10 häufige Krankheiten bei Hausigeln

Igel sind hübsche Tiere mit faszinierenden Angewohnheiten. Leider können sie leicht sterben, wenn sie nicht unter den Bedingungen gehalten werden, die sie zum Leben brauchen.
10 häufige Krankheiten bei Hausigeln
Samuel Sanchez

Geschrieben und geprüft von der Biologe Samuel Sanchez.

Letzte Aktualisierung: 11. Dezember 2022

Der Afrikanische Weißbauchigel (Atelerix albiventris) ist in Haushalten auf der ganzen Welt immer häufiger anzutreffen, obwohl er in einigen Regionen aufgrund seines invasiven Potenzials verboten ist. Diese Tiere sind bezaubernd – mit ihrer kleinen Schnauze und ihrer “grummeligen” Natur erweichen sie auch das Herz der anspruchsvollsten Halter*innen. Leider gibt es bei Hausigeln häufige Krankheiten, die eine Empfehlung als Haustier erschweren.

Bevor du einen Afrikanischen Weißbauchigel adoptierst, musst du in der Tat bedenken, dass das Tier nicht domestiziert wurde. Auch wenn der Igel in Gefangenschaft aufgezogen wurde, wirst du feststellen, dass er Pflege-Anforderungen stellt, die in einem Privathaushalt schwer nachzuahmen sind. Dies gilt umso mehr, wenn man in einer Wohnung ohne Garten wohnt. Hier sind 10 häufige Krankheiten bei Hausigel und wie man sie erkennt.

1. Fettleibigkeit

Hausigel der Art Atelerix albiventris wiegen etwa 400 Gramm bis 1,1 Kilogramm. Diese Tiere sind sehr anfällig für Fettleibigkeit, da sie sich, wenn es erlaubt ist, satt fressen. Zudem ist es sehr schwierig, das ideale Futter für sie zu finden. Wenn sie nur Hundefutter fressen, werden sie früher oder später Gewichtsprobleme bekommen.

Hinzu kommt die Tatsache, dass viele Igel nicht die nötige Bewegung bekommen. In ihrer natürlichen Umgebung bewegen sie sich in den Nachtstunden ausgiebig. Diese Bedingungen sind in einem Haushalt nur schwer nachzubilden. Im Allgemeinen wird ein Igel als fettleibig bezeichnet, wenn er sich nicht vollständig zu einem Ball zusammenrollen kann und Hautlappen um seine Beine hat.

Wenn du mit Ihrem Igel etwa zwei Stunden am Tag spazieren gehst, kann er bei der Bewegung an der frischen Luft Kalorien verbrennen. Es ist am besten, dies morgens oder spät in der Nacht zu tun, da die Tiere dann am aktivsten sind.

10 häufige Krankheiten bei Hausigeln

10 häufige Krankheiten bei Hausigeln: Magen-Darm-Probleme

Igel graben in ihrer natürlichen Umgebung Löcher in Trichterform und stehen in ständigem Kontakt mit der Erde. Sie beschnuppern und beißen in alle Gegenstände hinein, die ihre Aufmerksamkeit erregen oder kauen sie sogar durch. Im Anschluss spuckt sich der Igel den Speichel, der dabei entsteht, mithilfe seiner Zunge in die Stacheln. Damit überdeckt er seinen eigenen Körpergeruch.

Leider kann dieses neugierige Verhalten auch seinen Tribut fordern. Es ist üblich, dass Hausigel unter Magen-Darm-Problemen leiden, da sie unter anderem Gummi, Haare und Teppichfasern fressen. Anorexie, Lethargie, Appetitlosigkeit und schlussendlicher Kollaps sind Symptome dieser Erkrankung.

3. Enteritis

Enteritis ist eine weitere häufige Erkrankung bei Hausigel, insbesondere bei denen, die rohes Fleisch oder unzubereitete Nahrung zu sich nehmen. Diese Erkrankung wird normalerweise durch eine Darminfektion durch Bakterien der Gattung Salmonella verursacht und wird von Symptomen wie Durchfall, Gewichtsverlust, Lethargie und Anzeichen von Dehydration begleitet.

Die Behandlung dieser Erkrankung basiert auf Antibiotika, aber einige betroffene Igel sind asymptomatisch.

4. Akariose

Unter Akariose versteht man den Befall der Tierhaut durch Milben der Art Caparinia tripilis. Dies wird begleitet von klinischen Symptomen wie dem Verlust von Stacheln, Hyperkeratose (epidermale Verdickung), weißlichen Ablagerungen auf der Haut und rund um die Augen des Igels, chronische Lethargie und Appetitlosigkeit.

Im Allgemeinen kratzen sich betroffene Igel und machen auf diese Weise ihren Zustand deutlich. In der Tierklinik ist normalerweise Ivermectin das Medikament der Wahl, entweder allein oder in Kombination mit anderen Medikamenten. Alle Elemente des Käfigs müssen gründlich gereinigt werden, um zu verhindern, dass die Milben das Tier nach der Genesung erneut befallen.

