Entdecke fünf Fledermausarten

Obwohl sie in Gruselgeschichten oft als Blutsauger auftauchen, ernähren sich in Wirklichkeit nur wenige von ihnen von Blut. Alle 1.200 Arten dieser Familie ernähren sich von Früchten oder Insekten.
Entdecke fünf Fledermausarten
Laura Huelin

Geschrieben und geprüft von der Hundetrainerin Laura Huelin.

Letzte Aktualisierung: 18. Mai 2024

Fledermäuse (Microchiroptera) sind die einzigen Säugetiere, die fliegen können. Dank dieser einzigartigen Eigenschaft konnten sie sich fast überall auf der Erde ansiedeln. Entgegen dem Aberglauben ernähren sich fast alle Fledermäuse von Früchten oder Insekten. Wir laden dich ein, in diesem Artikel fünf erstaunliche Fledermausarten zu entdecken.

Grundlagen über Fledermausarten

Fledermäuse sind nach den Nagetieren die zweitgrößte Familie im Tierreich. Fachleute schätzen, dass es etwa 1.200 verschiedene Fledermausarten gibt. Die Zahl steigt allerdings, da alle paar Jahre neue Arten entdeckt werden.

Fledermäuse leben fast überall auf der Welt. Mit Ausnahme der Pole sind sie über die ganze Welt verbreitet. Wie bei einer so großen Familie nicht anders zu erwarten, hat dies zu sehr unterschiedlichen Evolutionsmechanismen geführt: Die kleinsten Fledermäuse wiegen nur wenige Gramm, während die größten fast ein Kilogramm auf die Waage bringen.

1. Zwergfledermaus

Die Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) ist die kleinste der europäischen Fledermausarten. Sie ist nur 6 cm lang und hat eine Flügelspannweite von 20 bis 25 cm, wenn sie ihre Flügel voll ausbreitet. Das Säugetier ist bräunlich oder gräulich gefärbt, manchmal fast schwarz, aber der Bauch hat einen helleren Farbton.

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Zwergfledermäuse haben kleine Ohren und eine kurze Schnauze. Sie ernähren sich hauptsächlich von fliegenden Insekten wie Fliegen und kleinen Schmetterlingen. Diese Art überwintert vom Spätherbst bis zum Frühjahr. Zwergfledermäuse leben sowohl im Winterschlaf als auch im Sommer in großen Gruppen.

Diese Fledermausart lebt häufig in Gebäuden, weshalb menschliche Siedlungen als Lebensraum sehr begehrt sind. Es sind diese kleinen Fledermäuse, die wir in der Dämmerung in Dörfern in der Nähe von Wäldern sehen können.

2. Eine weitere Familie aus der Ordnung der Fledertiere: die Flughunde

Der Goldkronen-Flughund (Acerodon jubatus) hingegen ist eine der größten Fledermausarten, die es gibt. Er ernährt sich ausschließlich von Früchten (vorzugsweise Feigen) und Blütennektar und spielt daher eine wichtige Rolle als Bestäuber in seinem Lebensraum.

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Er benutzt kein Echoortungssystem. Der Flughund orientiert sich durch Sehen und Riechen. Das ist ganz anders als bei den meisten anderen Fledermausarten, deren Sehvermögen kaum ausreicht, um verschwommene Formen oder Hell und Dunkel zu unterscheiden.

Wie der Name schon sagt, ähnelt sein Gesicht dem eines Hundes. Die Schnauze ist lang und spitz, die Augen sind im Vergleich zu anderen Fledermäusen groß und die Ohren sind dreieckig und aufrecht. Sein Körper ist mit einem rötlichen Fell bedeckt.

Der Goldkronen-Flughund lebt auf einigen Inseln Ozeaniens: Malaiische Halbinsel, Philippinen, Sumatra, Borneo… Die Art ist nicht bedroht, wird aber wegen des Rückgangs der Population genau beobachtet.

3. Vampirfledermaus

Die Vampirfledermäuse (Desmodontinae) sind ein Taxon der Fledermäuse. Entgegen dem Aberglauben ernähren sich nur drei Arten ausschließlich von Blut. Körperlich unterscheiden sie sich von den fruchtfressenden Fledermäusen durch ihre kurze, flache Schnauze und die kleinen Ohren.

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Um ihre Beute zu fangen, sehen sie die Infrarotstrahlung, die von Körpern ausgeht, in denen Blut fließt. Zudem hören sie deutlich die langsame Atmung schlafender Tiere. So wissen Vampirfledermäuse, wo sich Arterien befinden, welche leichter zugänglich sind und wann sie sich ihrer Beute nähern müssen.

Im Gegensatz zu anderen Fledermäusen sind sie nachtaktiv und kommen erst bei völliger Dunkelheit heraus. Ihre Beute sind in der Regel größere Tiere oder Vögel, und es gibt eine Art, die sich auch von Menschenblut ernähren kann.

Diese drei Arten sind auf dem gesamten amerikanischen Kontinent verbreitet. Sie leben nur in bestimmten Teilen Mexikos, Chiles, Argentiniens und Brasiliens. Die größte Gefahr für den Menschen ist die Übertragung von Parasiten oder Viren wie Tollwut.

4. Die kleinste Fledermausart: die Schweinsnasenfledermaus

Wie der Name schon sagt, ist das auffälligste Merkmal der Schweins- oder Hummelfledermaus (Craseonycteris thonglongyai) seine schweineähnliche Schnauze. Doch damit enden die Ähnlichkeiten, denn diese Fledermaus ist um vieles kleiner als ein Schwein oder Ferkel. Das Tier wiegt gerade mal 2 Gramm und ist damit eines der kleinsten Säugetiere überhaupt.

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Quelle: http://greenarea.me

Sie lebt in Westthailand und Teilen von Burma und bewohnt sehr feuchte Gebiete wie Höhlen in der Nähe von Flussufern. Diese Art ist leider vom Aussterben bedroht.

5. Graues Langohr

Eine Fledermausart, die auf der Iberischen Halbinsel vorkommt. Das Graue Langohr (Plecotus austriacus) lebt jedoch in bewaldeten Gebieten in den Baumkronen fernab von menschlichen Siedlungen.

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Wie der Name schon sagt, sind die Ohren außergewöhnlich lang und liegen in Ruhe hinter dem Kopf. Die Ohren sind so groß, dass sie die doppelte Größe des Kopfes erreichen können. Der Körper der Fledermaus ist mittelgroß: Er ist zwischen 3 und 6 cm lang. Das Graue Langohr hat eine Flügelspannweite von fast 25 cm, sodass die Ohren sehr auffällig sind.

Fledermäuse kommen oft in Gruselgeschichten vor, aber nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Die meisten Fledermäuse ernähren sich von Früchten oder Insekten und sind für den Menschen ungefährlich. Einige spielen eine Rolle bei der Bestäubung und der Schädlingsbekämpfung.


Dieser Text dient nur zu Informationszwecken und ersetzt nicht die Beratung durch einen Fachmann. Bei Zweifeln konsultieren Sie Ihren Spezialisten.