Atopie: Die Ursachen dieser übertriebenen Immunreaktion

Unter den zahlreichen allergischen Erkrankungen findet sich auch die Atopie. Sie ist auch als atopische Dermatitis bekannt. In diesem Artikel erfährst du alles Wissenswerte über ihre Ursachen sowie die häufigsten Symptome.
Atopie: Die Ursachen dieser übertriebenen Immunreaktion

Letzte Aktualisierung: 02. Juli 2021

Atopie ist eine sehr häufige Pathologie bei Katzen und Hunden. Sie ist gekennzeichnet durch eine übertriebene Immunantwort, die sich in Form von Hautläsionen in bestimmten Körperregionen äußert. Es handelt sich um eine Erkrankung mit einer ziemlich häufigen Inzidenz, da 1 von 10 Hunden daran leidet. Darüber hinaus gehen Schätzungen davon aus, dass die Inzidenz weiter zunehmen kann.

Auch beim Menschen kommt Atopie sehr häufig vor und somit ist diese Erkrankung ein Teil des täglichen Lebens vieler Tiere und Menschen. In unserem heutigen Artikel wollen wir dir daher einige Aspekte aufzeigen, die du über diese Hauterkrankung wissen solltest.

Was ist eine Atopie?

Atopie, auch als atopische Dermatitis bekannt, ist eine Pathologie mit einer hohen genetischen Veranlagung. Die wissenschaftliche Gemeinschaft beschreibt sie als chronische Krankheit, was bedeutet, dass es keine Heilung gibt. Darüber hinaus besteht die Hauptreaktion des Körpers in einer übertriebenen Immunantwort.

Studien zufolge nimmt die Inzidenz dieser Pathologie im Laufe der Jahre immer weiter zu. Dies kann auf verschlechtere Umweltbedingungen und den Zusammenhang zwischen Allergenen und verschiedenen Schadstoffen zurückzuführen sein.

Obwohl die Pathogenese der Atopie vielfältig und komplex ist und sich bei jedem Einzelfall spezifische Merkmale zeigen, gibt es dennoch zwei zentrale pathogene Mechanismen:

  • Überempfindlichkeit gegen Umweltallergene
  • Veränderung der Hautbarriere: Eine Funktionsstörung der primären Barriere des Körpers gegen Allergene ist normalerweise vorhersehbar.

Tiere (oder Menschen) mit Atopie reagieren auf körperlichen Kontakt. Diese Allergene interagieren über die Schleimhäute oder die Haut, was zu einer atypischen, übertriebenen Immunantwort des Immunsystems des betroffenen Tieres führt.

Atopie - Hund

Die Symptome einer Atopie

Im Allgemeinen kann Atopie als allergische Reaktion auf verschiedene Arten von Umweltallergenen definiert werden. Die häufigste Ursache sind Milben, gefolgt von Pollen und in geringerem Maße andere Allergene. Einige der häufigsten Symptome, die bei Atopie beobachtet werden, sind die folgenden:

  • Hautläsionen
  • Juckreiz: Starker lokaler oder allgemeiner Juckreiz
  • Abschälen der Haut

Eine übertriebene Immunantwort: Die Suche nach den Symptomen

Tiere reagieren auf den Juckreiz, indem sie den betroffenen Bereich mit ihren Pfoten oder Krallen beißen oder kratzen. Eine andere Möglichkeit, das Unbehagen zu bekämpfen, besteht darin, sich an Gegenständen zu reiben. All dies setzt unterschiedliche Manifestationen in der Haut voraus, die von einer rötlichen Färbung über Hautschuppen bis hin zu Körperregionen reichen, an denen die Haare des Tieres ausfallen.

Darüber hinaus solltest du sehr genau untersuchen, wo sich die Läsionen am Körper des Tieres befinden. Normalerweise treten diese insbesondere an folgenden Körperbereichen auf: an den Lefzen, am Bauch, den Augen, in Hautfalten oder am distalen Teil der Gliedmaßen.

Welche Kriterien sind für die Diagnose relevant?

