Brauchen Wohnungkatzen sensorische Anreize?

Da aus Gesundheits- und Sicherheitsgründen häufig empfohlen wird, Katzen in der Wohnung zu halten, sind sensorische Anreize wichtig, um die Entwicklung von unerwünschtem Verhalten zu vermeiden.
Brauchen Wohnungkatzen sensorische Anreize?

Letzte Aktualisierung: 05. Dezember 2022

Katzen sind von Natur aus neugierige, abenteuerlustige, intelligente und sehr sensible Tiere. Obwohl die Haltung im Haus verhindert, dass sie sich verirren, überfahren werden, sich Krankheiten einfangen oder sich vergiften, kann der Mangel an Reizen, die ansonsten im Freien zu finden wären, bei Stubentigern zu aggressivem, zerstörerischem Verhalten, Stress und Angst führen. Brauchen Katzen also sensorische Stimulation, wenn sie in der Wohnung gehalten werden?

Die Lösung liegt hier definitiv nicht darin, unseren Haustieren den Zugang zur Außenwelt zu verwehren. Stattdessen gibt es verschiedene Strategien zur Verbesserung des körperlichen und geistigen Wohlbefindens von Hauskatzen, die im englischsprachigen Raum als “Anreicherung der Umwelt” bekannt sind. Im Folgenden erfährst du, wie du dafür sorgen kannst, dass sich deine Samtpfote im Haus wohler fühlt als im Freien.

Katzen brauchen sensorische Anreize und eine bereichernde Umgebung

Unter einer “Anreicherung der Umwelt” bei Katzen versteht man Handlungen oder Gegenstände, die unsere Katze sowohl körperlich als auch geistig stimulieren. Auf die gleiche Weise beeinflussen wir mit diesen Methoden das Wohlbefinden unseres Haustiers auf positive Weise. Zudem beugen wir so Verhaltensstörungen und ernsteren Erkrankungen wie Fettleibigkeit vor.

Demnach können Hauskatzen über ihre Sinne mit Gerüchen, Bildern, Geräuschen und Aromen stimuliert werden, um Monotonie und Langeweile in der Wohnung zu vermeiden.

Sensorische Anreize für Wohnungskatzen: Anregung des Geruchssinns

Gerüche sind für Katzen sehr wichtig, da sie aufgrund ihrer Natur als Jäger sehr empfindlich auf sie reagieren. Eine Pflanze, die als Katzenminze bekannt ist, kann Katzen allein durch ihren Geruch in einen Zustand der Euphorie und Entspannung versetzen.

Im Allgemeinen reagieren die meisten Katzen empfindlich auf diese Pflanze und zeigen bis einer Viertelstunde lang Verhaltensweisen wie Lecken, Beißen oder Reiben, nachdem sie sie gerochen haben. Es wird empfohlen, die Katzenminze in Form von trockenem Gras anzubieten oder die Essenz auf den Kratzbaum oder andere Spielzeuge zu sprühen. Neben der berühmten Katzenminze gibt es noch andere Pflanzen, die eine ähnliche Wirkung haben: Japanische Katzenminze (Matatabi) und Baldrian.

Es liegt an dir, deine Katze nach und nach mit den verschiedenen Essenzen zu versorgen, die es auf dem Markt gibt. Du wirst beim Ausprobieren feststellen, auf welche sie besser reagiert. Durch die Stimulation des Geruchs wird dein Haustier zweifelsohne mehr Interesse für seine Umgebung zeigen. Überdies stellt es eine praktische und kostengünstige Art der Unterhaltung dar, denn du kannst manche Pflanzen auch selbst anbauen.

Brauchen Wohnungkatzen sensorische Anreize?

Anregung des Sehsinns

Was den Sehsinn angeht, so ist es für Katzen praktisch und auch notwendig, wenn sie Sonnenlicht zur Verfügung haben. Versuche, ihnen einen Bereich in deiner Wohnung anzubieten, in dem sie die ersten Strahlen der Morgensonne und die letzten Strahlen der Abendsonne wahrnehmen können. Da sie die meiste Zeit des Tages damit verbringen, aus dem Fenster zu schauen, solltest du ein Gitter anbringen, das sie daran hindert, auf die Straße zu entkommen.

