Was tun, wenn dein Hund von einem Hundertfüßer gebissen wurde?

Wenn dein Hund von einem Hundertfüßer gebissen wird, tritt in der Regel lediglich eine etwas schmerzhafte Schwellung auf. Es gibt jedoch einige Faktoren, die zu verschiedenen Komplikationen nach einem Biss führen können. Alles Wissenswerte in diesem Artikel.
Was tun, wenn dein Hund von einem Hundertfüßer gebissen wurde?

Letzte Aktualisierung: 10. Juli 2021

Einen Hundertfüßer in einem Garten oder Obstgarten anzutreffen, ist an sich nichts Ungewöhnliches. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die Möglichkeit besteht, dass dein Hund von einem Hundertfüßer gebissen wird. Das kommt tatsächlich häufiger vor, als du vermuten würdest. Darüber hinaus wissen nur wenige Tierhalter, dass dieser Biss zu verschiedenen Symptomen führt. Und diese können dem Hund mehr oder weniger starke Probleme bereiten.

Obwohl das Gift des Hundertfüßers in vielen Fällen nicht tödlich ist, kann sich die durch den Biss entstandene Verletzung in manchen Fällen zu etwas Ernsterem entwickeln. Ob die Folgen gefährlicher sind oder nicht, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die wir dir in unserem heutigen Artikel eingehender erläutern werden.

Die Symptome, wenn dein Hund von einem Hundertfüßer gebissen wurde

Typischerweise beißen Hundertfüßer, auch Skolopender genannt, wenn sie sich bedroht fühlen. Da von Natur aus einen gewissen Jagdinstinkt haben, besteht ein gewisses Risiko, dass ein Tier von einem Hundertfüßer gebissen wird. Wenn der Hund diesen Gliederfüßer frisst, kann das ernsthafte Folgen haben.

Wenn ein Hundertfüßer deinen Hund gebissen hat, können verschiedene Symptome auftreten, die von den jeweiligen Umständen abhängen. Das wichtigste dieser Symptome ist eine Entzündung um die Bissstelle, die sich auch auf die umliegenden Körperbereiche ausdehnen kann. Normalerweise beißen diese Arthropoden den Hund in die Schnauze, die Ohren, Beine oder in den Bauch.

Durch das beim Biss injizierte Toxin kann der Hund je nach Giftmenge in der Folge an Apathie, Schwäche, Appetitlosigkeit, Fieber und Atembeschwerden leiden. Wenn dein Hund den Hundertfüßer gefressen hat, kann dieser Biss sogar eine Gewebsnekrose (Gangrän) im Maul oder an den Pfoten verursachen.

Wenn du den Kot deines Hundes untersuchst, kannst du mögliche Veränderungen feststellen, die einen Hinweise darauf geben können, ob das Tier einen Skolopender gefressen hat.

Von Hundertfüßer gebissen - Nahaufnahme eines Tieres

Ist es gefährlich, wenn dein Hund von einem Hundertfüßer gebissen wurde?

Wenn dein Hund von einem Hundertfüßer gebissen wurde, besteht in der Regel keine ernsthafte Gefahr. Nach Aussagen von Experten tritt normalerweise eine schmerzhafte Entzündung auf, die üblicherweise nach ungefähr 48 Stunden wieder abklingt.

Allerdings gibt es verschiedene Faktoren, die dazu führen können, dass sich diese Symptome verschlimmern. Und dies wiederum kann eine echte Gefahr für das Tier darstellen. Im Wesentlichen sind drei Bedingungen zu beachten:

  • Die Anzahl der Bisse: Wenn dein Hund mehrere Bisse von einem Hundertfüßer erleidet, erhöht sich dadurch die injizierte Giftmenge und infolgedessen auch die dadurch hervorgerufene Vergiftung.
  • Die Hundertfüßer-Art: Der häufigste Biss erfolgt durch den Spinnenläufer (Scutigera coleoptrata) und hat in der Regel keine ernsthaften Folgen für deinen Hund. Allerdings gibt es auch andere Arten, die weitaus gefährlicher sind, wie Scolopendra viridicornis oder Otostigmus scabricauda.
  • Die Empfindlichkeit des Tieres: Bestimmte Merkmale können dazu führen, dass ein Hund durch den Biss eines Hundertfüßers stärkere Beschwerden erfährt. Unter anderem das Alter, eine Allergie, eine Herzkrankheit oder Atemwegserkrankungen.

