Warum kratzen Hunde an der Tür?

Hunde kratzen aus vielen Gründen an der Tür, hauptsächlich deshalb, weil sie nach draußen wollen. Hier zeigen wir dir, was die Ursachen für dieses Verhalten sind und wie du es abstellen kannst.
Warum kratzen Hunde an der Tür?

Letzte Aktualisierung: 19. Dezember 2021

Der Haushund hat eine gemeinsame Sprache mit dem Menschen entwickelt, da beide Arten seit etwa 27.000 Jahren (einigen Quellen zufolge sogar seit 40.000 Jahren) zusammenleben. Wenn wir unserem pelzigen Freund in die Augen schauen, können wir daher oft verstehen, was er von uns möchte.

Trotz der Verbindung, die wir Menschen mit dieser Spezies haben, gibt es einige Verhaltensaspekte von Hunden, die uns immer noch Rätsel aufgeben. Zum Beispiel dieses Rätsel: Warum kratzt mein Hund ständig an der Tür? Auch wenn uns dieses Verhalten auf den ersten Blick zum Schmunzeln bringt, kann es sich auf Dauer zu einem ernsten Problem entwickeln. Hier erfährst du, warum dein Hund sich so verhält und wie du das Kratzen abstellen kannst.

Warum kratzen Hunde an der Tür?

Wenn dein Hund draußen ist, ist die Antwort auf diese Frage sehr einfach: Er hat genug davon, im Garten zu spielen und will wieder ins Haus. Ein erwachsener Hund kann bis zu sechs Stunden allein in der Wohnung bleiben (wenn er sich gut benimmt), aber nach dieser Zeitspanne wird er nervös und sucht aktiv nach deiner Aufmerksamkeit.

Andererseits kann es auch vorkommen, dass dein Hund mit offensichtlicher und sogar übertriebener Dringlichkeit von innen an der Tür kratzt. Er tut dies aus folgenden Gründen:

  • Der Hund muss ins Freie, um sich zu erleichtern: Es ist nicht empfehlenswert, dass ein Hund länger als 6–8 Stunden am Stück zu Hause bleibt, denn dann muss er Urin und Kot absetzen. Obwohl Hunde den Harn bis zu 10 Stunden halten können und bis zu 48 Stunden keinen Kot absetzen müssen, ist es nicht empfehlenswert, so viele Stunden mit dem Gassigehen zu warten.
  • Der Hund hat etwas gehört oder sein Geruchssinn hat etwas Interessantes „gemeldet“: Hunde können Dinge hören, die in viermal längerer Distanz passieren, als Menschen in der Lage sind wahrnehmen. Der Geruchssinn eines Hundes ist sogar 50-mal feiner als unserer. Vielleicht hat dein Hund draußen etwas gehört und möchte auf Erkundungstour gehen – und die Besitzerin oder der Besitzer hat es nicht einmal gemerkt.
  • Sie sind gelangweilt: Hunde neigen dazu, den Außenbereich ihres Zuhauses mit dem Adjektiv „anregend“ zu assoziieren, sowohl körperlich als auch geistig. Wenn dein Hund an der Tür kratzt und der letzte Spaziergang noch nicht lange her ist, braucht er vielleicht ein Spielzeug oder möchte, dass du dich mit ihm beschäftigst.
  • Sie wollen Aufmerksamkeit: Wenn du deinen Hund rufst oder anschreist, wenn er an der Tür kratzt, assoziiert er diese Handlung als eine geeignete Möglichkeit, deine Aufmerksamkeit zu bekommen. Dieses Verhalten kann positiv verstärkt werden, sogar wenn es unfreiwillig geschieht.

Dies sind zwar die Hauptgründe, warum Hunde an der Tür kratzen, aber es gibt noch viele weitere. Wenn du vermutest, dass dieses Verhalten deines Hundes pathologisch ist oder auf eine andere Erkrankung wie zum Beispiel Stereotypie hinweist, empfehlen wir dir, so schnell wie möglich einen Hundeethologen aufzusuchen.

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Warum kratzen Hunde an der Tür?

Kratzt dein Hund nachts an der Tür?

Wenn dein Hund vor deiner Schlafzimmertür steht und daran kratzt, während du schläfst, kannst du dir durchaus Sorgen machen. Es ist zwar normal, dass dein Hund tagsüber nach draußen muss, aber es ist nicht normal, dass er die ganze Nacht über deine Aufmerksamkeit sucht (erst recht nicht, wenn es sich um einen erwachsenen Hund handelt).

