Chemotherapie bei Hunden

20. März 2019
Bei Hunden wird die Chemotherapie hauptsächlich zur Behandlung von Lymphomen und Mastozytomen eingesetzt.

Zwar kann die Chemotherapie bei Hunden Nebenwirkungen haben (in 5% der Fälle), doch die Erfolgsrate liegt bei fast 80%.

Bei Hunden wird die Chemotherapie hauptsächlich zur Behandlung eines  Lymphoms oder eines Mastozytoms eingesetzt. Maligne Lymphome sind Neoplasmen (Neubildungen), die unter anderem die Leber und die Milz schädigen können.

Als Mastozytom bezeichnet man einen Tumor, der aus den Mastzellen des Immunsystems entsteht. Er kann sich auf verschiedene Organe ausbreiten und erfordert eine schnelle Behandlung. 

In beiden Fällen ist die Chemotherapie mit etwa 80% Erfolg durchführbar. Diese Behandlungsart kann auch bei anderen Krebserkrankungen eingesetzt werden. Hier ein paar Beispiele:

  • Hautkrebs
  • Gesäugekrebs
  • Tumore am Kopf oder Hals
  • Hodenkrebs
  • Knochenkrebs

Lesetipp: Kann man gegen Krebs bei Hunden vorsorgen?

Hund-Chemotherapie

Braucht ein Hund mit Krebs immer eine Chemotherapie?

Nein. Die Chemotherapie ist eine der möglichen Therapien für Krebs bei Hunden, aber ihre Verwendung muss vom Tierarzt entsprechend der Entwicklung des Krebses im Organismus sowie dem Gesundheitszustand jedes Hundes bewertet werden.

Im Allgemeinen empfiehlt sich eine Chemotherapie in folgenden Fällen:

  • Wenn der Tumor mehrere Organe betrifft oder sich im Körper ausdehnt. Oder wenn der Tumor nicht operativ entfernt werden kann, wie beispielsweise bei einem Lymphom.

In diesen Fällen ist die Chemotherapie in der Regel die beste Alternative, um die Krankheit zu bekämpfen. 

Wenn der Krebs jedoch fortgeschritten ist, Metastasen auftreten oder der Hund bereits sehr schwach ist, ist eine Chemotherapie meist nicht ratsam.

  • Wenn der Tumor durch einen chirurgischen Eingriff nicht vollständig entfernt werden kann.

In diesem Fall kann der Tierarzt nach der Operation eine Chemotherapie durchführen, um die Beseitigung der Krebszellen abzuschließen.

  • Wenn der Tumor zu groß ist, um operativ entfernt zu werden, kann er durch Chemotherapie reduziert werden.

In Abhängigkeit von der Reaktion auf die Behandlung wird der Tierarzt die Durchführbarkeit einer Operation nach der Chemotherapie analysieren, um dann eventuell den kleineren Tumor zu entfernen.

  • Nach Entfernung eines Tumors. Selbst wenn die Operation erfolgreich war und der Tumor entfernt wurde, kann der Tierarzt eine Chemotherapie verschreiben, um die verbleibenden Krebszellen zu entfernen. Auf diese Weise wird das Risiko einer erneuten Tumorbildung verhindert.

Wie wirkt die Chemotherapie bei Hunden?

Die Krebszellen haben ein abnormales Wachstum, sie vermehren sich viel schneller als normale Zellen. Das Ziel der Chemotherapie ist es, das Wachstum zu verlangsamen und diese Zellen zu eliminieren.

Es werden spezifische Medikamente eingesetzt, um bösartige Zellen zu zerstören.

Hund-Gras

In der Praxis ist die Chemotherapie bei jungen sowie kleinen Tumoren, die eine intensive Zellteilungsaktivität zeigen, wirksamer.

Bei Krebs im fortgeschrittenen Stadium verlangsamen Krebszellen ihre Ausbreitung. In diesem Fall können Chemotherapeutika nicht zwischen malignen und normalen Zellen unterscheiden.

Lesetipp: Vorsorge gegen Krebs bei Hunden

Hat die Chemotherapie bei Hunden Nebenwirkungen?

Wie bei fast allen medikamentösen Behandlungen hat auch die Chemotherapie einige Nebenwirkungen. Man schätzt jedoch, dass nur 5% der der Tiere nach der Behandlung solche negativen Reaktionen zeigen.

Zu den Hauptnebenwirkungen der Chemotherapie bei Hunden gehören:

  • Nahrungs- und Verdauungsprobleme: Appetitlosigkeit, Durchfall, Übelkeit sowie Erbrechen. Glücklicherweise gibt es viele Medikamente und einige natürliche Nahrungsergänzungen, um Beschwerden zu lindern.
  • Schwäche des Immunsystems: Durch die Chemotherapie können manche Hunde an einem schwachen Immunsystems leiden. Dadurch sind sie anfälliger für Krankheiten jeder Art.
  • Haarausfall: Es kommt selten vor, dass Hunde während einer Chemotherapie ihr Fell verlieren. Bei manchen kann es jedoch zu Hautveränderungen kommen. In manchen Fällen wachsen die Haare mit einer anderen Textur und Farbe nach.

Wissenschaftliche Fortschritte konnten die Behandlungsmöglichkeiten stark verbessern, was auch die Chemotherapie bei Hunden einfacher macht. Dadurch ist die Prognose bei Krebs wesentlich positiver als in der Vergangenheit.