Der Kiwi und seine Rettung vor dem Aussterben

29. Januar 2019
Der Nationalvogel Neuseelands gehört zu den fluglosen Vögeln. Als die Briten die Insel erreichten, starb er fast aus.

Der Kiwi ist aus verschiedenen Gründen einer der eigenartigsten Vögel der Welt. Durch sein possierliches Äußeres gilt er ebenfalls als einer der sympathischsten. Leider wurde dieses Tier von den englischen Kolonialherren im 19. und 20. Jahrhundert gejagt. Heutzutage ist uns jedoch seine Rettung vor dem Aussterben gelungen.

Eine ungewöhnliche Insel

Wie unsere Schlagzeile schon aussagt, ist der Kiwi eines der Nationaltiere Neuseelands. Das ist ein kleines, Ozeanien zugehöriges Land. Die Insel wurde weltweit durch die Filmreihe Der Herr der Ringe bekannt, die man dort drehte.

Doch es gibt noch weitere Eigenheiten. Man nimmt an, dass es in Neuseeland mehr Schafe als Menschen gibt. Insbesondere bemerkenswert ist das Tierreich dieses Landes.

Weil Neuseeland relativ isoliert vom Rest der Welt liegt, sind viele der dort einheimischen Tiere wundersam. Das kann an ihrem Aussehen liegen, aber auch daran, dass sie sich über Jahrtausende nur wenig verändert haben.

So auch der Kiwi, über dessen Rettung vor dem Aussterben wir heute berichten. Es handelt sich hierbei um einen mittelgroßen Vogel mit einer recht seltsamen Form.

Sein Körper ist eiförmig, er hat einen langen Schnabel, man sieht keine Flügel, er hat große Pfoten, aber keinen Schwanz und sein Gefieder scheint fast wie Fell.

In den Flügelstummeln kann man etwas sehr ungewöhnliches finden: eine Art verkümmerte Kralle.

Der Nationalvogel Neuseelands

Der neuseeländische Nationalvogel

Es gibt fünf verschiedene Arten von Kiwis, die in verschiedenen Gebieten der Insel leben: der nördliche Streifenkiwi, Rowi, Tokoeka, Roroa und der kleine Fleckenkiwi.

Jede der Unterarten steht in Gefahr, ihren natürlichen Lebensraum zu verlieren. Doch nicht nur das. Auch Raubtiere und die Trophäenjagd haben ihre Zahl vermindert.

Kiwis sind nachtaktive Allesfresser. Insekten sind dabei ihr Lieblingsfutter. Tagsüber verstecken sie sich meist in unterirdischen Bauten vor ihrem hauptsächlichen Feind, dem Hermelin.

Der Kiwi hat übrigens den am besten entwickelten Geruchssinn aller Vögel. Außerdem stechen die Tiere auch deshalb hervor, weil sie Eier ausbrüten, die so groß wie ihr eigener Körper sind. Manchmal können weibliche Vögel nicht fressen, weil das Ei in ihnen so groß ist, dass es keinen Platz für Futter übrig lässt.

Doch das ist nicht alles, denn Kiwis brauchen auch mehr Zeit zum Brüten. Das ist gleichzeitig ein Vor- und Nachteil. Einerseits dauert es länger, bis die Zahl der Tiere steigt. Andererseits hingegen sind die Jungtiere schneller fähig, sich in ihrem Umfeld zurechtzufinden.

Die Situation der Kiwis wurde so kritisch, dass man in den 90er Jahren annahm, es gäbe nicht mehr als 200 Exemplare jeder zuvor genannten Spezies.

Heutzutage schätzt man, dass etwa 68.000 Vögel auf der Insel leben. Leider sterben 2% der Vogelbevölkerung pro Jahr, das sind etwa 20 Tiere pro Woche.

Habitat des Kiwis

Trotz der Situation um seinen Lebensraum versichern mehrere neuseeländische Organisationen, dass seine Rettung vor dem Aussterben erfolgreich war. Dies gelang dank der Aufklärung um das Tier und der Hilfe der Regierung.

Unser Lesetipp: Primatenreservate in Spanien

Wie gelang die Rettung vor dem Aussterben des Kiwis?

Weil es das Nationaltier Neuseelands ist, waren viele Menschen um den Kiwi besorgt. Man bestraft die Jagd und die Zahl der Tiere wird ständig überwacht. Die indigene Maoribevölkerung der Insel hält den Kiwi sogar für ein heiliges Tier, das durch den Waldgott beschützt ist.

Um den Menschen mehr Informationen und Aufklärung über diese Tiere zur Verfügung zu stellen, gründete man verschiedene Konservations- und Bildungsgruppen. Otorohanga Kiwi House und Kiwis for Kiwi sind Organisationen, die sich um die Erhaltung der Vögel kümmern.

Das Department für Tierschutz (DOC ist die Abkürzung auf englisch) in Neuseeland hat ebenfalls ein Programm zur Rettung vor dem Aussterben für den Kiwi.

Es möchte die Zahl der Raubtiere kontrollieren und individuelle Tiere überwachen. Desweiteren versuchen sie, die Zahl der Gene zu erweitern.

Kiwi fliegt nicht

Programme zur Erhaltung des Kiwis

Seit dem Jahr 2000 hat das DOC verschiedene Gebiete zu Reservaten für den Kiwi erklärt, wo die Tiere in Frieden leben können.

Es gibt drei davon auf der nördlichen und zwei weitere auf der südlichen Insel.

  • Whangarei Kiwi Sanctuary
  • Moehau Kiwi Sanctuary
  • Tongariro Forest Kiwi Sanctuary
  • Okarito Kiwi Sanctuary
  • Haast Tokoeka Kiwi Sanctuary

Diese Reservate dienen nicht nur zur Erhaltung des Kiwis, sondern es finden dort auch andere Programme statt, die das DOC gemeinsam mit weiteren Organisationen kontrolliert.

Lies auch: 6 Ranger getötet, weil sie Gorillas beschützten

So zum Beispiel Operation Nest Egg. Bei diesem Programm entfernt man die Eier aus dem Nest, um sie in Gefangenschaft bis zu einem bestimmten Alter großzuziehen. Ist das Jungtier erst einmal fähig, auf sich selbst aufzupassen, setzt man es in einem der Tierschutzgebiete wieder aus.

Dank dieser Bemühungen kann man sagen, dass die Rettung vor dem Aussterben erfolgreich war, oder dass der Kiwi mindestens auf dem Weg der Erholung ist. Es liegt nur an uns Menschen, darauf zu achten, dass es nicht wieder zu einer kritischen Situation kommt.