Die Krähe als Haustier: total verrückt?

· 9. Januar 2019
Ihre Größe und ihr Bedürfnis nach viel Raum zum Fliegen sind vielleicht die größten Hindernisse. Wenn man sie jedoch in einem frühen Alter zähmt, dann werden sie zu sehr anhänglichen Tieren.

Für einige ist es ein Wesen des Teufels, für andere einfach nur ein weiteres Tier. Doch dann gibt es auch jene, die sich eine Krähe als besten Freund zulegen. Es stimmt, dass man die Krähe schon seit Jahrhunderten als Begleittier schätzt.

Wie hält man einen solchen Vogel? Die Antwort ist einfacher, als man denkt. Ihre Bedürfnisse sind ähnlich denen eines Papageien oder Kakadus.

Die Krähe: ein ganz besonderes Tier

Krähen sind Zugvögel und von Natur aus Aasfresser. Sie ernähren sich von der Beute oder den Überresten anderer Tiere. Außerdem sind sie auch Allesfresser, die sich problemlos sowohl von Pflanzen als auch von anderen Tieren ernähren können.

Es ist wichtig zu wissen, dass Krähen sehr revierbezogene Tiere sind. Sie tolerieren kein anderes Tier jeglicher Spezies in ihrem Umfeld, das nicht zu ihrem Schwarm gehört. Sobald sie bemerken, dass jemand nicht zu ihrer Familie gehört, beginnen sie, dieses Wesen zu attackieren und zu misshandeln.

In ihrem natürlichen Lebensraum ernähren sie sich größtenteils von den Eiern kleinerer Vögel und Körnern. Da dieses Menü ihnen aber nicht täglich zur Verfügung steht, sind diese Tiere ebenfalls geschickte Jäger kleinerer Tiere.

Die Krähe ist ein sehr geselliger Vogel, der viel intelligenter als so manch anderes Tier ist. Ihre Intelligenz ist so weit entwickelt, dass sie ein menschliches Gesicht ohne größere Probleme wiedererkennen kann.

Deshalb meinen viele Menschen, dass die Krähe einen idealen Freund machen würde, wenn man weiß, wie man sie von Anfang an richtig behandelt und respektiert. 

Die Krähe ist ein ganz besonderes Tier

Ist es schwierig, eine Krähe als Haustier zu halten?

Wenn du versuchst, ein freilebendes Tier zu zähmen, dann ist es wahrscheinlich, dass es dich wiedererkennt und dir erlaubt, dich ihm anzunähern. Doch das bedeutet nicht, dass du es geschafft hast.

Der Vogel toleriert nämlich deine Gegenwart und nähert sich dir nur deshalb an, weil er dich als eine Futterquelle ansieht.

Ziehen wir unsere Krähe jedoch vom Kükenalter an auf, dann führt das zu einem ganz anderen Ergebnis. Wir wissen, dass Tiere uns lieb gewinnen, wenn sie uns von jung auf kennen. Das bedeutet, dass sie ein tiefes Vertrauen zu uns entwickeln.

Dank ihrer Fähigkeit, Gesichter wiederzuerkennen, bereit es den Krähen keine Schwierigkeit, Familienmitglieder zu erkennen. Das gilt ganz besonders für diejenigen, die sie täglich füttern.

Im Gegensatz zu anderen Hausvögeln, darf eine Krähe nicht viel Zeit in einem Käfig verbringen. Die Flügel des Tieres gehen kaputt, wenn es sie nicht regelmäßig benutzt.

Wenn es nicht ohne Käfig geht, dann sollte man einen sehr großen wählen, damit das Tier sich bewegen kann.

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Krähen sind allerdings auch fähig, ihren Käfig zu öffnen und auszubüchsen. Das bedeutet, dass dies kein Tier für kleine Wohnräume ist. Die größten Unterarten können bis zu 70 cm groß werden, mit einer Spannweite der Flügel von bis zu 150 cm.

Vorteile einer Krähe als Haustier

Wenn du es geschafft hast, eine Krähe als Haustier aufzuziehen, dann bietet diese dir viele Vorteile gegenüber anderen Vögeln. Krähen sind Jäger, deshalb halten sie Insekten fern von deinem Heim.

Ein besonderes Merkmal der Krähen ist, dass sie mehr Worte als ein Papagei wiederholen können.

So kommt es, dass Krähen sich viel menschliches Vokabular aneignen und manche von ihnen sogar den Zusammenhang zwischen Wort und Bedeutung verstehen.

Wilde Krähen

Viele Menschen halten Krähen für widerspenstig und aggressiv. Das stimmt, aber nur wenn sie in Freiheit leben. Gezähmte Krähen verhalten sich ganz anders. Sie gehen sehr liebevoll und zärtlich mit ihren Familienmitgliedern um. 

Manche Exemplare sind sogar recht verspielt, doch das ist nicht immer der Fall.

Die Ernährung von Krähen ist nicht kompliziert, denn sie können sowohl andere Tiere als auch verschiedene Arten Korn fressen. Der Fall von Rudi zeigt, wie diese Tiere sich verhalten, wenn sie liebevoll aufgezogen wurden.

Negative Aspekte

So viel Zuwendung gibt es nicht umsonst: Krähen sind sehr eifersüchtige Tiere. Gezähmte und auch wilde Krähen tolerieren keine anderen Tiere in ihrem Umfeld, denn sie sind sehr revierbewusst.

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Solltest du ein oder mehrere andere Haustiere haben, so überlege dir lieber noch einmal gut, ob du wirklich eine Krähe aufziehen möchtest.

Krähen sind aufgrund ihres hohen Intellektes sehr interessante Tiere und es scheint, als ob wenigstens ein Gerücht über sie wahr wäre. Sie lieben wirklich glänzende Gegenstände! Deshalb klauen sie auch manchmal Dinge, die ihnen nicht gehören und verstecken sie.

Solltest du die notwendige Geduld und den Willen haben, dann kannst du dir bestimmt eine Krähe zu einem lebenslangen Freund machen.