Warum gibt es den Ichneumon in Spanien?

14. Juli 2019
Der Ichneumon ist ein recht unbekannter Fleischfresser, über dessen Ursprünge man sich nicht einig ist. Eine neue Entdeckung könnte uns dabei helfen, zu verstehen, wann er nach Spanien gelangte.

Der Ichneumon ist in Spanien ein nur wenig bekanntes Raubtier. Das liegt vielleicht daran, dass wir diese Tiere eher aus Afrika kennen. Diese Manguste ist die einzige, die man in Europa antrifft, konkreter gesprochen gibt es sie nur im Süden Spaniens.

Der Ichneumon, ein seltsames Tier in Europa

Der Ichneumon ist ein längliches Tier, das etwas dem Marder gleicht.

Sein Fell ist grau-bräunlich und genau wie auch der Marder, hat das Tier kurze Beinchen mit Krallen an den Pfoten, die es nicht einziehen kann. Diese verwendet es zum Buddeln und es ernährt sich von den Beutetieren die es fängt, welche hauptsächlich Nagetiere sind.

Der Blick des Ichneumon ist ebenfalls sehr interessant, da es sich um eine der wenigen Säugetierarten mit einer horizontalen Pupille handelt. Das erregt natürlich viel Aufmerksamkeit.

Am rätselhaftesten ist jedoch die Frage, wie ein eigentlich afrikanisches Tier an einen solch konkreten Ort in Europa kam. Alles deutet darauf hin, dass hier die Menschenhand mit ihm Spiel war, genau wie auch bei der Ginsterkatze.

Ichneumon auf Baumstamm

Der Ursprung des Ichneumon in Spanien ist sehr umstritten. Viele machen verschiedene Zivilisationen für seine Einführung auf der iberischen Halbinsel verantwortlich, wie etwa die Phönizier, die Karthager oder die Araber.

Die Einführung des Ichneumon in Spanien hat vermutlich denselben Grund, aus dem man im alten Ägypten die Tiere als Haustiere gehalten hat. Es liegt daran, dass sie sehr gute natürliche Plagenjäger sind. 

Der Ichneumon war vermutlich eine exotische invasive Spezies, bevor dieses Konzept überhaupt existierte. Heutzutage hat er sich jedoch sehr gut in das Ökosystem Südspaniens integriert.

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Der älteste Ichneumon Spaniens

Eine neue archäologische Entdeckung scheint in eine konkrete Richtung zu weisen, was den Ursprung des Ichneumon in Spanien angeht.

In einem Mausoleum des römischen Merida fand man zwischen den Resten von Haustieren (es waren fast alles Hunde) auch die Überreste eines Ichneumon, gerade so als handele es sich dabei um ein weiteres Haustier.

Die Tiere hatten klare Anzeichen, dass sie Haustiere waren, wie zum Beispiel einen geheilten Bruch bei einem prähistorischen Hund in Murcia.

Hierbei handelt es sich also um die Überreste des ältesten Ichneumon Spaniens, den man bisher fand. Dadurch kann man die These, dass die Araber den Ichneumon später eingeführt haben, ausschließen.

Der Fund beweist, dass es den Ichneumon schon vor 2.000 Jahren in Spanien gab und anscheinend stand er mit dem Menschen in enger Verbindung.

Ichneumon überquert Waldweg

Bei dem Fund im Mausoleum handelt es sich um ein Opferritual. Das kam zwar häufig bei den Römern bei Hunden vor, doch man hatte noch nie zuvor einen Ichneumon gefunden. Dieser Fund zeigt, dass dieses Tier ähnlich wie ein Hund mit den Familien lebte.

Diese Tiere waren sogar von einiger Bedeutung für die Römer, weshalb sie auch in ihren Mythen und Legenden vorkommen, wie etwa der Hund Kerberos.

Die Körper der Tiere waren von vielen Kelchen und Essensresten umringt. Das alles geschah um drei Grabkammern, was zeigt, dass es sich um eine Feier oder ein Ritual für eine Gottheit handelte.

Weitere Funde

Doch es war nicht der einzige Ichneumon, der neulich in Europa gefunden wurde. Im Schloss von Palmela und um Lissabon herum fand man mehrere der Tiere aus ähnlichen Zeitaltern.

In diesem Fall war es allerdings ein ganz anderer Kontext. Es scheint, als handele es sich um ausgewilderte Tiere in einer Höhle.

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Bedeutet das, dass diese Mangusten von den Römern gebracht wurden?

Nicht unbedingt, es heißt einfach nur, dass diese Tiere sich schon während des römischen Zeitalters auf der iberischen Halbinsel befanden. Die Ankunft des Ichneumon in Spanien könnte jedoch noch weiter zurückliegen.