Der Waschbär: 5 kuriose Fakten

Waschbären sind scheue und schreckhafte Tiere, die nur wenig Kontakt zu Menschen haben. Allerdings leben sie oft in der Nähe von Menschen, da sie gerne deren Nahrungsabfälle "stehlen".
Der Waschbär: 5 kuriose Fakten
Cesar Paul Gonzalez Gonzalez

Geschrieben und geprüft von der Biologe Cesar Paul Gonzalez Gonzalez.

Letzte Aktualisierung: 22. November 2022

Der Waschbär ist eines der repräsentativsten Tiere des amerikanischen Kontinents. Sein Aussehen wird im allgemein als liebenswert und attraktiv eingestuft. Der Waschbär kann sich sehr gut an verschiedene Umgebungen anpassen, was dazu geführt hat, dass er inzwischen in einigen Ländern als invasive Art gilt.

Anders als es vielleicht den Anschein hat, bezeichnet der Begriff “Waschbär” mehrere verschiedene Arten, die in der Gattung Procyon zusammengefasst sind. Obendrein gehört der Waschbär zur Familie der Kleinbären (Procyonidae) und ist somit mit Nasenbären, Katzenfretten und Mardern verwandt. Lies weiter und entdecke einige kuriose Fakten über den Waschbären.

Wie sehen Waschbären aus?

Der Körper eines Waschbären ist bis zu 60 Zentimeter lang; dazu kommt der Schwanz, der zwischen 20 und 40 Zentimeter lang ist. Das Tier wiegt zwischen zwei und zwölf Kilogramm. Zwar ändert sich die Fellfarbe kaum und besteht nur aus Grau- und Schwarztönen, allerdings ist am Farbmuster auffällig, dass die Tiere einen geringelten Schwanz und eine Gesichtszeichnung haben, die an eine Maske erinnert.

Der Waschbär: 5 kuriose Fakten
Procyon lotor.

Das natürliche Verbreitungsgebiet dieser Tiere umfasst mehrere Gebiete mit Laub- oder Mischwäldern, die in der Regel über ein Gewässer wie einen Fluss oder See verfügen. Ein Gewässer ist für den Waschbären lebenswichtig, da es Teil seines bekannten “Waschverhaltens” ist.

Waschbär-Kuriositäten

Obwohl Waschbären sowohl in Amerika als auch in Europa bekannt sind, gibt es im folgenden einige kuriose Fakten, die den meisten Menschen nicht geläufig sind.

1. Waschbären haben sich an das Zusammenleben mit Menschen angepasst

Einer der Gründe, warum es in Amerika und sogar in Europa normal ist, Waschbären in der Nähe von menschlichen Siedlungen zu sehen, ist, dass sie sich an das Zusammenleben mit Menschen angepasst haben. Bis zu einem gewissen Grad leben sie sogar “komfortabel”, denn sie fressen die Lebensmittelreste, die die Menschen wegwerfen. Auf diese Weise müssen Waschbären keine Energie für Raubtiermanöver aufwenden.

Das bedeutet, dass Waschbären menschliche Abfälle sehr gut “verwerten” können, weshalb sie es vorziehen, in der Nähe von menschlichen Siedlungen zu leben. Die Menschen nehmen sie jedoch als unangenehme Plage wahr, weil die Tiere dazu neigen, im Müll zu wühlen.

2. Waschbären waschen ihre Nahrung nicht

Eine der bekanntesten Kuriositäten über Waschbären ist ihr bekanntes “Waschverhalten”, bei dem sie ihre Nahrung in Wasser eintauchen. Genau wegen dieses Verhaltens werden sie auch “Waschbären” genannt. Der Zweck dieses “Waschens” ist jedoch nicht, ihre Nahrung zu reinigen.

Der Waschbär: 5 kuriose Fakten
Procyon lotor.

Aus einem Artikel der Zoological Society of London (englischsprachig) geht hervor, dass das “Waschverhalten” der Waschbären eigentlich dazu dient, das sensorische Erleben ihrer Nahrung zu verbessern. Anders ausgedrückt: Durch diese Handlung können ihre Hände der Tiere die Beschaffenheit, das Gewicht und die Form der Nahrung wahrnehmen.

