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Giraffen und ihre Gewohnheiten: Warum schlafen sie nur wenig?

4 Minuten
Giraffen schlafen die meiste Zeit im Stehen. Allerdings halten sie normalerweise immer nur ein kleines Nickerchen von ungefähr zehn Minuten. Wenn du mehr über das ungewöhnliche Schlafverhalten von Giraffen und die Gründe dafür erfahren möchtest, dann lies einfach weiter!
Giraffen und ihre Gewohnheiten: Warum schlafen sie nur wenig?
Letzte Aktualisierung: 02. Juli 2021

Wenn du nach den Tierarten suchst, die am wenigsten schlafen, findest du unter ihnen auch die Giraffen. Sie schlafen nur sehr wenig und reduzieren so das Risiko, zu einer leichten Beute für ihre Fressfeinde zu werden. Obwohl Giraffen sich auch zum Schlafen hinlegen können, tun sie dies normalerweise den größten Teil des Tages im Stehen.

Alle Tiere müssen schlafen, um ihre Energiereserven wieder aufzufüllen und eine angemessene körperliche und geistige Gesundheit aufrechtzuerhalten. Aber das bedeutet nicht automatisch, dass alle die gleiche Menge an Schlaf benötigen oder dass alle die gleichen Schlafmechanismen haben. Giraffen haben eine ganz besondere Art, sich auszuruhen. In unserem heutigen Artikel werden wir dir mehr über ihre ungewöhnlichen Schlafgewohnheiten erzählen.

Schlafen Giraffen im Stehen?

Giraffen schlafen wie andere vierbeinige Tiere im Stehen. Auf diese Weise können sie schneller handeln, wenn es notwendig ist. Sie können fliehen oder sich verteidigen, indem sie ein nahendes Raubtier treten. Obwohl sie sich zum Ausruhen auch hinlegen können, tun sie dies eher selten, denn es würde wesentlich länger dauern, bis sie ihren ganzen Körper erhoben haben, um reagieren zu können.

Aber wie lässt sich feststellen, ob Giraffen im Stehen schlafen? Während sie sich ausruhen, stehen sie mit ausgestrecktem Hals, wobei der Körper nach vorne gebeugt ist.

Die Schlafphase, in der sich das Tier befindet, lässt sich an seiner Körperhaltung erkennen. Wenn sich Giraffen im Tiefschlaf befinden, legen sich die Tiere hin.

Wenn sie im Liegen schlafen, winkeln sie ihre Beine an, krümmen ihren Hals und legen ihren Kopf auf ihre Hinterbeine oder auf den Boden. Sie nehmen also eine ähnliche Schlafhaltung ein wie Schwäne.

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Giraffen benötigen nicht viel Schlaf

Eine erwachsene Giraffe benötigt nur zwei bis vier Stunden völlige Ruhe pro Tag. Allerdings geschieht dies nicht so oft, da der längste Zeitraum, den die Tiere am Stück schlafen, zwei Stunden in der Regel nicht überschreitet.

Diese afrikanischen Riesen schlafen normalerweise in Zehn-Minuten-Intervallen, die über den Tag verteilt sind. Die Zeit des Tiefschlafes bei jedem Nickerchen dauert nur eine Minute.

Die Zeit, die sie im Tiefschlaf verbringen, scheint je nach Alter unterschiedlich zu sein, da Neugeborene und Jungtiere mehr Tiefschlaf benötigen als ältere Giraffen.

Wilde Giraffen verbringen im Allgemeinen einen Teil der Nacht (bis zum Morgengrauen) im Liegen und wechseln diese Ruhezeit mit Erkundungs- oder Wiederkäuerperioden ab.

Wenn der Mond am hellsten ist, sind sie aktiver und verbringen mehr Zeit mit Fressen als im Liegen oder Wiederkäuen. Mütter mit ihren Jungen haben ihre eigene nächtliche Routine, da die Mutter wachsam gegenüber der Umwelt bleibt und die Jungtiere vor Raubtieren versteckt.

