Kornkäfer: „Die Plage der Vorratskammer“

3. Januar 2020
Der Kornkäfer gehört zur Familie der Rüsselkäfer und ist der in Europa am weitesten verbreitete Getreideschädling. Erfahre mehr zu diesem Thema!

Die Rüsselkäfer sind eine Gruppe von Käfern aus der Familie der Curculionidae. Innerhalb dieser Gruppe gibt es verschiedene Untergruppen. Die Untergruppe der Kornkäfer gehört zur Gattung Sitophilus.

Allgemeine Merkmale der Kornkäfer

Die Kornkäfer sind eine Untergruppe der Ordnung Coleoptera und der Familie Curculionidae. Alle Exemplare der drei Arten sind zwischen 2 und 4 Millimeter groß.

Eine Besonderheit dieser Gruppe ist ihr langer Rüssel, der an die Größe des Korns angepasst ist. Die drei Arten dieser Untergruppe haben einen schwarzbraunen Farbton, wobei jede von ihnen eigene Merkmale besitzt.

Befall

Der Befall erfolgt sowohl bei der Einfuhr von Getreide oder Körnern, als auch in den Feldkulturen selbst, in den Lagerhäusern, wo die Ernte gelagert wird, oder in den Transportfahrzeugen. Je nach Art findet man sie an dem einen oder anderen Ort.

Puppe vom Kornkäfer

Die Weibchen legen ein einziges Ei in das Korn und verschließen es mit einem schleimigen Sekret. Die Larvenphase und das Puppenstadium finden im Inneren des Korns statt. Aber sobald der Rüsselkäfer entwickelt ist, kommt er heraus.

Wenn der Rüsselkäfer das Innere des Korns verlässt, macht er ein großes Loch. Dieses Loch ist eines der Hinweise, die die Anwesenheit von Rüsselkäfern im Korn bestätigen.

Sitophilus granarius oder Kornkäfer

Dieser Käfer hat eine dunkelbraune, fast schwarze und glänzende Farbe. Sein Farbton ist heller als der der beiden anderen Arten. Außerdem hat er keine Flecken auf seinem Körper.

Kornkäfer: Sitophilus granarius

Obwohl sein Körper länglich und zylindrisch ist, überschreitet er weder 4 Millimeter, noch ist er kleiner als 2 Millimeter. Ein weiteres Merkmal dieser Art ist, dass ihr genauso wie allen aus derselben Familie, die Flügel fehlen.

Obwohl der Kornkäfer nicht fliegt, tritt der Befall sowohl bei der Einfuhr von Getreide oder Körnern, bei der Lagerung und in  Transportfahrzeugen selbst auf. Das Ungeziefer ernährt sich nicht von dem auf dem Feld angebautem Getreide.

Die Fortpflanzungsbedingungen des Kornkäfers sind sehr spezifisch. Er benötigt eine Temperatur zwischen 13°C und 35°C. Eine weitere Bedingung ist, dass das Korn eine Feuchtigkeit von 9,5 % haben muss.

Kornkäfer: Lebensraum und Verbreitung

Kornkäfer können sich in unterschiedlichen Klimazonen mit wechselnden Temperaturen aufhalten. Sie sind über ganz Europa verteilt.

Es wurde festgestellt, dass sowohl erwachsene als auch junge Exemplare gegen niedrige Temperaturen resistent sind. Nicht alle Arten dieser Untergruppe vertragen die Kälte.

Kornkäfer: Folgen des Befalls

Kornkäfer sind primäre Schädlinge. Das bedeutet, dass sie nicht nur das Getreide selbst befallen, sondern auch andere daraus hergestellte Produkte infiziert werden. Zum Beispiel Nudeln und Makkaroni.

Sowohl die erwachsenen als auch die jungen Exemplare ernähren sich von Getreide und kontaminieren es folglich mit ihren Exkretionen.

Die durch den Rüsselkäfer infizierten Körner sind aufgrund der großen Löcher, die durch den Austritt erwachsener Käfer entstehen, leicht zu erkennen. Diese Körner sind nicht mehr verwertbar, was erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen hat.

Sitophilus oryzae oder Reiskäfer

Die erwachsenen Exemplare dieser Art haben einen schwarzbraunen Körper mit Flecken. Die Flügeldecken zeigen einige gelbliche Flecken. Der Reiskäfer erreicht eine Länge zwischen 2,5 und 4 Millimeter.

Reiskäfer: Sitophilus oryzae

Äußerlich ist es nicht möglich, zwischen den Arten Sitophilus oryzae und Sitophilus zeamais zu unterscheiden. Dies ist nur durch die Sezierung der Genitalien möglich.

Auch diese Art braucht optimale Bedingungen, um sich entwickeln zu können. Sie benötigt Temperaturen zwischen 15°C und 34°C, sowie eine relative Luftfeuchtigkeit von über 40 %.

Sitophilus zeamais oder Maiskäfer

Der Maiskäfer gehört zur Untergruppe der Rüsselkäfer und ist der Kleinste der drei Arten. Sitophilus zeamais ist in tropischen und subtropischen Regionen verbreitet.

Maiskäfer: Sitophilus zeamais

Wenn sie sich in bereits eingelagerten Kulturen befinden, können sie manchmal in gemäßigte Zonen transportiert werden. Diese Art ernährt sich im Maisfeld.

Schäden durch die Rüsselkäfer

Wenn die Ausbreitung irgendeiner dieser Arten nicht kontrolliert würde, wären die Auswirkungen extrem schwerwiegend. Derzeit gibt es verschiedene Pläne, um diese Arten zu bekämpfen, einschließlich eines guten Lagersystems.

Der Schaden, den sie verursachen, ist charakteristisch und an den Löchern im Korn zu erkennen. Durch die entstehende Feuchtigkeit und Erwärmung des Getreides werden andere Insekten und Pilze angezogen.

Die Auswirkungen auf die Wirtschaft sind von großer Bedeutung, da diese Schädlinge die Qualität des Getreides und damit seine Vermarktung beeinträchtigen. Außerdem ist ihre Ausrottung äußerst schwierig.