Auslauf für Hunde: welches ist das richtige Maß?

28. Februar 2019
Zuviel Auslauf kann genau so wie zu wenig zu Verhaltens- und Gesundheitsproblemen bei Hunden führen. Deshalb ist es grundlegend, das richtige Maß zu finden, damit unsere Fellnasen ihr körperliches und geistiges Wohlsein behalten.

Im Fernsehen und im Hundepark hören wir ständig, dass unsere Fellnasen mehr Auslauf brauchen. Dennoch scheint es gerade so, als würde es Fips & Co. besser auf der Couch gefallen. Welches ist also das richtige Maß an Auslauf für Hunde?

Die Natur der Hunde

Nicht nur wir Menschen, sondern auch alle Tiere brauchen ein gewisses Maß an Bewegung. In vielen Fällen hängt die Gesundheit der Lebewesen davon ab, dass ihr Körper sich regelmäßig und ausreichend bewegt.

Das unterstützt nicht nur die Vorbeugung gegen Übergewicht und Adipositas, sondern tut auch dem Herzen, dem Geist und den Hormonen gut.

Gibt es nicht genügend Auslauf für Hunde, so entwickeln sie leichter Krankheiten und ihr Verhalten leidet ebenfalls darunter.

Alle Lebewesen verfügen über ein gewisses Ausmaß an Energie, das sie täglich loswerden müssen. Schaffen sie das nicht durch Bewegung, so verwandelt sie sich in unerwünschte Verhaltensweisen.

Ein Übermaß an Auslauf für Hunde ist jedoch ebenfalls schädlich. So kann es zu Verletzungen, Schmerzen und anderen Beschwerden kommen. Zu viel Bewegung wirkt sich außerdem auch auf das Verhalten aus, denn die Vierbeiner verhalten sich dann oft zerstörerisch.

Hat ein Hund Muskelkater, dann beginnt er, alles in seiner Reichweite zu kratzen oder zu zerkauen.

Wieviel Auslauf für Hunde ist täglich notwendig?

Hunde sind eigentlich recht ruhige Tiere. Sie sind als Faulpelze bekannt und das hat auch seinen Grund: ihr Körper kann viele Stunden täglich schlafen. Nicht mal in der Natur legen sie viele Kilometer zurück, um an ihr Futter zu kommen. Sie fressen einfach, was sie in der Nähe finden.

Die Bewegung, die wir ihnen zukommen lassen, sollte also auch das berücksichtigen. Wir müssen ebenfalls an die Größe, das Alter und weitere körperliche Merkmale denken.

Selbst wenn sie sehr nervös erscheinen, sollten wir einen Welpen nie dazu zwingen, sich zu bewegen. Die Kleinen verbrauchen ihre Energie ganz allein beim Spiel. Wir müssen also mit ihnen so lange spielen, bis sie von selbst müde werden.

Es ist allerdings keinesfalls ratsam, ein Tier, das nicht vollständig ausgewachsen ist (bis sie etwa ein einhalb oder zwei Jahre alt sind), extra Fitness oder Bewegung abzuverlangen.

Ausgewachsene Hunde zwischen zwei und fünf Jahren dürfen uns auf unserer Fitnessroute begleiten, falls sie Lust darauf haben. Dabei müssen wir allerdings beachten, dass auch sie – genau wie wir Menschen – sich zuerst aufwärmen müssen.

Nach dem siebten Lebensjahr beginnen die Knochen und Gelenke zu altern. Ab diesem Zeitpunkt müssen wir also die Fitnessübungen etwas reduzieren.

Lasse dich auch vom Tierarzt beraten

Solange der Tierarzt uns keine andere Anweisungen gibt, ist es eigentlich nicht nötig, einen Hund dazu zu zwingen, neben uns oder hinter einem Ball herzurennen, damit er ausreichend Bewegung bekommt. Drei ordentliche Spaziergänge täglich sollten eigentlich als Auslauf für Hunde reichen.

Für einen erwachsenen Hund sind drei Spaziergänge von je einer halben Stunde komplett ausreichend. Die Fellnasen gehen ja nicht geradeaus, so wie wir, und deshalb legen sie auch viel mehr Strecke zurück.

Mit ein bisschen Glück begegnet dein Vierbeiner im Park noch einem Kumpel und die beiden jagen sich dann gegenseitig ein wenig über die Wiese.

Wie oft muss ein Hund raus zum Gassi?

Diese tägliche, natürliche Art von Bewegung ist am besten für unsere Hunde. Es gibt ihnen das Gefühl, einen Sinn im Leben zu haben, weil sie interessante Dinge erschnüffeln, während sie sich bewegen.

Außerdem haben sie so die Freiheit anzuhalten, wenn sie genug haben.

Die Größe des Hundes ist wichtig

Natürlich müssen wir an die Größe und andere körperliche Merkmale des Hundes denken, wenn wir uns überlegen, wie viel Auslauf er wohl braucht. Kleine Hunde müssen sich nicht nur mehr anstrengen, um dasselbe wie ein mittelgroßer oder großer Hund zu erreichen, ihr Körper ist auch empfindlicher.

Sehr große Hunde leiden oft unter Gelenkschmerzen und Hunde mit kurzen Pfoten aber langem Rücken sollten keine weitere Fitness abgesehen von den täglichen Spaziergängen betreiben.

Für einen Hund einer Zwergrasse ist das tägliche Gassi eigentlich schon mehr als sie wirklich brauchen.

Um eine Antwort auf die Frage zu finden, wie viel Auslauf für Hunde notwendig ist, musst du deine Fellnase zuerst gründlich beobachten und gut kennenlernen.

Wie ist sein Körper, sein Gesundheitszustand, sein Alter, seine Lust auf Bewegung? Viele Faktoren beeinflussen die Antwort.

Vergiss nicht die mentale Stimulierung

Wenn wir über Fitness bei Hunden reden, dann denken fast alle nur an körperliche Bewegung, aber nur wenige denken an geistige Stimulierung.

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Es nützt überhaupt nichts, wenn der Hund eine halbe Stunde einem Ball hinterher hetzt und sich dann beim Heimkommen zu Tode langweilt. Auch Langeweile führt zu zerstörerischem Verhalten und schlechtem Benehmen.

Decken wir also sein Bedürfnis an körperlicher Bewegung durch Spaziergänge, so sollten wir uns ebenfalls um sein geistiges Wohlergehen kümmern.

Mentale Stimulierung für die Fellnase

Dabei ist es sehr einfach, einem Hund etwas zum Nachdenken zu geben. Es reicht schon, 10 Minuten täglich den Geist des Hundes zu fördern.

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Das können wir auch ganz ohne Spielzeug schaffen, indem wir ihm neue Gerüche vorstellen, ihn an einen neuen Ort bringen, den er erschnüffeln darf oder ihm auch neue Hundefreunde vorstellen. Wir können auch ein paar Leckerbissen im Haus verstecken, die er dann suchen muss.

Es gibt außerdem auch interaktives Hundespielzeug, Hundepuzzle oder Geruchsteppiche, die unserem Hund mentale Stimulierung bieten.

Bevor du entscheidest, wie viel Auslauf und Fitness dein Hund braucht, musst du sein Alter und seinen Körper berücksichtigen.

Vernachlässige auch nicht das geistige Training, denn das Wohlergehen und Verhalten deiner Fellnase hängt ebenfalls hiervon ab.