Warum schlafen Giraffen nur für 10 Minuten am Stück?

Es gibt verschiedene Theorien, die erklären, warum diese Tiere so kurze Schlafphasen entwickelt haben.

Geringere Exposition gegenüber Raubtieren

Ein langer tiefer Schlaf bedeutet ein höheres Risiko, von einem Raubtier getötet zu werden. Allerdings sind erwachsene Giraffen normalerweise keine leichte Beute für große afrikanische Wildkatzen, da sie sich mit ihren langen, kräftigen Beinen und dank ihrer Körpergröße sehr gut gegen Angriffe wehren können. Daher gehen die Raubtiere auch nicht leichtfertig das Risiko ein, einen dieser starken Tritte zu erleiden.

Gefährliche Körperhaltung

Die Körperhaltung, die diese Säugetiere normalerweise einnehmen, wenn sie im Liegen schlafen, bedeutet den Verlust einiger sehr wertvoller Sekunden, wenn sich ein Raubtier zum Angriff nähert. Normalerweise braucht eine Giraffe etwa 15 Sekunden, um ihren Körper zu erheben, da es für das Tier nicht einfach ist, aus dieser Haltung aufzustehen.

Die Giraffe muss erst ihre Beine und dann den Hals ausstrecken und sich erheben. Die dafür benötigte Zeit kann den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen. Eine liegende Giraffe ist beim Angriff eines Löwen weitaus gefährdeter, da dieser dann leicht ihren Kopf erreichen und seine Beute ersticken kann, bevor sich das Tier erheben kann.

Giraffen müssen permanent wiederkäuen

Giraffen sind Wiederkäuer und verbringen einen Großteil des Tages damit, ihre Nahrung zu kauen. Das Wiederkäuen kann bis zu 75 % der Zeit eines Pflanzenfressers in Anspruch nehmen, besonders bei einem Tier dieser Größe.

Wenn Giraffen kleine Nickerchen in größeren Abständen halten, anstelle mehrere Stunden tief zu schlafen, können sie die Erholung als parallele Aktivität zum Fressen und Wiederkäuen handhaben.

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Das Schlafverhalten anderer Arten

Diese besondere Art des Schlafens ist auch für andere große Pflanzenfresser wie Pferde oder Kühe typisch. Allerdings sind diese Strategien in unterschiedlichen Lebensräumen natürlich an die jeweiligen Gefahren angepasst, die das Überleben der Tiere bedrohen.

Darüber hinaus hat die Evolution noch eine Reihe weiterer Modifikationen der Schlafphysiologie hervorgebracht, die an die jeweilige natürliche Umgebung der Tiere angepasst sind. Ein Beispiel hierfür ist der unihemisphärische Schlaf bei Zugvögeln und Delfinen.

Wir hoffen, dass dir dieser Artikel gefallen hat und du von der unglaublichen Vielfalt der Natur genauso fasziniert bist wie wir!


Alle zitierten Quellen wurden von unserem Team gründlich geprüft, um deren Qualität, Verlässlichkeit, Aktualität und Gültigkeit zu gewährleisten. Die Bibliographie dieses Artikels wurde als zuverlässig und akademisch oder wissenschaftlich präzise angesehen.


  • Shaw, Ethan. “How Do Giraffes Sleep?” sciencing.com, https://sciencing.com/giraffes-sleep-4565890.html. 16 July 2020.
  • M.B. Kristal and M. Noonan. Note on sleep in captive giraffes (Giraffa camelopardalis reticulata), 1978.
  • Jerome M. Siegel, Do all animals sleep?, Trends in Neurosciences, Volume 31, Issue 4, 2008, Pages 208-213, ISSN 0166-2236,

Dieser Text dient nur zu Informationszwecken und ersetzt nicht die Beratung durch einen Fachmann. Bei Zweifeln konsultieren Sie Ihren Spezialisten.