Schnabeltiergift: Alles Wissenswerte!

Das Gift des Schnabeltiers ist eine seiner vielen Besonderheiten. Wenn du mehr über diese Besonderheit erfahren möchtest, lies einfach weiter! Wir sagen dir, woraus das Schnabeltiergift besteht und welche Auswirkungen es auf den Menschen hat.
Schnabeltiergift: Alles Wissenswerte!

Letzte Aktualisierung: 11. August 2021

Es gibt wohl kein merkwürdigeres Tier als ein Schnabeltier mit seinem Entenschnabel! Als das erste ausgestopfte Exemplar aus Australien nach England gebracht wurde, hielten Wissenschaftler es für einen Scherz. Es schwitzt Milch, hat die Fähigkeit zur Elektrorezeption, legt Eier und hat 10 Geschlechtschromosomen. Und als ob das noch nicht genug wäre: Wenn man es ärgert, muss man mit Schnabeltiergift rechnen!

In diesem Artikel erzählen wir dir alles über das Gift dieses Tieres. Wie viele andere Eigenschaften des Schnabeltiers ist auch dieses Phänomen für Experten nicht erklärbar. Wenn du jetzt neugierig geworden bist, dann lies einfach weiter. Wir erzählen dir, woraus dieses Gift besteht und welche Auswirkungen das Schnabeltiergift auf den Menschen hat.

Die Auswirkungen von Schnabeltiergift auf den Menschen

Das Schnabeltier (Ornithorhynchus anatinus) ist ein in Australien und der Insel Tasmanien endemisches semi-aquatisches Säugetier. Es ist der einzige lebende Vertreter seiner Familie (Ornithorhynchidae) und Gattung, obwohl einige ähnliche Arten als Fossilien gefunden wurden. Darüber hinaus ist das Schnabeltier eine der fünf Arten, die noch in der Ordnung der Monotremata (Kloakentiere) existieren, zusammen mit Echidna (Ameisenigel).

Dieses Tier ist relativ scheu und im Gegensatz zur landläufigen Meinung sondern nur die Männchen das berüchtigte Schnabeltiergift ab. Es sind nur wenige “Bisse” oder Verletzungen durch dieses Säugetier bekannt. Allerdings berichten die Betroffenen von starken Schmerzen. Um die Wunde herum bildet sich ein Ödem, das sich auf die betroffene Stelle ausbreitet.

Interessanterweise wird behauptet, dass das Schnabeltiergift eine Hyperalgesie hervorrufen kann. Das bedeutet, dass der Patient noch Tage, Wochen und sogar Monate nach dem Kontakt mit dem Gift sehr stark auf Schmerzen reagiert, da die Nozizeptoren (Zellen, die für die Schmerzwahrnehmung zuständig sind) in dem betroffenen Bereich langfristig beeinträchtigt werden.

Bei einem Biss injiziert ein Schnabeltier 2 bis 4 Milliliter Gift.

Obwohl das Schnabeltiergift für Menschen nicht tödlich ist, sollte man die Schmerzen, die es verursacht, nicht auf die leichte Schulter nehmen. Er ist so stark, dass selbst Morphium keine Linderung bringen kann. Darüber hinaus kann es je nach injizierter Menge die bereits erwähnte Hyperalgesie, Ödeme, Hyperventilation und sogar Krampfanfälle auslösen.

Wie aus Studien hervorgeht, setzt sich das Schnabeltiergift aus 19 verschiedenen Peptiden und weiteren Nicht-Protein-Bestandteilen zusammen. Experten haben drei Arten von Verbindungen ermittelt, aus denen es sich zusammensetzt:

  1. Defensine: Diese werden vom Immunsystem des Schnabeltiers produziert und ähneln denen, die im Gift von Reptilien, Spinnen, Fischen und Seesternen vorkommen, obwohl sie sich bei diesen Säugetieren unterschiedlich entwickelt haben.
  2. Natriuretika: Neurotoxine, die mit Muskelschwund einhergehen.
  3. Nervenwachstumsfaktoren: Diese Peptide stehen im Zusammenhang mit Hyperalgesie, da sie die Verzweigung und Bildung von Nervenenden begünstigen.

Ist Schnabeltiergift für den Menschen tödlich?

Schnabeltiergift ist für Kleintiere tödlich, aber nicht für Menschen. Außerdem ist das Schnabeltier kein Jagdtier, seine Raubtiere sind deutlich gefährlicher als das Tier selbst. Darüber hinaus verfügen nur die Männchen, wie wir bereits erwähnt haben, über Gift. Die Weibchen nicht. Wozu brauchen sie dieses Gift dann eigentlich?

Die überzeugendste Theorie in dieser Hinsicht besagt, dass das Schnabeltiergift eine Waffe für die Paarungszeit ist. Die Männchen kämpfen untereinander um ein Territorium und das Recht auf Kopulation. Dies geschieht zwischen Juni und Oktober. Die Tatsache, dass ein Schnabeltier einen Menschen beißt, hat also viel damit zu tun, ob sich das Tier in irgendeiner Weise bedroht fühlt, insbesondere während der Paarungszeit.

Interessanterweise haben die Weibchen 2 Eierstöcke, von denen aber nur der linke funktionsfähig ist.

Wie produziert das Schnabeltier sein Gift?

Das Schnabeltiergift wird in den Oberschenkeldrüsen produziert, die sich an den Hinterbeinen befinden. Diese Drüsen sind mit zwei Fersensporen verbunden, die wiederum an einem kleinen Knochen befestigt sind, der für einen besseren Angriffswinkel am Gelenk sorgt.

Bei den weiblichen Tieren ist der Sporn nur rudimentär ausgebildet. Er entwickelt sich nicht wie bei den Männchen und fällt zudem vor dem ersten Lebensjahr ab. Die genetische Information, die zur Herstellung des Giftes notwendig ist, befindet sich auf dem männlichen Chromosom, so dass es keinen Sinn hätte, diese Struktur beim weiblichen Geschlecht lebenslang zu erhalten.

Der Angriff des Schnabeltiers besteht aus einem “Tritt” nach hinten, bei dem es sein Opfer mit seinen Sporen mit großer Wucht sticht. Der Schlag ist so heftig, dass das Tier im wahrsten Sinne des Wortes an dir kleben bleibt, wenn es dich attackiert. Menschen, die sich in dieser Situation befanden, mussten medizinisch versorgt werden, um sich zu befreien.

Schnabeltiergift - Der Sporn setzt das Gift des Schnabeltiers frei.

Das Schnabeltier – ein beinahe prähistorisches Tier!

Die Kuriositäten rund um dieses Säugetier nehmen kein Ende. Der gemeinsame Vorfahre des Schnabeltiers und des Menschen, so glauben Experten, lebte vor etwa 170 Millionen Jahren. Seitdem hat sich die Art von praktisch allen anderen Tieren getrennt und teilt nur 80 % des Genoms mit den übrigen Säugetieren.

Ihre zahlreichen Geschlechtschromosomen ähneln eher denen von Hühnern, da sie sich seit der Zeit der prähistorischen Vögel anscheinend nicht wesentlich verändert haben. Die jüngste Sequenzierung ihres Genoms hat wichtige Erkenntnisse über die Verbindung zwischen Säugetieren, Eiern und Giften erbracht. Wenn du mehr darüber wissen möchtest, empfehlen wir dir, einen Blick auf die zitierten Quellen zu werfen.

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