Terrarien für Spinnentiere: Alles, was du wissen musst

Terrarien für Spinnentiere müssen bestimmte Bedingungen erfüllen, damit sich die Spinne wohl und sicher fühlt. Wir erklären dir, was du beachten solltest.
Terrarien für Spinnentiere: Alles, was du wissen musst

Letzte Aktualisierung: 14. August 2021

Terrarien für Spinnentiere? Ja, du hast richtig gelesen. Heutzutage sind Spinnen für viele Menschen zu Haustieren geworden. Aus diesem Grund ist die Notwendigkeit in den Vordergrund gerückt, Lebensräume zu gestalten, die ihrem natürlichen Lebensraum möglichst nahe kommen.

Die Haltung von Spinnen als Haustiere ist in der letzten Zeit auch aufgrund ihres Aussehens und Verhaltens sehr beliebt geworden. Man kann sagen, dass dies ein paradoxer Trend ist, wenn man bedenkt, dass Studien gezeigt haben, dass die Ablehnung von Spinnen eine evolutionsbedingte Angst ist. Wie du dir vermutlich denken kannst, haben Menschen eine Abneigung gegen alles, was potenziell gefährlich und schädlich ist.

Dennoch scheint ein Interesse zu bestehen, diese ängstliche Beziehung zu überwinden. Und daher entscheiden sich immer mehr Menschen dazu, sich Spinnen als Haustiere zu halten. Allerdings ist es wichtig, dass du ihnen einen besonderen Platz zur Verfügung stellst und die Risiken kennst, die die Haltung mit sich bringt. In unserem heutigen Artikel wollen wir dir daher alles Wissenswerte über die Gestaltung von Terrarien für Spinnentiere erzählen.

Vorteile einer Spinne als Haustier

Bevor du dir eine Spinne nach Hause holst und ihr ein Terrarium baust, solltest du wissen, dass Spinnen wie jedes andere Haustier eine angemessene Pflege und Versorgung benötigen. Allerdings gibt es dank ihrer Größe und ihres Verhaltens im Vergleich zu anderen Haustieren einige Vorteile. Unter ihnen können wir die folgenden hervorheben:

  • In den meisten Fällen passen sich Arachnida (Spinnentiere) recht gut an kleine Räume an. Tatsächlich ist dies auch in der Natur der Fall, da sie sich meist eine Höhle bauen und diese auch nicht verlassen, es sei denn, es ist unbedingt erforderlich.
  • Spinnen sind normalerweise Einzelgänger. Daher ist es nicht erforderlich, dass sie in ihren Terrarien Gesellschaft haben. Im Gegenteil: Da sie keine sehr geselligen Tiere sind, werden sie vermutlich jeden anderen Artgenossen angreifen.
  • Die Pflege von Terrarien für Spinnentiere ist einfach und kostengünstig. Da sie meist recht klein sind, musst du nach der Einrichtung keinen großen Aufwand mehr betreiben. Außerdem sind Spinnentiere sehr saubere Tiere, die einen Großteil der Arbeit selbst erledigen.
  • Da Spinnen räuberische Tiere sind, ernähren sie sich von kleinen lebenden Tieren wie Insekten und Eidechsen. Allerdings müssen sie nicht jeden Tag fressen. Ausgewachsene Tiere fressen in der Regel einmal pro Woche.
  • Spinnen sind nicht nur sauber, sondern auch leise und sehr ruhig, wobei dies von der jeweiligen Art abhängt.
Terrarien für Spinnentiere - Eine blaue Vogelspinne auf einem Baum.

Die Nachteile der Haltung von Spinnen in Terrarien

Die Haltung von Spinnen hat verschiedene positive Aspekte, aber auch Nachteile. Unter ihnen heben wir Folgendes hervor:

  • Die meisten Spinnen sind giftig. Ihre Bisse können allergische Reaktionen, Krämpfe oder aber auch sehr starke Schmerzen verursachen. Darüber hinaus gibt es auch tödliche Spinnenarten. Alle Spinnentiere greifen an, wenn sie sich bedroht fühlen. Allerdings tun sie dies in der Regel nicht grundlos.
  • Die exotischeren Spinnen erfordern mehr Pflege und komplexere Terrarien. Je nachdem, woher sie kommen, benötigst du möglicherweise Luftbefeuchter und Elektronik, um die Raumtemperatur zu regeln.
  • Ihre Lebenserwartung variiert je nach Art. Während die meisten Spinnentiere nur wenige Jahre leben, haben Vogelspinnen eine Lebenserwartung zwischen 20 und 30 Jahren. Und die Weibchen leben länger als die Männchen.
  • Da Spinnen sehr wendig und flink sind, musst du unbedingt darauf achten, dass das Terrarium für Spinnentiere stets geschlossen ist.

Terrarien für Spinnentiere: Alles, was du wissen musst

Nun, da du die Vor- und Nachteile einer Spinne als Haustier kennst, wollen wir dir alles Wissenswerte über Terrarien für Spinnentiere erzählen.