Besondere Vorsicht ist bei den Arten der Gattung Scolopendra geboten. Einige der zu dieser Gattung gehörenden Arthropoden können eine Länge von mehr als 30 Zentimetern erreichen und haben enorme Fortsätze. Bestimmte Skolopender haben den zweifelhaften Ruf, die schmerzhaftesten Bisse der Welt zu verursachen, obwohl diese normalerweise nicht tödlich sind.

Dein Hund wurde von einem Hundertfüßer gebissen: Was ist zu tun?

Wenn du feststellst, dass dein Hund von einem Hundertfüßer gebissen wurde, ist es sehr wichtig, dass du die Wunde mit Wasser und neutraler Seife auswäschst. Danach kannst du sie mit steriler Gaze trocken tupfen und sie etwas kühlen, um die Schwellung und die Schmerzen zu lindern. Zu diesem Zweck füllst du einige Eiswürfel in eine Tüte und umwickelst diese mit einem Tuch. Denke daran, dass du niemals das Eis direkt auf die Haut auflegen darfst.

Wenn du schwerwiegendere Symptome feststellst, musst du sofort einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen. Dies ist angeraten, wenn sich die Bissstelle stark entzündet, sich dein Hund erbrechen muss oder an Atemproblemen leidet. Wenn du den Hundertfüßer gesehen hast, der deinen Hund gebissen hat, solltest du ein Foto machen, um dem behandelnden Tierarzt die Arbeit etwas zu erleichtern. Auf diese Weise kann er die genaue Ursache besser identifizieren und die Behandlung entsprechend darauf abstimmen.

Wenn du beim Tierarzt bist, kann dieser die Wunde gründlicher reinigen und deinem Hund die notwendigen Medikamente verabreichen. Bei den tödlichsten Hundertfüßer-Arten zählt jede Sekunde, um die Überlebenschancen des Hundes zu erhöhen.

Wie kannst du derartige Bisse bei Hunden verhindern?

Wenn du verhindern möchtest, dass dein Hund in Kontakt mit Hundertfüßern kommt, musst du wissen, wo sich diese Art von Gliederfüßern normalerweise aufhalten. Sie suchen oft schwach beleuchtete Bereich auf, um sich zu verstecken. Darüber hinaus mögen sie auch feuchte Orte.

Aus diesem Grund findet man sie in Häusern meist auf der Terrasse oder im Garten. Insbesondere bei eingezäunten Grünflächen – Obstgärten, Gärten, Vasen mit Pflanzen – und in Innenräumen in Badezimmern. Darüber hinaus halten sie sich auch gerne in aufgeschichtetem Totholz oder unter Steinen auf.

Unter Berücksichtigung dieser Aspekte ist es ratsam, die Wohnung gut zu lüften, damit sich keine Feuchtigkeit im Inneren anstaut. Auf diese Weise kannst du verhindern, dass sich Hundertfüßer in und um deine Wohnräume aufhalten. Und natürlich reduzierst du dadurch auch das Risiko, dass dein Haustier oder deine Familie einen schmerzhaften und manchmal auch gefährlichen Biss dieser Arthropoden erleiden. Wenn du in einer subtropischen Gegend und in einem flachen Haus wohnst, solltest du zudem auch auf die Ecken deines Hauses achten.

Darüber hinaus werden Hundertfüßer normalerweise von den kleinen Tieren angezogen, von denen sie sich ernähren. Daher solltest du darauf achten, dass sich in deinem Haus und in den Außenbereichen nicht übermäßig viele Fliegen und Insekten aufhalten. Denn dies lockt dann auch weniger Hundertfüßer an.

Von einem Hundertfüßer gebissen - Hund an Baumstamm

Des Weiteren solltest du daran denken, dass es auch in Parks und Wäldern Skolopender geben kann. Daher solltest du deinen Hund beim Spaziergang durch diese Gebiete immer im Auge behalten. So kannst du rechtzeitig erkennen, wenn sich ein Hundertfüßer oder andere für den Hund gefährliche Wirbellose in der Nähe befinden. Zum Beispiel der Eichen-Prozessionsspinner. Die beste Behandlung ist immer die Vorbeugung.

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