je größer die Rasse, desto später erreicht das Weibchen die sexuelle Reife.

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Läufigkeit bei Hündin

Der fruchtbare Zyklus einer Hündin hat viele Gemeinsamkeiten mit dem menschlichen Menstruationszyklus. Man unterscheidet dabei drei Phasen, die insgesamt rund 21 Tage dauern:

  • Vorbrunst (Proöstrus): In dieser Phase verändert sich das Verhalten der Hündin und die Blutung tritt ein. Die Stärke der Blutung ist bei jeder Hündin sehr unterschiedlich, bei manchen fällt sie kaum auf, bei anderen wiederum ist sie relativ stark. Diese Phase dauert zwischen 6 und 11 Tagen, wobei es zu starken hormonellen Veränderungen kommt.
  • Brunst (Östrus): So werden die fruchtbaren Tage der Hündin bezeichnet. Man spricht auch von „Standhitze“, wenn die Hündin deckbereit ist. In diesem Abschnitt verändert sich das Verhalten stark, die Auswirkungen sind jedoch individuell unterschiedlich: Das Weibchen kann in dieser Zeit aggressiver oder auch liebevoller sein.
  • Nachbrunst (Metöstrus): Die Brunstsymptome klingen in dieser Zeit ab. Die hormonellen Veränderungen bilden sich langsam wieder zurück.
  • Zwischenbrunst (Diöstrus): Dieser Abschnitt hängt davon ab, ob die Hündin befruchtet wurde und in der Folge eine Trächtigkeit erlangt wurde. Wenn dies nicht der Fall ist, kann es trotzdem zu einer Vergrößerung der Drüsen kommen. Es handelt sich um eine Art „Scheinschwangerschaft“, was wir später noch genauer erklären werden.
  • Ruhephase (Anöstrus): So werden die Ruhepausen zwischen den Zyklen bezeichnet, die ungefähr vier Monate lang dauern. In dieser Zeit ist der Hormonhaushalt relativ stabil. Es ist die beste Zeit um das Tier nach Wunsch zu kastrieren.

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Der Jahresrhythmus ist sehr unterschiedlich, in der Regel tritt die Läufigkeit ungefähr zweimal im Jahr auf, doch auch ein- bis viermal liegt im Bereich des Normalen. Hündinnen werden ihr ganzes Leben lang läufig, es gibt keine altersbedingte Obergrenze.
Während der Standhitze, wenn das Weibchen deckbereit ist, zieht es Artgenossen durch Pheromone an, die für Rüden ganz besonders angenehm und attraktiv duften. In manchen Fällen kann die Hündin jedoch auch noch nach dieser Phase trächtig werden. 
Läufigkeit einer Hündin mit Wurf

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In manchen Fällen kann es vier bis neun Wochen nach der Läufigkeit zu einer Scheinträchtigkeit kommen. Es handelt sich um einen natürlichen Zustand, denn der Hormonspiegel ist bei trächtigen und nichtträchtigen Hündinnen fast gleich.

Dies kann für die Hündin auch psychologische Auswirkungen haben: Sie wird ganz besonders anhänglich und liebevoll, kann jedoch auch aggressiv werden und häufig schnappen. Möglicherweise schleppt sie Spielzeug oder Schuhe und andere Dinge zu ihrem Hundebett oder in eine Ecke.

Dieser Zustand kann 10 bis 30 Tage andauern.

Läufigkeit: nützliche Tipps

  1. Wenn nicht garantiert werden kann, dass die Hündin während ihrer Läufigkeit nicht gedeckt wird, empfiehlt sich eine Kastration. Es gibt zwei Möglichkeiten, einen chirurgischen Eingriff oder die chemische Kastration, wobei beide sehr effektiv sind und auch gewisse andere Vorteile für die Hündin haben.
  2. Durch die Kastration können bestimmte Krankheiten verhindert werden, zum Beispiel Gesäugetumore oder Infektionen der Gebärmutter. Darüber hinaus kann das Verhalten des Weibchens positiv beeinflusst werden.
  3. Es ist gefährlich, wenn eine Hündin bereits bei der ersten Läufigkeit trächtig wird, denn sie ist noch nicht komplett entwickelt und kann bei ihrem ersten Wurf Probleme haben. Deshalb empfiehlt es sich, die Hündin bereits vor der ersten Läufigkeit zu kastrieren.
  4. Es gibt auch Antikonzeptiva für Hundeweibchen, um eine unerwünschte Trächtigkeit über einen bestimmten Zeitraum zu verhindern, ohne das Tier jedoch kastrieren zu müssen.
  5. Eine Scheinträchtigkeit ist ein natürlicher Prozess, der sich durch veränderte Verhaltensweisen ausdrückt und durch Hormonveränderungen verursacht wird.
  6. Wenn du deine Hündin decken möchtest, vergiss nicht, dass sie einen großen Wurf haben kann und alle Welpen eine liebevolle Familie benötigen, die sich um sie kümmert. Du solltest dir deshalb davor gut überlegen, ob du diese Verantwortung übernehmen kannst.

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Die Verantwortung für ein Lebewesen ist sehr groß, du solltest dir deshalb jeden Schritt gut überlegen. Je mehr Information du über die verschiedenen Möglichkeiten hast, desto besser kannst du das Wohlbefinden deiner Hündin garantieren.

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