Bei der Diagnose dieser Krankheit führt der Spezialist eine Reihe von Tests durch, um den potenziellen Verdacht zu bestätigen. Aber zuvor gibt es einige Aspekte, die du beachten solltest. Im Folgenden stellen wir dir die wichtigsten Faktoren vor, die mit dieser Krankheit einhergehen.

Medizinische Vorgeschichte

Atopie ist eine Krankheit mit einer hohen erblichen Veranlagung. Daher muss überprüft werden, ob die Elterntiere oder andere nahe Verwandte darunter leiden. Ein weiterer relevanter Faktor ist die Frage, ob das Tier bereits zuvor wegen Hautproblemen in Behandlung war, welche Behandlung erfolgte und ob diese hilfreich war. Darüber hinaus gibt es bestimmte Hunderassen, bei denen eine höhere Prävalenz dieser Erkrankung besteht:

  • Französische Bulldogge
  • Dalmatiner
  • Deutscher Schäferhund
  • Pudel
  • Boxer
  • Labrador Retriever
  • Shar Pei
  • Terrier

Klinisches Bild

Da die Atopie viele Symptome hat, die auch bei verschiedenen anderen Pathologien auftreten, kann sie beispielsweise sogar mit Nahrungsmittelallergien verwechselt werden. Infolgedessen wird der Tierarzt wahrscheinlich einen Allergentest durchführen. Dieser Test besteht darin, das Tier mit den häufigsten Allergenen zu beimpfen und zu beobachten, welches Element eine Reaktion hervorruft.

Anschließend erfolgt ein Desensibilisierungsprozess. Dieser besteht darin, die für die Krankheit verantwortlichen Allergene aus der Umgebung des Tieres zu entfernen. Einige von ihnen (beispielsweise Milben) sind normalerweise in Alltagsgegenständen zu finden, die in jedem Haushalt vorhanden sind. Denn Milben leben normalerweise in Teppichen, Tagesdecken, Matratzen oder ähnlichen Gegenständen.

Welche Behandlung empfehlen Ärzte bei einer Atopie?

Zunächst einmal ist es wichtig, dass du deinen Hund zum Tierarzt bringst, um eine Atopie-Diagnose zu bestätigen oder auszuschließen. Aufgrund dessen kann der Fachmann dann entscheiden, welche Behandlung für die individuellen Umstände deines Haustieres am besten geeignet ist.

Einige der Maßnahmen, die du außerdem ergreifen solltest, sind folgende:

  • Kontrolle auf Endo- und Ektoparasiten. Wenn ein Tier mit Atopie von Parasiten befallen ist, verschlechtert dies den Gesamtzustand.
  • Darüber hinaus solltest du das Tier häufig mit einem geeigneten Shampoo baden. Experten empfehlen zwei bis drei Bäder pro Woche.
  • Des Weiteren sollte dein Tier eine spezifische Diät befolgen. Im Tierfachhandel findest du eine große Auswahl an Futtermitteln, die für diesen Zweck geeignet sind.
  • Wenn sich das Tier unkontrolliert kratzt, ist es ratsam, ihm ein elisabethanisches Halsband anzulegen oder einen Kegel zu verwenden, um weitere Hautläsionen zu vermeiden.
Atopie - Hund und Katze

Der Tierarzt kann dir außerdem Corticosteroide für deinen Hund verordnen. Allerdings können mit diesen Medikamenten nur die auftretenden Symptome kontrolliert werden. Daher musst du die oben genannten Behandlungen und Pflegemaßnahmen während des gesamten Lebens des Haustieres durchführen. Unter Berücksichtigung des jeweiligen Einzelfalls wird der behandelnde Arzt die Häufigkeit der einzelnen Maßnahmen empfehlen.

Atopie ist eine Pathologie, die bei jungen Hunden und Katzen auftritt. Daher wird sie von Tierärzten normalerweise zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr diagnostiziert. Wenn du die Anweisungen des Arztes befolgst, lässt sich die Krankheit jedoch kontrollieren. Wenn du Fragen hast oder unsicher bist, solltest du stets einen Spezialisten konsultieren.

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