In manchen Studien schlagen Fachleute vor, die Tiere mit Videos auf elektronischen Bildschirmen zu unterhalten, die den Flug von Vögeln oder Fischen simulieren. Andere englischsprachige Studien raten jedoch davon ab. Bei den Katzen könnte Frust auftreten, indem Bildschirme sie daran hindern, mit dem zu interagieren, was sie als ihre Beute ansehen. Es ist wichtig, dass du die Persönlichkeit, das Verhalten und die Reaktion auf diese Art von Strategien kennst. Du als Halter*in bist die Person, die die Katze am besten kennt und mit ihr interagiert.

Sensorische Anreize für Wohnungskatzen: Stimulierung des Geschmackssinns

Da Katzen süße und salzige Geschmacksrichtungen sehr gut wahrnehmen können, wird manchmal empfohlen, ihr Kraftfutter mit Nassfutter zu mischen. Das regt den Appetit der Katze an und sorgt dafür, dass sie des Futters nicht überdrüssig wird.

Ideal ist es, diese Art von Futter nur gelegentlich anzubieten, denn nur diese Mischung allein wird dem Energie- und Nährstoffbedarf unserer Katze nicht gerecht.

Anreize für den Gehörsinn

Ob du es glaubst oder nicht, die Stimulation durch bestimmte Geräusche kann bei Katzen ein Gefühl der Ruhe hervorrufen. Diese Tiere haben ein sehr empfindliches Gehör und können bestimmte Geräusche wahrnehmen, die wir Menschen nicht wahrnehmen können.

Man kann es mit bestimmten Playlists versuchen, die im Internet zu finden sind. Auch Spielzeug mit Glöckchen weckt das Interesse deiner Samtpfote und unterhält sie. Vermeide Halsbänder mit Glöckchen, da sich diese als störend auswirken können.

Brauchen Wohnungkatzen sensorische Anreize?

Da du nun weißt, dass Katzen Sinnesanreize brauchen und wie wichtig diese sind, ist es deine Aufgabe, Monotonie und Langeweile bei deinem Haustier im Alltag zu verhindern. Wir hoffen, dass diese Tipps für dich funktionieren. Damit kannst du dein Zuhause in Zukunft angenehm für deine Samtpfote bereichern.

Das könnte dich ebenfalls interessieren...
7 Dinge die du tun kannst um deine Katze glücklich zu machen
Deine Tiere
Lies auch diesen Artikel bei Deine Tiere
7 Dinge die du tun kannst um deine Katze glücklich zu machen

Vielleicht ist es bei Katzen schwieriger zu wissen, wie sie sich fühlen, weil sie eine charakteristische Ausdrucksweise haben. Deshalb erzählen wir...



    1. Rochlitz I. A review of the housing requirements of domestic cats (Felis silvestris catus) kept in the home. Applied Animal Behaviour Science. 2005;93(1):97-109.
    2. Newberry RC. Environmental enrichment: Increasing the biological relevance of captive environments. Applied Animal Behaviour Science. 1995;44(2):229-43.
    3. Ellis SLH, Wells DL. The influence of visual stimulation on the behaviour of cats housed in a rescue shelter. Applied Animal Behaviour Science. 2008;113(1):166-74.
    4. Bradshaw JW. The evolutionary basis for the feeding behavior of domestic dogs (Canis familiaris) and cats (Felis catus). The Journal of nutrition. 2006;136(7 Suppl):1927s-31s.

Die Inhalte von Deine Tiere sind nur zu Informationszwecken gedacht. Sie sind kein Ersatz für eine professionelle Diagnose, Beratung oder Behandlung. Wenn Sie Bedenken oder Fragen haben, konsultieren Sie am besten einen Fachmann Ihres Vertrauens.