Verbreitung und Merkmale der Fransenschildkröte

· 13. März 2019
Die Fransenschildkröte gehört zur Familie der Chelidae. Heutzutage ist sie die einzige Spezies ihrer Gattung, Chelus.

Die Fransenschildkröte ist ein einzigartiges Tier, das aufgrund seines merkwürdigen Aussehens unverwechselbar ist.

Ganz anders als die Mehrzahl der Schildkröten, die eher friedfertig und niedlich wirken, kann diese Art jeden erschrecken, der sie nicht kennt.

Im Folgenden berichten wir dir Näheres über die ungewöhnliche Fransenschildkröte: ihre körperlichen Merkmale, Verhalten, Lebensraum und Fortpflanzung.

Körperliche Merkmale und Taxonomie der Fransenschildkröte

Dieses Reptil hat einen großen, länglichen, flachen, dreieckigen Kopf. Sein Hals ist ebenfalls flach und lang; er ist sogar länger als der vom Panzer bedeckte Teil der Wirbelsäule. Seitlich vom Hals ragen Hautlappen hervor, die ihn wie eine Säge wirken lassen.

Ihre Haut ist von Knötchen und Quaddeln übersät, weswegen sie für menschliche Augen nicht gerade attraktiv wirkt. Auch ihr Kinn hat ein „Bärtchen“ aus Hautlappen, die fast wie Haken wirken.

Diese sogenannten Hautschuppen sind jedoch sehr wichtig im Alltagsleben der Fransenschildkröte. Dank ihres wundersamen Äußeren kann sie sich leicht in ihrem Umfeld tarnen, damit mögliche Raubtiere sie erst gar nicht wahrnehmen.

Außerdem ist auch die Schnauze der Fransenschildkröte bemerkenswert: sie ist röhrenförmig und länglich (fast wie ein Horn). Ihre Nase funktioniert dabei wie ein Schnorchel, damit sie mehrere Stunden im Wasser untergetaucht bleiben kann, ohne an die Oberfläche schwimmen zu müssen.

Der Panzer männlicher Exemplare ist etwa 45 cm lang und hat eine dunkelbraune bis schwärzliche Färbung. Ihr Bauchpanzer ist schmal und eng, er fällt nach hinten ab und ist vorne ausgeschnitten.

Krallen der Fransenschildkröte

Unterschiede bei den Geschlechtern

Hauptsächlich kann man Männchen von Weibchen aufgrund des Bauchpanzers unterscheiden. Bei den Männchen ist er wesentlich konkaver geformt und außerdem ist ihr Schwanz auch länger und dicker.

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Lebensraum der Fransenschildkröte

Diese Süßwasserschildkröte stammt aus Südamerika. Sie lebt hauptsächlich in den Flussbecken des Amazonas und Orinoco und man findet sie in Brasilien, Kolumbien, Peru, Venezuela, Ecuador und Guayana.

Die Fransenschildkröte fühlt sich in ruhigen Gewässern von Flüssen, Tümpeln, Mooren und in Abwasser am wohlsten. Normalerweise lebt sie in flachem Wasser, da ihre Schnauze bis an die Oberfläche gelangen muss, damit sie atmen kann.

Man vermutet, dass sie sich aufgrund von illegalem Handel mit exotischen Tieren auch in den Abwasserkanälen Floridas eingenistet hat. Bis heute ist man sich nicht sicher, wie viele der Tiere dort hausen.

Ernährung der Fransenschildkröte

Sie ist ein absoluter Fleischfresser und ernährt sich am liebsten von Buntbarschen und wirbellosen Wassertieren. Dabei gilt sie als ein geschickter Jäger, der seine Chance wahrzunehmen weiß. Sie macht sich außerdem auch ihre Tarnfähigkeit zunutze.

Fransenschildkröten verbringen Stunden mit eingezogenem Hals versteckt unter Wasser. Identifizieren sie ein Beutetier, so strecken sie ihren Kopf hervor und öffnen das Maul so weit wie möglich. 

Panzer der Fransenschildkröte

Durch diese Bewegung kommt es zu einem kleinen Unterdruck, der die Beute in das Innere des Mauls zieht. Danach braucht das Reptil nur noch sein Maul zu schließen, das Beutetier hinunterzuschlingen und das Wasser langsam auszustoßen.

Fortpflanzung der Fransenschildkröte

Wenn der Frühling in der südlichen Hemisphäre eintritt, pflanzt sich diese Schildkröte fort. Männchen und Weibchen treffen sich dann, um sich von Anfang Oktober bis Mitte Dezember der Fortpflanzung zu widmen.

Vor der Paarung stößt das Männchen mehrere Male seinen Kopf hervor und öffnet und schließt sein Maul dabei gleichzeitig. Es kann auch seine Gliedmaßen ausstrecken und den Kopf in Richtung Weibchen strecken, um ihre Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Nach der Paarung ist das Weibchen für etwa 200 Tage trächtig. Danach legt sie dann 12 bis 20 Eier, die sehr zerbrechlich sind und vorsichtig aufbewahrt werden müssen. 

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Die Jungen sind klein und rosa oder rötlich auf dem Brustpanzer gefärbt. Ihr Gehör und ihr Tastsinn ist sehr gut entwickelt, doch meist sehen sie nicht besonders gut.

Auf ihren Hautfalten haben sie Tastnerven, mit denen sie Bewegungen in ihrer Umgebung wahrnehmen können.

In Gefangenschaft lebt die Fransenschildkröte etwa 35 Jahre. Man weiß allerdings nicht genau, wie hoch ihre Lebenserwartung in ihrem natürlichen Lebensraum ist. Man nimmt an, dass sie 15 bis 20 Jahre alt werden.