Gestörter Geburtsverlauf bei Katzen: Was ist zu tun bei Dystokie?

Etwa 67 % der Dystokien hängen von der Mutter ab, während nur 29 % vom Fötus verursacht werden. In beiden Fällen ist ein Kaiserschnitt das häufigste Verfahren zur Behandlung dieser Komplikation.
Gestörter Geburtsverlauf bei Katzen: Was ist zu tun bei Dystokie?

Letzte Aktualisierung: 29. März 2022

Die Trächtigkeit bei Katzen endet in der Regel mit einer Geburt ohne Komplikationen. Die Kätzchen kommen sicher und gesund zur Welt. Trotzdem kann es in manchen Fällen zu Schwierigkeiten bei der Geburt kommen, wie z. B. bei einer Dystokie bei Katzen, die das Leben der Katze und ihrer Kätzchen gefährdet.

Eine Dystokie ist eines der seltensten Probleme bei der Geburt von Katzen, aber es ist sehr wichtig, einige Warnzeichen zu kennen, die darauf hinweisen, dass die Katze davon betroffen ist. Im folgenden Artikel gehen wir auf die häufigsten Anzeichen und Ursachen dieser Erkrankung ein, aber du solltest im Notfall immer zum Tierarzt gehen (egal wie geringfügig die Symptome auch erscheinen mögen).

Wie verläuft eine Trächtigkeit/Geburt bei Katzen?

Katzen sind ungefähr 56 bis 70 Tage trächtig und bringen dann einen Wurf von 1 bis 5 Kätzchen zur Welt. Vor der Geburt beginnen die Föten, sich richtig zu positionieren, um leichter ausgetrieben zu werden. Die trächtige Katze ändert in der Woche vor der Geburt ihr Verhalten, da sie versucht, sich so gut wie möglich auf die Geburt vorzubereiten.

Die Geburt wird in 3 verschiedene Phasen unterteilt, die sich durch das Verhalten der Katze und einige körperliche Anzeichen unterscheiden. Diese sind wie folgt:

  • Phase 1 (2-24 Stunden Dauer): In der Gebärmutter und dem Uterus setzen Kontraktionen ein, und die Katze wird unruhig, hechelt und erbricht vielleicht sogar. Normalerweise schnurrt sie ziemlich laut und eine klare Flüssigkeit tritt aus ihrem Genitalbereich aus.
  • Phase 2 (2-12 Stunden lang): Dies ist der Moment, in dem die Föten ausgetrieben werden; er dauert durchschnittlich 12 Stunden. Normalerweise liegen 30 bis 60 Minuten zwischen dem Austritt der einzelnen Jungtiere, aber manchmal können sie auch innerhalb weniger Minuten geboren werden.
  • Stufe 3 (tritt gleichzeitig mit Stufe 2 auf): Die Nachgeburten (Plazentas) – eine pro Katzenjunges – werden ausgeschieden. Dieses Stadium wechselt sich normalerweise mit dem zweiten Stadium ab, allerdings nicht unbedingt zur gleichen Zeit, da manchmal mehr als ein Jungtier herauskommt, bevor die Plazenta in Sicht kommt.

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Gestörter Geburtsverlauf bei trächtigen Katzen: Was ist zu tun bei Dystokie?

Was ist eine Dystokie bei Katzen?

Als Dystokie bezeichnet man medizinisch eine schwierige Erfahrung. In unserem Fall werden damit Geburten beschrieben, bei denen die weibliche Katze Schwierigkeiten hat, ihren Nachwuchs auszutreiben. Dieses Problem wird in Phase 2 der Geburt deutlich, wo bei einer Dystokie das erste Kätzchen mehr als 60 Minuten braucht, um herauszukommen. Wenn das passiert, zögere nicht, deinen Tierarzt anzurufen, denn es ist sehr wahrscheinlich, dass deine Katze eine Notfallversorgung benötigt.

Obwohl dieses Problem normalerweise zum Zeitpunkt der Geburt erkannt wird, kann man mit pränatalen Tests  feststellen, ob sie eine Dystokie vorliegt oder nicht. So kann der Tierarzt die Trächtigkeit überwachen und das Risiko von Komplikationen verringern.

Ursachen der Dystokie bei Katzen

Dystokien werden nach den Faktoren eingeteilt, die die Komplikationen verursachen, die von der Mutter oder dem Fötus ausgehen können. Beide Arten von Dystokien unterscheiden sich voneinander und müssen daher spezifisch behandelt werden. Einige ihrer Merkmale sind im Folgenden aufgeführt:

  1. Mütterliche Dystokie: Dass die Kleinen „steckenbleiben“, liegt am Muttertier, das meist einen engen Beckenkanal oder eine Gebärmutterträgheit hat, bei der sich der Uterus schlecht oder gar nicht kontrahiert. Im ersten Fall hat das Becken nicht die richtige Größe (aufgrund von Missbildungen, Brüchen oder Unreife), und die Jungtiere können nicht richtig ausgestoßen werden. Im zweiten Fall fehlen die Kontraktionen in der Gebärmutter oder sind nicht ausreichend, sodass es für die Katze unmöglich ist, die Föten auszutreiben.
  2. Fetale Dystokie: Die Föten selbst können Behinderungen darstellen und Komplikationen bei der Geburt verursachen, wenn sie Missbildungen haben, zu groß sind oder sich in einer unpassenden Ausgangsposition befinden.

