Hirschrudel: Ernährung und Lebensraum

9. November 2019
An verschiedenen Orten der Welt gibt es Hirschrudel verschiedener Spezies, die sich auf der Suche nach Futter kilometerweit fortbewegen.

Es gibt Tiere, die ihr Leben allein verbringen und sich nur während der Balz- und Paarungszeit an andere ihrer Spezies annähern. Andere hingegen schließen lebenslange Parnterschaften ab und weitere Tiere leben in großen Gruppen, die zusammen von einem Ort zum nächsten ziehen. Hirschrudel gehören zu den letzteren.

Hirsche und Rehe gehören der Familie der Cervidae an. In dieser Familie gibt es viele verschiedene Spezies: der Elch ist die größte unter ihnen, er wiegt 450 Kilo. Das Zwergreh, das gerade mal 10 Kilo auf die Waage bringt, ist die kleinste Spezies.

Hirschrudel im Schnee

Generell gesprochen sind die Cervidae große, wiederkäuende Säugetiere, doch sie sind gedrungener als Pferde. Ihre Beine sind dünn, ihre Hufe gespalten, sie haben einen langen Hals, ein Geweih und es gibt verschiedene Anpassungen, je nach Spezies und Klimazone, in der sie sich befinden.

Wo leben große Hirschrudel?

Cervidae gibt es in verschiedenen Gebieten der Welt: in Europa, Asien, Amerika, Nordafrika und in einigen arktischen Zonen. In Australien und Neuseeland wurden sie durch den Menschen eingeführt.

Aufgrund ihrer weiten Verbreitung kann man verschiedene Hirschrudel in sehr unterschiedlichen Ökosystemen antreffen. Zu ihnen gehören Graslandschaften, Steppen, Wälder, Tundra, tropische Regenwälder und Gebirgswälder.

Das Gebiet, das Hirschrudel ihren Lebensraum nennen, ist sehr umfangreich: es kann mehr als 40 Kilometer umfassen. Dort kann man dann die Tiere in Gruppen, Rudeln oder auch allein vorfinden.

Cervidae wie das Karibu führen jährlich lange Wanderschaften auf der Suche nach Futter durch. Sie ziehen tausende von Kilometern weit durch die Tundra und wärmere Gebiete.

Wie leben große Hirschrudel_

Am häufigsten trifft man die männlichen Hirsche allein und voneinander getrennt an. Es handelt sich um revierbezogene Wesen und jedes einzelne Tier verteidigt sein Revier. Die Weibchen kann man in Gruppen oder mit ihren Jungen sehen.

Die Männchen grenzen ihr Revier ab, indem sie Pheromone verbreiten, dadurch dass sie stark aufstampfen oder sich mit dem Kopf an Bäumen reiben, damit diese ihren Geruch annehmen. In den Hufen und dem Kopf befinden sich nämlich die Drüsen, welche die Pheromone freisetzen.

Während der Paarungszeit kämpfen die Männchen untereinander um einen Harem von Weibchen, doch diese Verhaltensweise ist bei verschiedenen Spezies von Cervidae unterschiedlich.

Kampf unter Hirschen

Dieser Kampf ist höchst ritualisiert, um die Verletzungen zu vermeiden, die eine wirkliche Aggression des Geweihs mit sich brächte. Die Bewegungen folgen einer Richtlinie und unterscheiden sich voneinander. Das Ziel ist es, die Attribute des Individuums zu zeigen, um den Gegner einzuschüchtern. Das nennt man auch agonistisches Verhalten.

Wovon ernähren sich Hirsche?

Hirsche sind Pflanzenfresser, ihre Ernährung besteht grundsätzlich aus hölzernen Pflanzen und Gräsern. Gräser gibt es normalerweise in höherem Ausmaß während der Frühlingszeit, während die Bedeutung der hölzernen Pflanzen im Herbst und Winter zunimmt.

Kiefern und fast alle Nadelholzbäume sind ihr hauptsächliches Futter in Europa. Die Sprossen von leguminösen Sträuchern und Gräser sind ebenfalls bevorzugtes Futter für die Spezies.

Je nach Region, in der die Tiere sich aufhalten, kann die Proportion an Gräsern und holzigen Pflanzen variieren. Außerdem fressen sie auch Flechten, Blätter und Stiele und mit ihren Hufen kratzen sie im Boden auf der Suche nach Wurzeln und Knollen.

Kitz ernährt sich

Je nach Jahreszeit verschmähen sie ebenfalls keine Wildfrüchte, Eicheln und Pilze. Oft hat man sie auch dabei ertappt, in naheliegende Äcker einzubrechen. Das kann manchmal zum Problem werden, da die Landwirtschaft in ihren natürlichen Lebensraum eindringt.

Wie wir schon zu Anfang erwähnt haben, sind Hirsche Wiederkäuer. Das bedeutet, dass sie Futter wieder hochwürgen und zwei Mal verdauen. Dadurch gelingt es ihnen, alle Nährstoffe aufzunehmen, die ihnen sonst nicht zur Verfügung ständen.

Der Verdaungstrakt von Hirschen ist wie der aller Wiederkäuer in vier Teile dividiert (Pansen, Netzmagen, Blättermagen und Labmagen). Im Pansen befinden sich Mikroorganismen, die fähig sind, Pflanzencellulose zu verdauen und Produkte herzustellen, die der Organismus als Energiequelle verwenden kann.

  • Venadopedia
  • I. Garin, A. Aldezabal, R. García–González & J. R. Aihartza. Composición y calidad de la dieta
    del ciervo (Cervus elaphus L.) en el norte de la península ibérica. Animal Biodiversity and Conservation 24.1 (2001).