Wissenswertes über das Natura 2000 Netzwerk

22. Januar 2020
Das Natura 2000 Netzwerk ist ein europäisches ökologisches Netz, das aus Schutzgebieten zur Erhaltung der biologischen Vielfalt besteht.

Das Natura 2000 Netzwerk ist ein europäisches ökologisches Netz, das aus Schutzgebieten zur Erhaltung der biologischen Vielfalt besteht. Es ist Teil der Initiativen der Europäischen Union zur Erhaltung von Naturgebieten und der Ressourcen unseres Naturerbes.

Wie entstand das Netzwerk Natura 2000?

1992 wurde nach Maßgaben der FFH-Richtlinie (Richtlinie 92/43/EWG) zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen das Netzwerk Natura 2000 geschaffen.

Dieses Netzwerk muss die Erhaltung oder Wiederherstellung eines geeigneten Erhaltungszustandes der natürlichen Lebensräume und der betreffenden Arten in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet gewährleisten.

Ziele der Habitat-Richtlinie

Die Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) zielt auf den Schutz der natürlichen Lebensräume und wildlebender Arten (mit Ausnahme der Vögel) in der Europäischen Union ab. Sie erreicht dies durch die Schaffung eines ökologischen Netzwerks und einer gesetzlichen Regelung zum Schutz der Arten.

Sie bestimmt mehr als 200 Lebensraumarten und über 900 Spezies von gemeinschaftlichem Interesse. Um diese zu erhalten oder wiederherzustellen, sind bestimmte Maßnahmen nötig.

Natura 2000 Vogelschutzgebiet

Andere Ziele

Die Richtlinie fordert die Herstellung funktionaler Verbindungen dieser Gebiete untereinander und mit der umgebenden Gebietsmatrix, um so die ökologische Kohärenz zu erhalten. Außerdem wird ein System zum globalen Schutz der wildlebenden Arten eingerichtet und ihre Ausgliederung reguliert.

Anhang V enthält Arten von gemeinschaftlichem Interesse, deren Fang in der Wildnis und deren Ausgliederung Gegenstand von Verwaltungsmaßnahmen sein können. Anhang VI enthält eine Liste der verbotenen Methoden und Mittel zum Fangen und Töten.

Welche Ziele verfolgte man mit der Schaffung von Natura 2000?

Das Natura 2000 Netzwerk ist auch mit der Vogelschutzrichtlinie (Richtlinie 2009/147/EG) über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten verbunden. Dies liegt daran, dass es auch Vogelschutzgebiete und deren erklärte Lebensräume umfasst.

Das Ziel von Natura 2000 ist es daher, die Erhaltung bestimmter Lebensräume und Arten zu gewährleisten. Zu diesem Zweck verfügt es über spezielle Gebiete zu ihrem Schutz und ihrer Erhaltung.

So besteht das Netzwerk aus:

  • Besonderen Schutzgebieten (Special Areas of Conservation – SAC), wo die natürlichen Lebensräume und die wilde Flora und Fauna, die sie beherbergen, geschützt werden.
  • Gebieten von gemeinschaftlicher Bedeutung (SCI). Sobald die entsprechenden Erhaltungsmaßnahmen abgeschlossen sind, werden die Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung von der Europäischen Union zu SAC erklärt.
  • Besonderen Vogelschutzgebieten (SPA).

Die ersten beiden werden im Rahmen der FFH-Richtlinie bestimmt, während die SPA im Rahmen der Vogelschutzrichtlinie geschaffen wurde.

Flamingos

Das Natura 2000 Netzwerk in Europa

Auf der Grundlage der Habitat-Richtlinie schlägt jeder Staat eine Liste von Gebieten vor, die von gemeinschaftlicher Bedeutung sind. Mit diesen nationalen Listen erstellt die Europäische Kommission in Zusammenarbeit mit den Staaten eine Liste mit Vorschlägen für Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung. Diese Liste wird dem Habitat-Ausschuss vorgelegt und bei positiver Stellungnahme endgültig von der Kommission genehmigt.

Nach der Verabschiedung der SCI-Liste ernennen die Staaten diese Gebiete so bald wie möglich als besondere Schutzgebiete.

Die Vogelschutzrichtlinie sieht kein standardisiertes Verfahren für die Auswahl und Bestimmung von Schutzgebieten vor. Sie schreibt lediglich vor, dass die verwendeten Kriterien wissenschaftlich sein müssen. Tatsächlich verwendet die Europäische Kommission die Inventarliste von BirdLife International als Referenzgrundlage.

Die SPA werden direkt von den Staaten festgelegt.

Natura 2000 in Deutschland

Iberischer Luchs

In Deutschland wurde Natura 2000 mit der Umsetzung in nationales Recht innerhalb des Bundesnaturschutzgesetzes (Kapitel 4, Abschnitt 2) im April 1998 sowie mit den Novellen des BNatSchG 2002 und 2007 rechtsverbindlich.

Das Netzwerk besteht in Deutschland derzeit aus 4544 SCI und 750 SPA. Zusammen decken sie eine Gesamtfläche von mehr als 54.500 km2 ab. Von dieser Gesamtfläche entfallen mehr als 33.000 km2 auf das Festland, was etwa 10 % des deutschen Territoriums ausmacht, und etwa 21.300 km2 auf die Meeresfläche.