Vorsicht vor der Winkelspinne!

· 18. März 2018
Diese kleinen Tierchen verstecken sich an schwer zugänglichen Stellen im Haus und können mit ihrem Biss schwere gesundheitliche Reaktionen beim Menschen auslösen

Die „Loxosceles laeta“, auch als Winkelspinne bekannt, versteckt sich häufig an schwer zugänglichen Stellen, wie z. B. Rissen oder Spalten in der Wand oder hinter Möbeln. Sie gilt als eine der gefährlichsten und giftigsten Spinnen ihrer Art. Ihr Biss kann starke Reaktionen auslösen und im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen.

Die Winkelspinne: Lebensraum und Eigenschaften

Ihr wissenschaftlicher Name lautet „Loxosceles laeta“ und sie ist ursprünglich in Südamerika – vor allem in Chile, Peru, Ecuador, Argentinien und Uruguay – beheimatet. Man findet sie jedoch auch in anderen Breitengraden, wie im Süden der USA und in Mexiko.

Diese Spinnenart misst mit ausgestreckten Beinen zwischen 8 und 30 Millimeter und besitzt einen dicken Körper, wobei die Weibchen größer als die Männchen sind. Im Unterschied zu anderen Spinnenarten besitzt die Winkelspinne „nur“ sechs Augen: ein Paar große Augen, die nach vorne ausgerichtet sind und zwei seitliche Paare, die ihr eine Sicht von 300° ermöglichen.

Dank ihrer braunen, schwarzen oder graubraunen Färbung ist die Winkelspinne in ihrer Umgebung perfekt getarnt. Zusätzlich besitzt sie seitlich und oberhalb ihres Brustkorbs kleine Abzeichen, die an eine Art Geige erinnern.

Winkelspinne in der Natur

Verhalten und Biss der Winkelspinne

Die meist nachtaktive Winkelspinne verlässt ihr Versteck häufig nur in warmen Sommernächten. Obwohl sie das ganze Jahr über aktiv ist, nimmt ihre Aktivität mit zunehmender Kälte ab. Sie bevorzugt dunkle, staubige und schmutzige Orte, aus denen sie nur zum Jagen herauskommt.

Ihre Hautskelette verraten uns ihre Anwesenheit. Bis sie ausgewachsen ist, häutet sich diese Spinne drei Mal. Auch das Netz der Winkelspinne ist besonders: es besticht durch sein unregelmäßiges Design, sein baumwollartiges Aussehen und seine geradlinige Form.

Diese Spinne ist sehr schreckhaft und sobald sie eine vermeintliche Gefahr erkennt, läuft sie davon und kann dabei bis zu 15 km/h erreichen. Eine andere Verteidigung gegenüber Raubtieren oder Angriffen ist die Injektion ihres Giftes, welches 15-mal stärker als das einer Kobra und 10-mal stärker als Schwefelsäure ist.

Der Biss der Loxosceles laeta ist daher potenziell lebensbedrohlich. Das Gift löst das Gewebe auf und verursacht den Zelltod. Etwa vier Stunden nach dem Biss ist die Bisstelle deutlich zu erkennen, ist schmerzhaft und juckt.

Um die Symptome des Spinnenbisses zu lindern, sollte man Betroffenen unverzüglich erste Hilfe leisten. Dazu sollte man Eis oder einen kalten Umschlag auf die betroffen Stelle legen und einige Zeit ruhen lassen, die Stelle mit Wasser und Seife waschen und so schnell wie möglich in ein Krankenhaus oder zu einem Arzt fahren.

Winkelspinne im Haus

Die Vergiftung kann mit Antihistaminika, Analgetika oder Kortison behandelt werden. Wenn möglich sollte die Spinne eingefangen werden oder Überreste des Tieres mit zum Arzt genommen werden, damit dieser weiß, von welchem Tier der Biss stammt und er entsprechend Hilfe leisten kann.

Wenn alles normal verläuft, verschwindet der Biss nach etwa drei Tage wieder. Bei Komplikationen bekommen die betroffenen Personen Fieber, ihrer Nierenfunktion verschlechtert sich, sie leiden unter Blutarmut und akuter tubulärer Nekrose. Die Sterblichkeitsrate beim Biss der Winkelspinne liegt bei 25%.

Es ist außerdem wichtig zu wissen, dass die Verabreichung des Inokulums zur Bekämpfung der Vergiftung den Menschen nicht gegen eine erneute Vergiftung immun macht. Das bedeutet, dass wenn diese Person in Zukunft wieder von einer Winkelspinne gebissen wird, kann sie die gleichen schwerwiegenden Symptome entwickeln.

So kann man sich vor der Winkelspinne schützen

Sauberkeit ist der beste Weg, die Ausbreitung der Winkelspinne im Haus zu verhindern. Besonders wichtig ist die gründliche Reinigung der Stellen, die nicht so häufig geputzt werden: hinter Bildern an der Wand, hinter Betten mit Schubladen, hinter großen und schweren Möbeln, in den hohen Hausecken, unter Pflanzen, die an der Hausmauer wachsen, unter Holzhaufen und Ansammlungen verschiedener Gegenstände, usw. Beim Saubermachen dieser Stellen sollten Handschuhe getragen werden und ein Staubsauger mit großer Saugkraft verwendet werden.

Außerdem wird dazu geraten, das Haus frei von Fliegen und anderen fliegenden Insekten zu halten, von denen sich diese Spinne ernährt. Dazu können Klebstreifen als Fallen aufgehängt oder Insektizide verwendet werden.

Eine andere Art der Bekämpfung der Winkelspinne, ist der Einsatz von Tigerspinnen. Sie sind die natürlichen Feinde der Winkelspinne und für den Menschen ungefährlich.