Vitamin C bei Hunden: Was sagt die Wissenschaft dazu?

23. März 2020
Vitamin C bei Hunden kann von großem Nutzen sein, ist aber nicht für alle Haustiere geeignet. Erfahre in diesem Artikel, was du alles beachten musst.

Im Gegensatz zum Menschen können Hunde Vitamin C (Ascorbinsäure) in ihrem Körper produzieren. Aufgrund dieser Fähigkeit haben Ernährungswissenschaftler die Einnahme von Vitamin C bei Hunden für unnötig erachtet.

Bis vor kurzem haben die Hersteller von Hundefutter ihren Produkten nur selten Vitamin C zugesetzt. In einigen Fällen wurde das Vitamin eher wegen seiner konservierenden Wirkung als wegen seines Nährwerts hinzugefügt.

Wirkungen und Nutzen dieses Vitamins

Vitamin C wirkt im Körper als Antioxidans. Die Oxidation ist die chemische Reaktion von Sauerstoff, wenn er sich mit einer anderen Substanz verbindet.

Beim Stoffwechsel des Körpers werden die Kalorien, die dein Haustier aufnimmt, durch den Oxidationsprozess verarbeitet. Wenn also der Körper „Kalorien verbrennt“, produziert er sowohl die Wärme als auch die Energie, die der Körper für sein einwandfreies Funktionieren benötigt.

Allerdings kann zu viel oder zu wenig Sauerstoff im System giftige Nebenprodukte, die so genannten freien Radikale, erzeugen. Diese Radikale können sowohl die Zellstruktur schädigen als auch die Immunantwort und die DNA-Codes verändern.

Hier ist Vitamin C von Bedeutung, das den Sauerstoff abfängt und die freien Radikale beseitigt. Auf diese Weise schützt es die Zellen vor Zerstörung oder Veränderung durch Oxidation.

Daher ist Vitamin C eine regenerierende Substanz, die die Zerstörung von Gewebe und Kollagen hemmt. Dies erfolgt durch das Zusammenwirken mit den anderen Vitaminen und Mineralien, die den Körper und seine Systeme schützen.

Golden Retriever

Medizinische Anwendung von Vitamin C bei Hunden

Vor mehr als fünf Jahrzehnten haben zwei Studien den therapeutischen Nutzen von Vitamin C bei Hunden, die vom Staupe-Virus betroffen sind, nachgewiesen.

Belfield (1967) beschrieb den Nutzen von intravenösem Vitamin C bei dreitägigen Behandlungen. Er führte seine Studien in einer Versuchsreihe mit 10 Hunden durch.

Leveque (1969) bewies, dass die Behandlung mit Vitamin C eine Schlüsselrolle bei der Genesung von Erkrankungen des zentralen Nervensystems spielt. Diese Studien hat er an an insgesamt 16 Hunden durchgeführt.

Es wurden mehrere Studien an Hunden mit Verbrennungen durchgeführt. Bei einer davon stellte man fest, dass die Einnahme von Vitamin C den oxidativen Stress verringerte. Darüber hinaus reduzierte es den mikrovaskulären Verlust von Proteinen und Flüssigkeiten (Matsuda, 1993).

Vor kurzem hat sich die Wirkung von Vitamin C bei Hunden bei der Behandlung von Herzproblemen gezeigt. Außerdem trägt dieses Vitamin bei der Bekämpfung von oxidativem Stress und zur Verbesserung von Herzrasen bei (Carnes und Kol., 2001, Shiroshita-Takeshita, 2004).

Aufgrund seiner Rolle bei der Gesunderhaltung der Kollagene ist dieses Vitamin bei der Verzögerung degenerativer Erkrankungen nützlich. Dazu gehören degenerative Gelenkkrankheiten, Hüftdysplasie und Wirbelsäulenerkrankungen (Hastings, 2004).

Von besonderem Interesse ist der Bericht über die Wirkung von Vitamin C bei Hunden, die vom kognitiven Dysfunktionssyndrom (CDS) betroffen sind. Diese Erkrankung ist bei älteren Hunden weit verbreitet; man vergleicht sie mit einer Demenz wie der Alzheimer-Krankheit beim Menschen.