Veranlagung zur Dystokie

Obwohl die Dystokie eine seltene Komplikation ist, haben einige Rassen, wie z. B. brachycephale Rassen (Perser, Himalayan-Katze, Munchkin-Katze, oder die Schottische Faltohrkatze) eine Inzidenz von bis zu 10 %. Das hat in der Regel mit der genetischen Ausstattung bestimmter Katzenarten zu tun, da Inzucht die Zahl der Missbildungen bei Mutter und Föten erhöht.

Auch Katzen, die zu alt oder zu jung sind, neigen häufiger zu Dystokie, da ihr Körper nicht (mehr) auf die Geburt vorbereitet ist. Achte bei der Zucht auf das Fortpflanzungsalter deines Tieres und stelle seine Gesundheit immer an erste Stelle.

Und als wäre das nicht genug, ist es auch wichtig, den Vater der Kätzchen zu berücksichtigen. Ein auffallender Größenunterschied zwischen den Elterntieren könnte zu größeren Föten in der Gebärmutter der Mutter führen. Das würde bedeuten, dass die Katze nicht in der Lage ist, unter normalen Bedingungen zu gebären. Dann wird eine Notfallversorgung erforderlich.

Warnzeichen für eine Dystokie

Eine Dystokie ist ein Problem, das meistens erst zum Zeitpunkt der Geburt erkannt wird, da es nicht zum Standardverfahren gehört, dass das Tier vor der Geburt untersucht wird. Aus diesem Grund gibt es einige Warnzeichen, die du beachten solltest, wenn deine Katze sehr bald gebären wird. Wir empfehlen, dass du zum Tierarzt gehst, wenn du eines der folgenden Symptome bemerkst:

  • Seit dem Einsetzen der Wehen ist mehr als eine Stunde vergangen, aber das erste Kätzchen ist noch nicht herausgekommen.
  • Die Katze miaut laut und zeigt deutliche Anzeichen von Schmerzen.
  • Dein Tier war 70 Tage oder länger trächtig, bevor die Wehen einsetzten.
  • Du kannst bereits einen Teil des ersten Fötus sehen, aber er wurde noch nicht ausgetrieben. Versuche nicht, ihn selbst herauszuholen, du könntest dabei das Kätzchen oder die Mutter verletzen.
  • Die Katze sieht müde und schlapp aus und hat viel erbrochen.
  • Das Vorhandensein von übel riechenden Vaginalsekreten.

Diese Warnzeichen können während der Wehen schwer zu erkennen sein. Aus diesem Grund ist es ratsam, zu einem pränatalen Check-up beim Tierarzt zu gehen, um mögliche Risiken schon vor der Geburt auszuschließen.

Behandlung der Dystokie

Da die Dystokie durch verschiedene Faktoren verursacht wird, gibt es auch verschiedene Möglichkeiten, sie zu behandeln. Dazu muss der Tierarzt eine Diagnose stellen und herausfinden, was das vorliegende Problem ist. Je nachdem, was der Tierarzt oder die Tierärztin feststellt, wird er oder sie wahrscheinlich eine von drei Behandlungen vorschlagen:

  1. Medizinische Behandlung: Wenn die Dystokie auf das Ausbleiben der Wehen zurückzuführen ist, ist es möglich, diese mithilfe von Medikamenten auszulösen. Dies ist in der Regel eine gute Option. Wenn das Problem vor der Geburt erkannt wird, kann man den medizinischen Prozess planen.
  2. Manipulative Behandlung: Wenn die Föten falsch positioniert sind, kann der Tierarzt versuchen, ihre Lage zu korrigieren, um die Geburt zu erleichtern. Mit anderen Worten: Er hilft der Katze bei der Geburt, indem er Kätzchen bewegt oder manuell entfernt.
  3. Chirurgische Behandlung: Fachleute machen einen Kaiserschnitt, bei dem die Kätzchen operativ aus dem Mutterleib entfernt werden. Dies ist normalerweise die beste Option in Notfällen, wenn keine Zeit für eine Diagnose bleibt oder das Leben der Mutter in unmittelbarer Gefahr ist.
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Prognose

Wenn die Dystokie rechtzeitig behandelt wird, haben die Katze und die Jungtiere eine gute Überlebenschance. Bedenke allerdings, dass Föten manchmal an den Geburtsbedingungen sterben können. Um einen tödlichen Ausgang zu vermeiden, ist es am besten, dieser Situation vorzubeugen und zum Tierarzt zu gehen. Auf diese Weise kannst du sicherstellen, dass sowohl das Muttertier als auch ihr Wurf überleben.

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