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Nutzen Klapperschlangen ihre Schuppen, um Wasser zu speichern?

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Verschiedene Schlangenarten haben sich an ihren Lebensraum angepasst, um die verfügbaren Ressourcen optimal nutzen zu können. In diesem Sinne wollen wir dir heute erklären, wie Klapperschlangen ihre Schuppen nutzen, um Wasser zu speichern.
Nutzen Klapperschlangen ihre Schuppen, um Wasser zu speichern?
Letzte Aktualisierung: 02. Juli 2021

Hast du dich jemals gefragt, wie es Schlangen gelingt, auch in Regionen zu überleben, in denen Wasser eine rare Ressource ist? Haben sie vielleicht ein System in ihrem Körper, um diese lebenswichtige Flüssigkeit zu speichern? Die Antwort lautet ja. Klapperschlangen nutzen ihre Schuppen, um Wasser zu speichern und können so auch in lebensfeindlichen Umgebungen überleben.

Aber wie genau machen sie das? Mit diesem interessanten Thema wollen wir uns in unserem heutigen Artikel befassen. Bevor wir dir diesen Mechanismus erklären, werden wir dir zunächst noch einige allgemeine Informationen über Klapperschlangen geben.

Die Klassifikation von Klapperschlangen

Zuerst einmal ist es wichtig, zwischen Schlangen, Kobras und Vipern zu unterscheiden. Obwohl die meisten Menschen diese Begriffe synonym verwenden, gibt es tatsächlich einige Unterschiede zwischen ihnen.

Der Begriff “Schlangen” bezeichnet die Unterordnung der Reptilien (Sauropsiden). Wenn wir über Schlangen sprechen, beziehen wir uns somit auf die gesamte Unterordnung. Und innerhalb dieser finden sich sowohl Kobras als auch Vipern.

Klapperschlangen bilden einen Teil der Vipern-Familie innerhalb der Unterordnung der Schlangen. Sie gehören zur Gattung Crotalus und es handelt sich um Giftschlangen.

Welche Merkmale haben Klapperschlangen?

Die Gattung Crotalus umfasst insgesamt 32 bekannte Arten, welche wiederum zahlreiche Unterarten haben. Aus diesem Grund haben all diese Arten den typischen dreieckig geformten Kopf und Rasseln am Ende ihres Schwanzes.

Andere körperliche Merkmale dieser Spezies sind ihre Augen mit den vertikalen Pupillen, röhrenförmige Fangzähne, die sie einziehen können und ein breiter Körper. Die typischen Rasseln, die sich am Schwanz der Schlangen befinden, können brechen oder die Tiere können sie verlieren. Darüber hinaus besitzen Jungtiere noch keine Rasseln am Schwanz.

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Innerhalb dieser Gattung weist jede Art bestimmte Hautmusterungen auf, die jeweils einzigartig sind. Darüber hinaus gibt es diese Tiere in verschiedenen Farbvarianten, die von Braun, Grau und Schwarz bis Creme, Gelb und Oliv reichen.

Außerdem haben diese Schlangen verschiedene charakteristische Hautmuster in Form von Streifen, Punkten und Diamantmustern. Allerdings gibt es auch einige Arten, die keine derartigen Muster besitzen.

Verbreitung und Ernährung

Klapperschlangen sind ektotherme (kaltblütige) Tiere, die während der kalten Monate des Jahres in eine Brumationsphase eintreten. Das ist eine Ruhephase, die dem Winterschlaf ähnelt. Wenn die Temperaturen im April dann wieder wärmer werden, beenden die Tiere ihre Brumationsphase. Allerdings verbleiben sie noch einige Tage in der Nähe ihrer Höhlen, nachdem sie diese verlassen haben.

Während der Brumation verkriechen sich die Schlangen in Rissen von Felsvorsprüngen oder in sogenannten “Klapperschlangenhöhlen”. Im Frühjahr und Sommer wandern sie dann in Gebiete, die über ein reichhaltiges Nahrungsangebot verfügen.

Klapperschlangen sind nachtaktive Räuber. Sie jagen verschiedene Beutetiere, bei denen es sich normalerweise um kleine Nagetiere handelt. Wenn sie ihre Beute verschlungen haben, verstecken sie sich und bleiben inaktiv, bis sie diese verdaut haben.