10 häufige Krankheiten bei Hausigeln: Krebs und gutartige Tumore

Leider sind gutartige Krebsarten und Neoplasmen bei Afrikanischen Weißbauchigeln extrem häufig. Einige englischsprachige Studien gehen davon aus, dass bis zu 50 % der Exemplare im Laufe ihres Lebens irgendeine Art von Tumor entwickeln. Darüber hinaus verlaufen die meisten Erkrankungen tödlich.

Die häufigsten Krebsarten treten in den Brustdrüsen, im Lymphgewebe (Lymphosarkome) und im Maul auf. Mehr als 80 % der Tumore sind bösartig und fast alle führen zum Tod. Wenn wir sagen, dass Igel sich nicht als Haustiere eignen, ist dies eines der zwingenden Argumente, die diese Behauptung stützen.

Inzucht bei verwandten Tieren und die fehlende Kontrolle beim Verkauf könnten im Laufe der Zeit zum Auftreten dieser krebserregenden Mutationen bei Igeln führen.

6. Taumelsyndrom (WHS)

Das Wobbly-Hedgehog-Syndrom (WHS) ist eine schwere und hartnäckige neurologische Erkrankung, bei der die Muskeln des Tieres allmählich abbauen, ähnlich wie bei der Multiplen Sklerose beim Menschen. Es betrifft durchschnittlich einen von zehn Igeln und ist damit eine weitere der häufigsten Krankheiten bei Hausigeln.

Der Verlust der motorischen Koordination tritt normalerweise im Alter von 2–3 Jahren auf, beginnend in den Hinterbeinen. Es gibt keine wirksame Behandlung und alle betroffenen Tieren sterben 18–24 Monate nach Auftreten der ersten Symptome.

7. Augenkrankheiten

Igel haben hervorstehende, ungeschützte Augen, und so ist es nicht ungewöhnlich, dass sie sich manchmal verletzen, indem sie eine spitze Oberfläche untersuchen oder andere Aktivitäten ausführen. Eine teilweise oder vollständige Erblindung beeinträchtigt jedoch normalerweise nicht die allgemeine Lebensqualität des Tieres, wie das englischsprachige MSD Veterinary Manuals- Portal angibt.

10 häufige Krankheiten bei Hausigeln: Mundkrankheiten

Wie bereits erwähnt, ist Mundkrebs (insbesondere das Plattenepithelkarzinom) bei Igeln sehr häufig. Darüber hinaus neigen sie auch zu Parodontalerkrankungen und Zahnfleischentzündungen, da die Nahrung, die ihnen in Gefangenschaft verabreicht wird, normalerweise nicht der Nahrung ähnelt, die sie in der Natur fressen. Diese Arten von oralen Infektionen werden mit Antibiotika behandelt, obwohl Zahnextraktionen erforderlich sein können.

Wenn man dem Igel harte Nahrung gibt, an der er nagen kann, kann man Mundinfektionen vorbeugen.

9. Pathologien bei der Fortpflanzung

Pathologischer Blutabfluss aus der Vulva ist bei Igelweibchen vor allem aufgrund von Gebärmuttertumoren und Endometriumpolypen häufig. Beide Erkrankungen sind schwer zu behandeln, und wenn es sich um Krebs handelt, gibt es leider keine Heilung.

10. Blasenentzündung

Der Begriff “Zystitis” bezieht sich auf eine Entzündung der Blase, die normalerweise auf eine bakterielle Infektion zurückzuführen ist. Dieser Zustand wird neben vielen anderen klinischen Symptomen von Symptomen wie Lethargie, Veränderungen der Urinfarbe, Appetitlosigkeit und Schwierigkeiten beim Wasserlassen begleitet.

Neben Blasenentzündungen sind bei Igeln auch Nierenerkrankungen häufig. Diese können aufgrund lokalisierter Pathologien in den Nieren oder aufgrund systemischer Erkrankungen auftreten, die sie ebenfalls beeinflusst haben. Genetische und ernährungsbedingte Faktoren können die hohe Prävalenz von Nierenerkrankungen bei diesen Haustieren erklären.

Die Unterschiede zwischen Igel und Stachelschwein sind vielfältig.

Ein letzter Gedanke zur Haltung von Igeln in der Wohnung

Möchten Sie nach der Aufzählung weiter oben immer noch einen Igel zu Hause haben? Es mag hart klingen, aber die traurige Realität ist, dass die hohe Prävalenz von Krankheiten bei dieser Art zeigt, dass wir Menschen die Dinge nicht richtig machen, wenn es um der Natur entnommene Wildtiere geht.

Es ist nicht normal, dass die Krebsraten so hoch sind, genauso wie es evolutionär keinen Sinn ergibt, dass einer von zehn Igeln tödliche neurologische Erkrankungen hat.

Wir müssen auf wissenschaftlicher Ebene mehr über den afrikanischen Weißbauchigel verstehen, um diese Probleme zu vermeiden. Überdies müsste die Zucht von Igeln reguliert werden, um Inzucht und die Anhäufung von Mutationen zu vermeiden. Dies ist schwerlich möglich. Aus den oben genannten Gründen ist es schlussendlich sehr schwierig, eine Empfehlung von Igeln als Haustiere auszusprechen.

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