Pitbull: Nanny Dog im Viktorianischen Zeitalter

29. Mai 2019
Hunde der Rasse Pitbull stehen auf der Liste potenziell gefährlicher Tiere, doch früher wurden sie als "Kindermädchen" verwendet! Entdecke heute, wie es dazu kam, dass diese Hunde inzwischen völlig anders eingestuft werden. 

Hunde der Rasse Pitbull werden im Allgemeinen als gefährlich und aggressiv eingestuft, doch viele wissen nicht, dass sie früher als „Kindermädchen“ eingesetzt wurden. Ja, richtig gehört! 

Immer wieder hört man von Vorfällen mit aggressiven Hunden dieser Rasse, doch dabei darf nicht vergessen werden, dass die Erziehung und das Gehorsamkeitstraining grundlegend sind. Denn dadurch wird die Persönlichkeit des Vierbeiners geprägt. Pitbulls sind dafür ein ausgezeichnetes Beispiel.

Pitbull: Woher kommt der schlechte Ruf?

Die physischen Eigenschaften des Pitbulls, insbesondere das starke Gebiss, wurden von so manchem genutzt, um sich durch Hundekämpfe zu bereichern. Viele Jahre lang wurden bestimmte Hunderassen für diese illegalten Aktivitäten verwendet, um damit Geschäfte zu machen.

Dadurch wurde ihre Aggressivität geweckt, der sie auch heute noch ihren schlechten Ruf verdanken. Doch dies bedeutet noch lange nicht, dass ein Pitbull von Natur aus aggressiv ist, wenn er zur Welt kommt. 

Doch es ist wahr, dass er durch die Züchtung als Kampfhund über Generationen hinweg eine gewisse Prädisposition für Aggressivität aufweist, die genetisch verankert ist.

Die richtige Erziehung und das Verhalten des Hundehalters ist jedoch ausschlaggebend, um das Verhalten des Vierbeiners zu kontrollieren. Bevor der Pitbull für Hundekämpfe verwendet wurde und seinen guten Ruf verlor, wurde er sogar als Nanny Dog, das heißt als „Kindermädchen“ eingesetzt!

Pitbull im Kampf

Hast du diesen Beitrag schon gelesen? Die Erziehung des deutschen Schäferhundes: ein unglaublicher Hund

Der Pitbull als Kindermädchen

Im 19. Jahrhundert wurden Pitbulls als die beste Rasse betrachtet, um auf Kinder aufzupassen! In allen Gesellschaftsklassen wurden diese Hunde gehalten, um den Nachwuchs zu betreuen, denn der Pitbull galt als besonders liebevoll und wachsam.

Der Pittbull hatte durch seinen toleranten Charakter einen ausgezeichneten Ruf und wurde im Viktorianischen Zeitalter häufig eingesetzt, um Kinder zu betreuen.

Inzwischen konnte dies auch wissenschaftlich belegt werden: Studien haben gezeigt, dass Pitbulls auf der Liste der tolerantesten Hunde gleich nach dem Golden Retriever an zweiter Stelle steht! 

Jeder weiß, dass Golden Retriever liebevolle Begleithunde sind, die auch oft als Blindenhunde eingesetzt werden. Keiner hat vor ihnen Angst oder würde sie als gefährlich einstufen. Doch bei einem Pitbull sieht das ganz anders aus.

Der Pitbull war als Verteidiger und Familienfreund, als Beschützer und liebevoller Begleiter bekannt, der auch Fremde freundschaftlich behandelte. Doch das ist inzwischen Geschichte. 

Der Pitbull: vom Kindermädchen zum gefürchteten Hund

Inzwischen hat sich der beliebte Nanny Dog zum gefürchteten Tier entwickelt. Doch dafür trifft den Pitbull selbst keine Schuld, denn meist ist die falsche Erziehung dafür verantwortlich, dass sich das Tier aggressiv verhält.

Oft sind die Hundehalter nicht ausreichend informiert und wissen nicht, wie das richtige Training erfolgen sollte. Doch es gibt natürlich auch unverantwortliche Besitzer, die ihre Hunde bewusst aggressiv machen.

Eine der Terrier Züchtungen, der Pitbull

Auch dieser Artikel könnte dich interessieren: Kohlenhydrate in Trockenfutter für Hunde und Katzen

Die Geschichte hat bewirkt, dass diese liebevollen Hunde durch unverantwortliche Züchter, die durch Hundekämpfe Gewinn schöpfen wollten, einen schlechten Ruf entwickelt haben, da immer wieder aggressive Vorfälle vorkommen.

Wenn ein Pitbull nicht von einem erfahrenen Trainer verantwortungsbewusst erzogen wird, kann er eine gefährliche Persönlichkeit entwickeln. Aus diesem Grund ist diese Rasse heute auf der Liste potenziell gefährlicher Hunde zu finden. 

Um einen Hund, der auf der Rasseliste steht, zu adoptieren, muss der Halter spezifische Voraussetzungen erfüllen und Einschränkungen einhalten. Für Listenhunde gilt Maulkorbzwang.

Der Besitzer muss beispielsweise auch seine Zuverlässigkeit und Befähigung nachweisen, seinen Hund teilweise von öffentlichen Ereignissen fernhalten und ihn in manchen Bundesländern kastrieren lassen. Außerdem muss der Halter auch eine Pflichtversicherung abschließen.

Wenn du trotz all dieser Schwierigkeiten geplant hast, einen Pitbull zu adoptieren, solltest du ihn von einem professionellen Hundetrainer ausbilden lassen, um eine verantwortungsbewusste Erziehung zu garantieren. Du wirst dann einen treuen Begleiter haben, der auch liebevoll und anhänglich ist.