Behandlung von Hautentzündungen bei Hunden

7. November 2019
Hautentzündungen bei Hunden nennt man auch Pyodermie. Sie werden durch Bakterien verursacht.

Hautentzündungen bei Hunden kommen öfter vor als man denkt. Behandelt man sie nicht richtig, dann können sie sogar die Barriere, welche die Haut darstellt, durchdringen und sich in anderen Organen einnisten. Es kann dabei sogar zu einer Blutvergiftung und dem Tod der Fellnase kommen.

Diese Hautentzündungen bei Hunden nennt man auch Pyodermien. Es gibt sie in verschiedenen Graden: auf der Oberfläche, oberflächlich und tiefreichend. Die ersten beiden Arten beeinträchigen auschließlich das epidermische Gewebe – die oberste Hautschicht – doch die letzte schädigt die Dermis und die tieferliegenden Gewebe.

Häufige Symptome bei oberflächlichen Pyodermien sind Rötung, Papeln, Pusteln, Schuppung, Krusten, Fellausfall und Juckreiz. Bei der tiefreichenden Pyodermie sind die Hautverletzungen schmerzhafter und nur selten tritt Juckreiz auf. Geschwüre, blutende Hautblasen und Knötchen geben in den meisten Fällen Blut und andere infektiöse Flüssigkeiten von sich.

Bei Hautentzüngen bei Hunden sollte man sehr vorsichtig und gründlich vorgehen. In den meisten Fällen sind sie zoonotisch und können an den Menschen weitergegeben werden. Am häufigsten sind die folgenden Mikroorganismen bei diesen Infektionen vorzufinden: Staphylococcus intermedius und Staphylococcus aureus.

Benutzung von speziellen Shampoos

Die Behandlung von Hautentzündungen bei Hunden sollte sowohl topisch als auch systemisch sein. Für die äußerliche Behandlung sind Shampoos die beste Option, da sie in die Haut eindringen. Am meisten werden dabei jene verwendet, die einen der folgenden Wirkstoffe enthalten:

  • Benzoylperoxid
  • Ethyllactat
  • Chlorhexidin
  • Pvidon-Iod

Die Verwendung dieser Shampoos unterstützt die Wundausscheidung der verletzten Haut, was wiederum die Heilung unterstützt und sowohl Schmerz als auch Juckreiz lindert. Die Produkte werden mindestens zweimal wöchentlich angewendet, je nach Anordnung des Tierarztes.

Fluoroquinolone um Hautentzündungen bei Hunden zu behandeln

Die Fluoroquinolone sind eine Gruppe von Breitbandantibiotika (sie bekämpfen viele verschiedene Bakterien). Die therapeutische Effizienz dieser Arzneimittel wurde in 85.4% der Fällen bewiesen. Doch für 4,9% der Hunde ergab sich keine Heilung.

Entzündung der Hundehaut

Das hauptsächliche Problem mit den Fluoroquinolonen ist die bakterielle Resistenz, die sich ergeben kann. Nach der Behandlung kann eine Gruppe von Bakterien, die zuvor keinerlei Probleme bereitet hatte, eine Resistenz gegen das Antibiotikum entwickeln und exponentiell wachsen. So kommt es dann zu neuen Infektionen, die man nicht mit dem Medikament behandeln kann.

Rifampicin zur Behandlung von Hautentzündungen bei Hunden

Rifampicin ist eine weitere Gruppe von Antibiotika. Sie werden häufig eingesetzt, um tiefreichende, chronische Pyodermien zu bekämpfen. In diesen Fällen verwendet man bevorzugt diese Art von Antibiotika, da sie in die Tiefengewebe mit einer ausreichenden Konzentration eindringen können, um den Bakterien den Garaus zu machen.

Genau wie auch bei den Fluoroquinolonen kann es allerdings zu einer Resistenz der Bakterien kommen, da es sich auch hierbei um ein Breitbandantibiotikum handelt.

Bakterien wachsen im Labor

Was tun, wenn es zu Hautentzündungen bei Hunden kommt?

Die Behandlung von Hautinfektionen bei Hunden geschieht generell auf empirische Weise. Je nach Schweregrad des Falles, beginnt man zuerst mit äußerlichen antiseptischen und antibiotischen Behandlungen (Mupirocin oder Fusidinsäure).

Systemische Antibiotika werden nur in schwereren Fällen eingesetzt. Der wahllose Gebrauch dieser Medikamente, ohne vorherige mikrobiologische Analyse, hat zu einer Vermehrung von bakterieller Resistenz geführt. Der unangemessene Gebrauch bestimmter anderer Antibiotika, wie etwa Penizillin oder Methicillin, hat sich als unnütz bei der Behandlung der Staphylococcus sp. Bakterie erwiesen.

Falls du vermutest, dass dein Haustier unter einer Hautinfektion leiden könnte, dann bringe es schnellstmöglich zum Tierarzt. Manchmal können bestimmte Hautverletzungen auch der Grund für andere Erkrankungen sein, wie etwa Allergien, Räude oder Leishmaniose.

Verschreibt ein Tierarzt Antibiotika, dann ist es grundlegend, anschließend die Anweisungen für die Dosis sehr genau zu befolgen, um positive Resultate zu erzielen und mögliche Resistenzen zu vermeiden.

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