3. Ihre Hände sind sehr empfindlich

Die Hände von Waschbären haben gewisse Ähnlichkeiten mit menschlichen Händen. Obwohl Wachbären keinen opponierbaren Daumen haben, ist die Verteilung ihrer fünf Finger ideal, um Gegenstände greifen und manipulieren zu können. Eine englischsprachige Studie weist sogar darauf hin, dass die Nerven in Waschbär-Händen eine ähnliche Verteilung wie beim Menschen haben, sodass sie wahrscheinlich genauso empfindlich sind wie Menschenhände.

4. Der Waschbär ist in Europa zu einer invasiven Art geworden

Die Pelzindustrie zeigt eine Vorliebe für die Verwendung von Waschbärfellen und hat deshalb Zuchtfarmen angelegt, um die Nachfrage nach den Fellen zu decken. Eines der Probleme, die sich daraus ergeben, ist, dass die Tiere neue Gebiete außerhalb Amerikas, wie z. B. Europa, als Gefangenschaftsflüchtlinge erobert haben. Aus diesem Grund gelten Waschbären heute als invasive Art.

5. Waschbären können gesellige Wesen sein

Waschbären sind dafür bekannt, dass sie Einzelgänger und unabhängig sind. Das bedeutet, dass man Waschbären selten in Gruppen sieht. Einige Untersuchungen (englischsprachig) haben jedoch gezeigt, dass Weibchen diese “Regel” nicht bestätigen, da sie manchmal zusammenkommen, um ihr Futter zu teilen und als Gruppe zu fressen.

Wie du siehst, gibt es einige kuriose Fakten über Waschbären, die man bisher noch nicht im Bewusstsein hatte. Obwohl der Waschbär ein beliebtes Tier ist, gibt es immer noch vieles, was wir nicht über ihn wissen. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass diese Raubtiere uns weiterhin mit noch mehr Informationen oder Fähigkeiten überraschen werden.

Das könnte dich ebenfalls interessieren...
6 Tiere, die dem Waschbären ähnlich sind
Deine Tiere
Lies auch diesen Artikel bei Deine Tiere
6 Tiere, die dem Waschbären ähnlich sind

Auf der ganzen Welt gibt es mehrere Tiere, die dem Waschbären aufgrund ihrer körperlichen Merkmale und ihres Verhaltens ähnlich sind.



  • Smith, R. A., & Kennedy, M. L. (1987). Food habits of the racoon (Procyon lotor). J. Tenn. Acad. Sci, 62, 79-82.
  • Whiteside, D. P. (2009). Nutrition and behavior of coatis and raccoons. Veterinary Clinics of North America: Exotic Animal Practice, 12(2), 187-195.
  • Corman, L. (2011). Getting their hands dirty: Raccoons, freegans, and urban ‘trash.’. Journal for Critical Animal Studies, 9(3), 28-61.
  • LYALL‐WATSON, M. A. L. C. O. L. M. (1963). A critical re‐examination of food “washing” behaviour in the raccoon (Procyon lotor Linn.). In Proceedings of the Zoological Society of London (Vol. 141, No. 2, pp. 371-393). Oxford, UK: Blackwell Publishing Ltd.
  • Hirsch, B. T., Prange, S., Hauver, S. A., & Gehrt, S. D. (2013). Raccoon social networks and the potential for disease transmission. PLoS One, 8(10), e75830.
  • Turnbull, B. G., & Rasmusson, D. D. (1986). Sensory innervation of the raccoon forepaw: 1. Receptor types in glabrous and hairy skin and deep tissue. Somatosensory research, 4(1), 43-62.

Die Inhalte von Deine Tiere sind nur zu Informationszwecken gedacht. Sie sind kein Ersatz für eine professionelle Diagnose, Beratung oder Behandlung. Wenn Sie Bedenken oder Fragen haben, konsultieren Sie am besten einen Fachmann Ihres Vertrauens.