Wissenswertes über Tetanus bei Hunden

26. Oktober 2019
Tetanus kommt bei Hunden zwar nur selten vor, ist aber gefährlich. Erfahre alles über diese Krankheit, um im Ernstfall richtig reagieren zu können.

Vielleicht hast du dich schon einmal gefragt, ob Tetanus bei Hunden ebenfalls auftreten kann und warum sie nicht geimpft werden. Die Antwort ist, dass Hunde zwar Tetanus bekommen können, aber relativ resistent dagegen sind.

Deshalb kommt diese Krankheit bei Hunden nur selten vor. Dagegen sind Mensch und Pferd sehr anfällig für Tetanus, während auch Katzen sehr widerstandsfähig sind.

Ursachen von Tetanus bei Hunden

Verursacht wird die Krankheit durch eine Infektion mit der Bakterie Clostridium tetani, die durch Wunden in den Körper gelangt. Man muss wissen, dass C. tetani in einigen Böden von Natur aus vorhanden ist. Diese Bakterie ist nicht nur in oxidiertem Metall, sondern auch im Schmutz dieses Metalls vorhanden. Man muss sich diese Informationen immer vor Augen halten und vorsichtig sein, wenn man sich mit scharfen Gegenständen verletzt, egal ob sie rostig sind oder nicht.

Wissenswert ist auch, dass die Krankheit nicht durch die Bakterie selbst entsteht, sondern durch ein Neurotoxin namens Tetanospasmin ausgelöst wird.

Die Bakterien gelangen durch eine Wunde in den Körper und anschließend beginnt die Inokulation. Nach einigen Tagen bilden die Sporen der Bakterien eine sauerstoffarme Umgebung und beginnen, das Gift zu produzieren. Dieses verbindet sich mit dem Gewebe im Nervensystem und verursacht die klassischen Symptome von Tetanus.

Interessant ist auch, dass die Bakterien, die mit der Haut des Tieres in Kontakt kommen oder oral aufgenommen werden, kein Problem darstellen. Diese Bakterie braucht zur Produktion des Toxins sauerstoffarme Bedingungen.

Tetanus bei Hunden behandeln

Symptome von Tetanus

Die Symptome von Tetanus treten normalerweise 5-10 Tage nach der ersten Verletzung auf. In einigen Fällen können die Symptome jedoch auch früher oder bis zu drei Wochen nach der Einwirkung auftauchen.

Das Gift wirkt auf die Nerven, das Rückenmark und das Gehirn, was zu einer Übererregbarkeit führt und dadurch Muskelkrämpfe zur Folge hat. Bei Hunden können zwei Arten von Tetanus auftreten:

1. Lokalisierter Tetanus

Es ist die häufigste Form von Tetanus bei Haustieren. Betroffene Hunde entwickeln Muskelsteifheit in dem Bein oder den Muskeln, die der Wunde am nächsten sind.

Neben der Muskelsteifheit kann es auch zu Muskelzittern kommen. Lokalisierter Tetanus kann mit der Zeit zum generalisierten Tetanus übergehen, doch dies muss nicht der Fall sein.

2. Generalisierter Tetanus

In diesem Fall sind große Bereiche des Körpers beeinträchtigt. Betroffene Tiere gehen sehr steif, mit angehobenem oder nach hinten ausgestrecktem Schwanz.

Diese Tiere können so steif werden, dass sie ihre Beine nicht anwinkeln können, um aufzustehen. Viele entwickeln eine sogenannte „Sägebockhaltung“, bei der sich alle vier Beine in einer starren Stellung befinden.

Beim generalisierten Tetanus sind oft die Gesichtsmuskeln betroffen. Viele Tiere entwickeln erhöhte Augenlider und eine faltige Stirn aufgrund von Muskelkrämpfen. Zudem erstarren die Lippen in einem Ausdruck namens Risus sardonicus, was so viel wie „Teuflisches Lächeln“ bedeutet.

Die Kiefer sind oft starr geschlossen, was häufig als Erkennungszeichen dient. Betroffene Hunde können möglicherweise nicht schlucken, wodurch es zu Schwierigkeiten beim Fressen und zu übermäßigem Speichelfluss kommt.