Leider ist dieses Verhalten oft ein Anzeichen für eine Störung, die als Trennungsangst bezeichnet wird. Diese Erkrankung führt dazu, dass der Hund übermäßig an seinem Besitzer hängt. Das kann bis zu zerstörerischem, selbstverletzendem und gewalttätigem Verhalten führen, wenn sein Mensch nicht in der Nähe ist. Ein Hund mit diesem Krankheitsbild ist sehr ängstlich, wenn er allein ist.

Bis zu 17,2 % der Hunde leiden unter Trennungsangst, vor allem solche, die als Welpen nicht richtig sozialisiert wurden.

Wie du deine Türen vor dem Verkratzen schützen kannst

Jetzt weißt du, warum dein Hund ständig an der Tür kratzt. Wir müssen aber noch herausfinden, wie du deine Türen schützen kannst! Hier sind ein paar Methoden, die dir dabei helfen können:

Installiere eine Hundeklappe

Hundeklappen, Türen oder Rampen sind ideal für Menschen, die eine Außenterrasse haben. Diese Installationen ermöglichen es deinem Haustier, das Haus nach Belieben zu verlassen und zu betreten. Dann kann dein Hund in den Garten oder auf die Terrasse gehen, ohne dass er jedes Mal deine Aufmerksamkeit erregen muss. Achte nur darauf, dass das Tier genug Platz hat, um durchzukommen, ohne stecken zu bleiben.

Diese Installationen sind natürlich nicht für Hunde geeignet, die in Städten leben und keinen Auslauf haben.

Errichte eine Barriere

Wenn dein Hund nicht in den Garten oder auf die Terrasse gehen kann oder du einfach nicht willst, dass dein Hund das Haus verlässt, kannst du eine physische Barriere errichten. Sie hindert den Hund daran, die Tür zu erreichen.

Babyzäune (oder kindersichere Tore) erfüllen diese Aufgabe recht gut, aber du kannst auch spezielle Hundezäune kaufen. Denke in jedem Fall daran, dass dies nur eine vorübergehende Lösung ist. Auch wenn dein Hund keinen Zugang zur Tür hat, wird er immer noch ängstlich, gelangweilt oder durch etwas anderes angeregt sein, das Haus verlassen zu wollen.

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Lege eine Routine fest

Wenn dein Hund zu bestimmten Zeiten am Tag an der Tür kratzt, schreibe die genaue Zeit in ein Notizbuch. Beobachte anschließend, ob die Zeitpunkte variieren oder nicht. Wahrscheinlich kratzt dein Hund zu bestimmten Zeiten an die Tür, nämlich dann, wenn er seine Notdurft verrichten muss. Wenn möglich, empfehlen wir dir, deine Routine an die Bedürfnisse deines Hundes anzupassen.

Ignoriere deinen Hund, wenn er an der Türe kratzt

Es kann sehr ärgerlich sein, wenn dein Hund an der Tür kratzt – vor allem dann, wenn er große Krallen hat, die die Tür beschädigen können. In diesen Fällen ist es am besten, das Tier zu ignorieren, wenn es dieses Verhalten ausführt. Das verhindert, dass dein Hund seine Tätigkeit mit einer Belohnung verbindet. In diesem Fall besteht diese darin, sofort deine Aufmerksamkeit zu bekommen.

Wenn du willst, dass dieses Verhalten aufhört, belohne deinen Hund nicht. Schenke ihm keine Aufmerksamkeit, bis er das Kratzen leid ist. Belohne ihn erst dann, wenn er sich beruhigt hat: entweder mit einer Streicheleinheit, einem Leckerli oder einem Ausflug nach draußen. Positive Verstärkung sollte darauf abzielen, die Aktivität zu beenden; die Aktivität selbst sollte nicht belohnt werden.

Warum kratzen Hunde an der Tür?

Wie du siehst, gibt es viele Gründe, warum ein Hund das Bedürfnis verspürt, an der Tür zu kratzen. Es gibt auch viele Lösungen, deren Umsetzung in die Praxis aber nicht immer zum Erfolg führt. Wenn keine der oben genannten Lösungen hilft, empfehlen wir dir, einen professionellen Hundetrainer zu konsultieren. Dein Hund hat vielleicht eine Störung, die behandelt werden muss.

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