Die Fossa, das eigenartigste Raubtier Madagaskars

8. Juni 2019
Die Fossa ist das dominante Raubtier der Insel und wird bei Einheimischen als teuflisches Tier betrachtet. Erfahre mehr über dieses einzigartige Säugetier.

Kannst du dir vorstellen, dass dieses so sympathisch wirkende Tier eines der größten Raubtiere Madagaskars ist? In diesem Artikel erfährst du alles über die Fossa, einen dominanten Fleischfresser.

Ein einzigartiges Raubtier

Ihr wissenschaftlicher Name ist Cryptoprocta ferox und sie ist ein endemisches fleischfressendes Säugetier der Insel Madagaskar. Obwohl sie viele Ähnlichkeiten mit den Katzen hat, gehört sie zur Familie der Madagassischen Raubtiere, die alle aus der gleichen Region stammen.

Es ist das dominante Raubtier der Insel, da es keine anderen fleischfressenden Säugetiere auf ihr gibt. Sie ist außerdem (nach dem Menschen) der größte Feind der Lemuren.

Die enorme Größe der heutigen Fossa (bis zu doppelt so groß wie eine Hauskatze) ist auf den sogenannten insularen Gigantismus zurückzuführen. Dieses Phänomen ist eine evolutionäre Reaktion jener isolierten Arten, die weder natürliche Feinde noch Konkurrenten in ihrem Umfeld haben.

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Körperliche Merkmale der Fossa

Die Männchen sind etwas größer als die Weibchen und erreichen eine Länge von etwa 80 Zentimetern (die Weibchen erreichen 70 Zentimeter). Der Schwanz kann fast einen Meter lang werden, während das Gewicht bei den Männchen etwa 10 Kilo und bei den Weibchen 7 Kilo beträgt.

Fossa: körperliche Merkmale

Beide Geschlechter haben kurzes Fell, rötlich, gestromt oder braun. Der Kopf ist klein im Vergleich zum restlichen länglichen und muskulösen Körper, eine Eigenschaft, die sie mit den Mangusten teilt.

Zudem heben sich die großen runden Ohren, die dunkle Nase und die braunen hervorstehenden Augen hervor, mit denen sie nachts besser sehen kann. Die Fossa hat auch lange Schnurrhaare im ganzen Gesicht.

Eines der besonderen körperlichen Merkmale der Fossa sind die äußeren Geschlechtsorgane: Männchen haben einen Penis, der sich zwischen ihren Vorderbeinen befindet.

Die Weibchen zeigen bis zum Alter von zwei Jahren eine „vorübergehende Vermännlichung“, da sie eine vergrößerte Klitoris haben, die man mit einem Pseudopenis verwechseln kann.

Die Füße sind mit einziehbaren Krallen (wie bei Katzen) ausgestattet und ihre nackten Ballen ermöglichen es ihr, sich an Felsen oder Ästen festzuhalten. Sie hat eine plantigrade Gangart und kann von Baum zu Baum springen, um ihre Beute zu fangen.

Verhalten und Fortpflanzung der Fossa

Die Fossa ist hauptsächlich nachtaktiv. Sie versteckt sich am liebsten in trockenen Wäldern mit weit auseinander stehenden Bäumen und einer üppigen Strauchvegetation um sie herum.

Sie jagt Lemuren, indem sie auf sie springt, während sie die Vögel im Flug fängt. Manchmal ernährt sie sich von Amphibien, Insekten, Reptilien und kleinen Säugetieren.

Sie ist ein Einzelgänger und ein sehr territoriales Tier, das das Gebiet durch Sekrete kennzeichnet, die von ihren Duftdrüsen produziert werden. Dies ist bei beiden Geschlechtern üblich, doch das Weibchen entscheidet, welcher Bewerber sich zur Fortpflanzung nähern darf.

Auch während des Geschlechtsverkehrs ist es das Weibchen, das sich von seinem Liebhaber zurückziehen kann.

Die Fossa lebt auf Madagaskar

Die Anzahl der Nachkommen pro Wurf ist unterschiedlich. Sie werden zahnlos und nackt geboren und sind bis zum Alter von einem Jahr ganz von der Mutter abhängig. Die Jungtiere sind grau oder weiß und erreichen mit drei Jahren die Geschlechtsreife.

Erhaltungszustand der Fossa

Aufgrund ihres Verhaltens und ihres Körperbaus gilt die Fossa auf der Insel Madagaskar als ein „teuflisches“ Tier. Es gibt viele Legenden über dieses Säugetier. Vor allem die, die behauptet, dass sie nachts hinausgeht, um Babys zu entführen.

Deshalb zögern viele Einheimische nicht einen Moment lang, sie zu jagen oder zu töten, auch wenn es sich um eine von der lokalen Regierung geschützte Art handelt.

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Die Jagd und die Zerstörung des natürlichen Lebensraums sind die beiden Hauptursachen dafür, dass die Population der Fossa abnimmt. Man schätzt, dass weniger als 2.500 Exemplare in freier Wildbahn leben.

Der Ruf, den die Fossa erlangt hat, stimmt nicht mit ihrem wahren Verhalten überein. Sie ist sehr folgsam und kann sogar als Haustier gehalten werden. Sie ist sehr anhänglich und kann in Gefangenschaft bis zu 20 Jahre alt werden.

Die Fossa ist ein eigenartiges Tier, wie die meisten, die sich auf der Insel Madagaskar befinden.

  • Hawkins, C. E., & Racey, P. A. (2009). A novel mating system in a solitary carnivore: The fossa. Journal of Zoology. https://doi.org/10.1111/j.1469-7998.2008.00517.x