Eine gute Größe

Obwohl Spinnen in kleinen Räumen gut zurechtkommen, sollte das Terrarium mindestens doppelt so groß sein wie die Spinne. Nur so ist es möglich, den Bedürfnissen des Tieres gerecht zu werden. Die Spinne muss sich bewegen können und genügend Raum zur Verfügung haben, um ihre Netze für die Nahrungssuche zu bauen.

Im speziellen Fall von Vogelspinnen benötigst du ein Terrarium von mindestens 30 Zentimetern Länge.

Tropisches Klima

Das Terrarium muss bestimmte Bedingungen erfüllen, damit Spinnen darin überleben können. Du musst die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit und die Beleuchtung regulieren, um ein tropisches Klima möglichst genau zu simulieren. Obwohl dies für die meisten exotischen Spinnentiere optimal ist, gibt es andere Spinnenarten, die eher halbwüstenartige Bedingungen benötigen.

Terrarien für Spinnentiere: Kontrolle der Luftfeuchtigkeit

Wenn du eine Spinne in einem Terrarium hältst, ist es wichtig, eine bestimmte Luftfeuchtigkeit aufrechtzuerhalten. Zu diesem Zweck kannst du das Substrat ein- bis zweimal pro Woche mit einem Sprüher mit der erforderlichen Feuchtigkeit benetzen. Natürlich musst du darauf achten, dass du nicht die Spinne selbst oder andere Elemente damit besprühst.

Außerdem solltest du bedenken, dass einige Spinnentiere nur in Wüstengebieten vorkommen. Daher musst du dich genau über die Art informieren, die du dir anschaffen willst, denn zu viel Feuchtigkeit kann für manche Arten tödlich sein.

Zur genaueren Orientierung kannst du dir ein Hygrometer zulegen. Allerdings sind billige Hygrometer nicht zu 100 % zuverlässig.

Sonne und Schatten

Das Terrarium braucht einen kalten und einen warmen Teil, was nicht immer ganz einfach zu realisieren ist. Für den warmen Teil empfiehlt sich eine Wärmedecke unter dem Terrarium oder an der Rückseite, die jedoch nicht mehr als 40 % der Gesamtfläche ausmachen sollte. Auf diese Weise kannst du verschiedene Temperaturzonen in einem Terrarium erzeugen.

Terrarien für Spinnentiere: Schön, aber zweckmäßig

Ein schönes Terrarium gefällt dir in der Regel besser als der Spinne, die darin lebt. Dennoch kannst du das Zuhause deines Tieres nach Belieben dekorieren. Allerdings solltest du dabei natürlich nicht vergessen, dass das Terrarium für die Spinne, die darin leben soll, funktional sein muss.

Es ist wichtig, dass sich dein achtbeiniger Freund frei bewegen kann, ohne sich überfordert zu fühlen. Außerdem sollte die Spinne Platz haben, um sich ungestört ausruhen zu können. Stelle eine Schale mit Wasser auf, die du jeden Tag leicht auswechseln kannst. Darüber hinaus solltest du dafür sorgen, dass Frischluft durch die oberen Metallschlitze in die Anlage gelangt. Dennoch solltest du das Terrarium stets sehr gut verschlossen halten.

Folgende Punkte solltest du bei der Dekoration in Erwägung ziehen:

  • Steine
  • Kakteen, aber ohne Stacheln
  • Pflanzen
  • Kokosfasern
  • Stöcke und Zweige
Terrarien für Spinnentiere - ein Beispiel

Terrarien für Spinnentiere – baue dir dein eigenes!

Jetzt kennst du die wichtigsten Aspekte in Bezug auf Terrarien für Spinnentiere. Wenn du die Vor- und Nachteile einer Spinne als Haustier abgewogen und dich für eine Spinne entschieden hast, kannst du dein eigenes Terrarium bauen, wobei du immer die Bedürfnisse des Tieres berücksichtigen solltest.

Wir haben dir zwar die allgemeinen Haltungsanforderungen der gängigsten exotischen Spinnentiere aufgezeigt, aber du solltest bedenken, dass nicht alle die gleichen Bedürfnisse haben. Daher solltest du dich vor dem Kauf immer über die spezifischen Bedürfnisse deines Tieres informieren.

Es könnte dich interessieren ...
Springspinnen: Faszinierende Exemplare im Tierreich
Deine Tiere
Lies auch diesen Artikel bei Deine Tiere
Springspinnen: Faszinierende Exemplare im Tierreich

Salticidae sind kleine, faszinierende Springspinnen. Sie haben ein ausgezeichnetes Sehvermögen, ein komplexes Gefolge und eigentümliche Jagdgewohnh...



  • Mayol, Ll. Lesiones producidas por insectos, arácnidos y anfibios.
  • Hoehl Stefanie, Hellmer Kahl, Johansson Maria, Gredebäck Gustaf. Itsy Bitsy Spider…: Infants React with Increased Arousal to Spiders and Snakes. Frontiers in Psychology. Vol. 8. 2017.