In einigen Fällen kann Tetanus Muskelkrämpfe im Hals oder Zwerchfell (der Muskel, der die Atmung regelt) verursachen, die das Atmen des Hundes erschweren.

Fieber bei Hunden erkennen

Bei vielen Patienten mit generalisiertem Tetanus kommt es auch zu Fieber. Dieses Fieber ist in der Regel nicht auf eine bakterielle Infektion zurückzuführen, sondern wird durch die Hitze verursacht, die durch die ständige Muskelkontraktion entsteht.

Behandlung von Tetanus bei Hunden

Die Behandlung von Tetanus besteht in erster Linie aus einer allgemeinen unterstützenden Pflege. Diese Behandlung wird aufrechterhalten, während sich das Nervensystem des Hundes von Schäden durch die Auswirkung des Neurotoxins erholt.

Hunde mit generalisiertem Tetanus können nicht laufen. Aus diesem Grund benötigen sie eine sehr intensive Pflege. Diese Pflege umfasst die Verwendung von weicher Bettwäsche und die ständige Veränderung der Haltung des Tieres, um Geschwüre („Liegewunden“) zu vermeiden.

Darüber hinaus ist es in einigen Fällen notwendig, den Hund mit einer nasogastralen oder gastralen Sonde zu ernähren.

Außerdem muss man ihm auch dabei helfen, die Blase zu entleeren, um ihn nicht unangenehmen Reizen auszusetzen. Die Unterbringung des Hundes in einer ruhigen, dunklen Umgebung hilft, die durch Tetanusanfälle verursachten Beschwerden zu reduzieren.

Die Genesung kann Wochen oder sogar Monate dauern. Aber wenn das Tier ausgezeichnet gepflegt und versorgt wird, hat es die besten Chancen zu überleben.

Tetanus bei Hunden erkennen

Es gibt keine Schutzimpfung gegen Tetanus bei Hunden

Wenn du bemerkst, dass dein Hund Stacheldrahtwunden hat, solltest du sofort aufmerksam werden. Du fragst dich wahrscheinlich: Und was jetzt? Sollte er nicht eine Impfung gegen Tetanus bekommen?

Leider kann in diesem Fall kein Impfstoff verabreicht werden. Es gibt mehrere FDA-zugelassene Tetanus-Toxoid-Impfstoffe für Menschen, Pferde und Schafe, aber es gibt keinen Impfstoff gegen Tetanus bei Hunden.

Da Tetanus bei Hunden relativ selten ist, wird der Verkauf eines Tetanus-Toxoid-Impfstoffs für Hunde die Entwicklungskosten eines Pharmaherstellers wahrscheinlich nie ausgleichen. Kein Wunder also, dass es noch nicht entwickelt wurde.

Neben der wirtschaftlichen Seite gibt es auch moralische Aspekte bei der Entwicklung von Impfstoffen. Um zu untersuchen, ob ein Impfstoff gegen Tetanus bei Hunden wirkt, müssen die Forscher die Hunde zuerst mit Tetanus infizieren, um sie dann zu behandeln.

Die daraus resultierende Infektion und Erkrankung, die Behandlung und die möglichen Nebenwirkungen der Impfstoffe würden bei Versuchstieren zu erheblichem Leid und zu Todesfällen führen. Es ist deshalb unwahrscheinlich, dass dieser Impfstoff entwickelt wird.

Welche vorbeugenden Maßnahmen kann man treffen?

Als Erstes solltest du alle Wunden gründlich und vorsichtig reinigen. Bisse und Stichwunden stellen ein besonderes Risiko für die Entwicklung von Tetanus dar. Wenn dein Hund solche Verletzungen erleidet, wende dich an deinen Tierarzt.

Außerdem kannst du das Verhalten deines Hundes genau beobachten, falls er eine offene Wunde hat. Wenn du an der Stelle der Verletzung Steifheit bemerkst, warte nicht länger und suche sofort einen Tierarzt auf. Je früher Tetanus erkannt und behandelt wird, desto besser ist die Prognose!

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