Die Lebensräume von Klapperschlangen sind sehr vielfältig, sie leben sowohl auf Meereshöhe als auch in Gebirgsregionen bis zu einer Höhe von 3.000 Metern. Außerdem gibt es Tiere, die in Wüstenregionen leben, abhängig von der jeweiligen Schlangenart.

Klapperschlangen sind als die giftigsten Schlangen Nordamerikas bekannt. Aber abgesehen von ihrem starken Gift gibt es noch andere Gründe, warum diese Tiere so interessant sind. 

Wie nutzen Klapperschlangen ihre Schuppen, um Wasser zu speichern?

Einige der Klapperschlangen, die im Südosten der Vereinigten Staaten leben, zeigen ein eigenartiges Verhalten. Dies trifft beispielsweise auf die Westliche Diamant-Klapperschlange (Crotalus atrox), die auch Texas-Klapperschlange genannt wird, zu. Sie hat ein charakteristisches Diamantmuster auf ihrer Haut.

Die Westliche Diamant-Klapperschlange lebt im Südosten der USA und hat eine außergewöhnliche Technik entwickelt, um in diesem trockenen Klima zu überleben. Denn diese Tiere nutzen ihre Schuppen, um Wasser zu speichern. Zu diesem Zweck verändern sie ihre Körperhaltung.

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Um Wasser in ihrem Körper zu speichern, flachen sie ihren Körper dorsoventral (vom Rücken zum Bauch hin) ab und formen eine aufgerollte Spule. Auf diese Weise können sie so viel Wasser wie möglich aufnehmen, unabhängig davon, in welchem physikalischen Zustand sich dieses befindet. Das bedeutet, sie können sowohl Regen als auch Schnee speichern.

Während sich die Wassertropfen ansammeln, schieben die Klapperschlangen ihre Rückenschuppen zusammen, wodurch es ihnen möglich wird, das Wasser zu trinken. Daher hat der Körper dieser Schlangen auch eine ganz spezifische Form, die es ihnen erlaubt, auf diese Weise Wasser zu speichern. Erstaunlich, nicht wahr?

Wie haben Wissenschaftler das herausgefunden?

Eine Gruppe von Wissenschaftlern hat eine Studie über die Westlichen Diamant-Klapperschlangen durchgeführt. Sie konzentrierten sich in ihrer Forschung auf die Rolle der Rückenschuppen bei der Wassersammlung.

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Foto: Eric Heisey | Flickr.com

Um herauszufinden, wie diese Sammeltechnik funktioniert, nutzten die Forscher Elektronenmikroskopie. Dadurch konnten sie beobachten, wie sich das Wasser auf die Haut dieser Tiere auswirkt.

Dabei entdeckten sie, dass sich auf dem Rücken dieser Schlangen eine Art Netzwerk oder Labyrinth befindet. Darüber hinaus konnten die Wissenschaftler die Existenz dieses Merkmals auch bei zwei anderen Arten derselben Familie beobachten: bei der Wüstenkettennatter (Lampropeltis splendida) und der Gophernnatter (Pituophis catenifer).

Auch bei diesen beiden Arten untersuchten die Wissenschaftler das Verhalten in Bezug auf die Ansammlung von Regenwasser und stellten dabei fest, dass es sich von dem der Texas-Klapperschlange unterscheidet. Allerdings zeigen nur bestimmte Arten von Klapperschlangen dieses Verhalten, um in heißen und trockenen Umgebungen zu überleben.

Andere Schlangenarten, die in Wüstengebieten leben, haben ihre eigenen Techniken entwickelt, welche es ihnen ermöglichen, sich in trockenen Gebieten mit Wasser zu versorgen.

Die Entwicklung dieser Methode zur Speicherung von Wasser ist eine großartige Erfindung der Natur. Denn dank dieser Strategie können Schlangen auch in eher lebensfeindlichen Gebieten wie Wüsten überleben.


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Dieser Text dient nur zu Informationszwecken und ersetzt nicht die Beratung durch einen Fachmann. Bei Zweifeln konsultieren Sie Ihren Spezialisten.