Der Kiwi – der neuseeländische Vogel, der nicht fliegt

· 16. Dezember 2018
Der Kiwi hat sich aufgrund des Mangels an Landsäugetieren und damit auch an Raubtieren über Millionen von Jahren hinweg, an das Leben auf dem Boden angepasst.

Die Fauna Ozeaniens wird oft als seltsam beschrieben. Um zu dieser Definition beizutragen, stellen wir dir in diesem Beitrag den Kiwi vor. Das ist ein Vogel, der nicht fliegt (Laufvogel) und Federn hat, die wie Haare aussehen.

Außerdem hat er keinen Schwanz aber dafür eine Art von Schnurrhaaren. Sein Schnabel zieht die Aufmerksamkeit auf sich, weil er lang und dünn ist und die Nasenlöcher an der Spitze hat.

Ein Vogel als Nationalsymbol Neuseelands

Obwohl sein Name an eine Frucht erinnert und er nicht fliegt, betonen wir noch einmal, dass der Kiwi ein richtiger Vogel ist. Er ist zudem das Nationalsymbol Neuseelands.

Obwohl es sich um einen Inselendemiten dieses Landes handelt, in dem er seit Jahrtausenden beheimatet ist, ist er laut einiger Studien trotz seiner geringen Größe mit dem ausgestorbenen und gigantischen Elefantenvogel von Madagaskar verwandt.

Vielleicht hat das Zusammenleben von Säugetieren – mit Ausnahme von Fledermäusen – bis zur Ankunft des Menschen und die Isolation dieser Region dazu geführt, dass das Tier solch besondere Eigenschaften entwickelte.

So passte sich der Kiwi über Millionen von Jahren ohne terrestrische Raubtiere dem Leben am Boden an.

Lerne den Kiwi kennen, einen Vogel, der nicht fliegt und das Nationalsymbol Neuseelands ist.

Der Kiwi ist kein Säugetier, aber…..

Der Kiwi gehört zur Familie der Apterygidae (was soviel wie „ohne Flügel“ bedeutet), die eine Gattung brauner Vögel mit fünf Arten umfasst, die sich in Größe und Gefiedertönen unterscheiden.

Seine Höhe liegt zwischen 25 und 45 Zentimetern. Er wiegt zwischen 1,3 und 3,3 Kilogramm, wobei Weibchen größer als Männchen sind.

Der Vogel, der nicht fliegt hat sich an das terrestrische Leben angepasst.

Außerdem hat der Kiwi, wie alle Laufvögel, ein flaches Brustbein. Das heißt, dass er keinen Brustbeinkamm hat, sodass die Muskeln, die den Flug ermöglichen, nicht stark genug ausgeprägt sind.

Auch wenn es aussieht, als ob der Kiwi keine Flügel hat, hat er sehr kleine. Sie sind etwa drei Zentimeter lang und liegen sehr nahe am Körper, so dass man sie mit bloßem Auge nur schwer erkennt.

Dafür sind seine Beine sehr stark und muskulös und machen etwa ein Drittel seines Gewichts aus (der Kiwi hat Knochen mit Mark, da er kein leichtes Skelett zum Fliegen braucht). Er hat vier gepolsterte Zehen mit Krallen, sodass er sehr schnell und sehr leise laufen kann.

Darüber hinaus werden die Beine im Kampf oder in der Verteidigung zu mächtigen Waffen. Obwohl er zurückhaltend und zart erscheint, ist der Kiwi ein sehr territorialer und sogar aggressiver Vogel.

Mehr über den Vogel, der nicht fliegt

Eine weitere Besonderheit des Kiwis ist seine Körpertemperatur, die niedriger ist als bei den meisten seiner geflügelten Verwandten. Sie liegt mit 37 bis 38 Grad Celsius näher an Säugetieren, als an Vögeln.

Während die meisten Vögel ihr Augenlicht nutzen, bevorzugt der Kiwi vielleicht wegen seiner Nachtaktivität den Geruchssinn und seine empfindlichen Schnurrhaare, die ähnlich wie bei Katzen im Gesicht und um den Schnabel herum wachsen. Wahrscheinlich können sie sich im Dunkeln damit besser orientieren.

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Der Kiwi hat auch einen guten Gehörsinn und deutlich sichtbare Ohröffnungen. Das „haarige“ Aussehen seiner Federn ist darauf zurückzuführen, dass bestimmte Fasern fehlen.

Außerdem kann er sich durch die Muster seines Gefieders, gut tarnen und sich so vor Raubtieren aus der Luft schützen.

Der Vogel, der nicht fliegt hat nur sehr kurze Flügel.

Ein monogamer Vogel, der riesige Eier legt

Sogar bei der Fortpflanzung und Aufzucht seiner Küken hat der Kiwi Besonderheiten.

Das Weibchen legt normalerweise nur ein riesiges Ei, höchstens zwei, dessen Größe 20 % der Größe ihres Körpers entspricht. Manchmal legen Kiwis auch zwei oder drei Eier.

Nach etwa 10 Wochen, in denen das Männchen normalerweise brütet, wird ein gefiedertes Küken geboren, das bereits für sich selbst sorgen kann.

Der Kiwi ist ein Nestflüchter, der nur in seltenen Fällen von seinen Eltern gefüttert werden muss. Er frisst nach der Geburt den restlichen Dotter, durch den er schon gut versorgt ist.

Der Kiwi ist ein monogamer Vogel und Paare bleiben ein Leben lang zusammen. Er baut seine Nester in Form einer Höhle im Boden, die er mit seinen mächtigen Krallen gräbt.

Lebensraum und Nahrung

Der Lebensraum des Kiwis ist vielfältig. Er lebt in schneebedeckten Bergen, Küstendünen, moosbedeckten Wäldern und sogar auf Grasland. Dort kann man nachts seinen sich wiederholenden, schrillen Gesang hören.

Tagsüber bekommt man den Kiwi normalerweise nicht zu Gesicht. Dies erklärt sich nicht nur dadurch, dass er nachts vor Luftraubtieren besser geschützt ist, sondern auch die wirbellosen Tiere von denen er sich ernährt, nachts eher an der Oberfläche sind.

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Der Kiwi hat eine Lebenserwartung von 10 bis 15 Jahren, ist aber inzwischen vom Aussterben bedroht. Glücklicherweise werden immer mehr Gebiete zu ihrem Schutz ausgewiesen.

Seitdem der Mensch die Inseln bevölkerte und verschiedene Arten von Säugetieren einführte, verbreiteten sich auch die Raubtiere. Heute sind es neben Adlern, Falken, Katzen und Frettchen sogar Hunde. Der Kiwi wird auch durch die Zerstörung seines natürlichen Lebensraums bedroht.

In Gebieten, in denen der Raubtierbestand kontrolliert wird, überlebt die Hälfte der Küken. Außerhalb dieser Gebiete sterben 95 Prozent der Küken, bevor sie das Brutalter erreichen.