Bei diesen Hunden hat das Vitamin C nachweislich dazu beigetragen, die damit verbundenen Symptome zu lindern und die Degeneration zu verlangsamen.

Vitamin C bei Hunden

Nebenwirkungen bei der Verwendung von Vitamin C bei Hunden

Meistens ist der Einsatz von Ascorbinsäure für Tiere problemlos. Allerdings ist bekannt, dass ein übermäßiger Gebrauch des Vitamins zur Bildung von Nierensteinen führen kann.

Bei hohen Dosen können außerdem Darmreizungen und Durchfall auftreten, und in sehr seltenen Fällen kann sich eine Anämie entwickeln.

Darüber hinaus kann Vitamin C zu Wechselwirkungen mit anderen verschreibungspflichtigen Medikamenten wie Cyclosporin, Tetracyclin, Betablockern, Schleifendiuretika, Aspirin und Paracetamol führen.

Bei der Behandlung von Hunden mit Vitamin C ist die Rasse von Bedeutung

Leider wissen viele Tierhalter nicht, ob bei ihrem Haustier die Gefahr besteht, Nierensteine zu entwickeln. Auf jeden Fall sollte Vitamin C vermieden werden, wenn ein Haustier Vorfahren hat, bei denen sich Oxalat-Steine gebildet haben.

Bei Rassen mit hohem Risiko wie Schnauzer, Lhasa Apso, Yorkshire Terrier, Zwergpudel, Shih Tzu und Bichon Frise sollte eine Nahrungsergänzung vermieden werden.

Mithilfe einer Urinuntersuchung auf Kristalle kann dein Tierarzt feststellen, ob dein Hund bedenkenlos Vitamin C einnehmen kann.

Nicht übertreiben

Es ist wichtig, dass du deinen Tierarzt konsultierst und ihn über alles informierst, was du deinem Haustier gibst. Vergiss nicht, ihn immer zu fragen, bevor du deinem Hund irgendeine neue Nahrungsergänzung gibst.

Bei Vitamin C hängt die Dauer der Verabreichung von der zu behandelnden Erkrankung ab. Berücksichtige immer die Reaktion des Tieres und Hinweise auf mögliche Nebenwirkungen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Vitamin C zwar eine großartige therapeutische Ergänzung zur tierärztlichen Behandlung darstellt, aber möglicherweise nicht für alle Haustiere geeignet ist.

Bitte beachte, dass du Ascorbinsäure zwar rezeptfrei erhälst, es aber äußerst wichtig ist, die Dosierungsanweisungen deines Tierarztes zu befolgen.

  • Belfield, W. O. (1967). Vitamin C in treatment of canine and feline distemper complex. Veterinary medicine, small animal clinician: VM, SAC, 62(4), 345-348.
  • Leveque, J. I. (1969). Ascorbic acid in treatment of the canine distemper complex. Veterinary medicine, small animal clinician: VM, SAC, 64(11), 997-9.
  • Carnes, C. A., Chung, M. K., Nakayama, T., Nakayama, H., Baliga, R. S., Piao, S., … & Bauer, J. A. (2001). Ascorbate attenuates atrial pacing-induced peroxynitrite formation and electrical remodeling and decreases the incidence of postoperative atrial fibrillation. Circulation research, 89(6), e32-e38.
  • Shiroshita-Takeshita, A., Schram, G., Lavoie, J., & Nattel, S. (2004). Effect of simvastatin and antioxidant vitamins on atrial fibrillation promotion by atrial-tachycardia remodeling in dogs. Circulation, 110(16), 2313-2319.
  • Matsuda, T., Tanaka, H., Yuasa, H., Forrest, R., Matsuda, H., Hanumadass, M., & Reyes, H. (1993). The effects of high-dose vitamin C therapy on postburn lipid peroxidation. The Journal of burn care & rehabilitation, 14(6), 624-629.
  • Pan Y, Landsberg G, Mougeot I, Kelly S, Xu H, Bhatnagar S, Gardner CL and Milgram NW (2018) Efficacy of a Therapeutic Diet on Dogs With Signs of Cognitive Dysfunction Syndrome (CDS): A Prospective Double Blinded Placebo Controlled Clinical Study. Nutr. 5:127.