Ivermectin für Kaninchen: Alles, was du darüber wissen solltest

Wenn du Fragen zur Anwendung von Ivermectin bei Kaninchen hast, erfährst du in den folgenden Zeilen, wie das Medikament wirkt, wie es angewendet wird, welche Dosis angemessen ist und welche unerwünschten Wirkungen auftreten können.
Ivermectin für Kaninchen: Alles, was du darüber wissen solltest
Samuel Sanchez

Geprüft und freigegeben von der Biologe Samuel Sanchez.

Letzte Aktualisierung: 22. Dezember 2022

Wenn deinem Kaninchen Ivermectin verschrieben wurde, ist es normal, dass du bestimmte Fragen diesbezüglich hast. Wofür wird es angewendet, wie wirkt es und was sind die möglichen Nebenwirkungen? Daher erklären wir dir in unserem heutigen Artikel alles, was du über dieses Medikament und den Einsatz bei Kaninchen wissen musst.

Bevor wir näher in das Thema einsteigen, möchten wir dich darauf hinweisen, dass du dein Haustier niemals selbst medikamentös behandeln solltest. Wenn du vermutest, dass dein Kaninchen an einer der Krankheiten oder Beschwerden leidet, die mit Ivermectin therapiert werden könnten, dann solltest du dennoch zuerst einen Tierarzt konsultieren. Denn nur ein Fachmann kann dir sagen, welche Dosis für den speziellen Einzelfall angemessen ist. Außerdem weiß nur er oder sie, wann und wie oft dein Tier dieses Medikament einnehmen sollte.

Was ist Ivermectin?

Wie aus veterinärmedizinischen Artikeln hervorgeht, ist Ivermectin ein Breitband-Antiparasitikum. Es wird aber nicht nur zur Behandlung von Kaninchen, sondern auch für mehrere andere Arten eingesetzt. Außerdem handelt es sich um ein Endektoparasitikum, da es mehrere Mikroorganismen bekämpft, sowohl externe als auch interne.

Aufgrund dieser allgemeinen Wirkung gehört Ivermectin in die Gruppe der makrozyklischen Breitspektrum-Lactone. Sein Wirkmechanismus beruht darauf, dass es die Übertragung von Nervenimpulsen der Parasiten blockiert. Infolgedessen kommt es zu Lähmungen, die zum Tod der Parasiten führen.

Zu den Vorteilen dieses Medikaments gehört vor allem, dass es schnell wirkt, zwischen 24 und 48 Stunden nach der Anwendung. Darüber hinaus hat es ein gutes Wirkungsspektrum. Das bedeutet, dass das Mittel nach der Injektion in der Haut der Kaninchen verbleibt und die Parasiten über einen längeren Zeitraum hinweg bekämpft.

Eine Flasche Ivermectin für Kaninchen.

Wozu dient dieses Medikament?

Ivermectin hat mehrere Anwendungsbereiche, die jedoch alle auf die Beseitigung von Parasiten und der von ihnen verursachten Krankheiten ausgerichtet sind. Die Hauptanwendung ist die Behandlung der Krätze. Sie wird durch die Parasiten Sarcoptes scabei und Psoroptes communis verursacht und Kaninchen sind sehr anfällig dafür.

Diese Krankheit befällt die Haut und verursacht Juckreiz. Die Milben verbreiten sich schnell von einem Tier zum anderen. Daher können sie in landwirtschaftlichen Betrieben innerhalb kürzester Zeit einen starken Befall verursachen.

Es gibt zwei Arten von Krätze, sarkoptische und psoroptische. Die erste ist die gefährlichste. Neben diesen Parasiten bekämpft das Mittel auch andere Parasiten, darunter die folgenden:

  • Cheyletiella parasotivorax: Eine Milbe, die hochansteckende Dermatitis verursacht.
  • Psoroptes cuniculi: Eine weitere Milbe, die Ohrenkrätze verursacht.
  • Baylisascaris procyonis – Eine Nematodenart, die Enzephalitis verursacht.
  • Haemodipsus ventricosus (oder Läuse): Diese kleinen Wirbellosen können Anämie, Juckreiz, Gewichtsverlust und Haarausfall verursachen.

Du solltest bedenken, dass Ivermectin für Kaninchen zwar ein breites Wirkungsspektrum hat, die Ausrottung dieser Parasiten jedoch nicht immer einfach ist und mehrere Monate dauern kann. Dieses Arzneimittel wirkt auf die Milben, die auf oder in dem Tier selbst leben, aber nicht auf die Eier, die in den Zwischenräumen und Ritzen des Tierkäfigs verbleiben können.

Aus diesem Grund ist es auch so wichtig, dass du dein Haustier nicht einfach selbst mit Medikamenten behandelst. Wenn du den Verdacht hast, dass dein Kaninchen Parasiten hat, solltest du es zum Tierarzt bringen, damit dieser eine genaue Diagnose stellen und die weitere Behandlung festlegen kann.

Möglicherweise verschreibt der Tierarzt andere Medikamente und empfiehlt aseptische Alternativen. Das hängt davon ab, in welchem Gebiet deine Tiere leben.

Dosierung für Kaninchen

Ivermectin für Kaninchen wird in der Regel in genauen Dosen verabreicht, je nach dem Parasiten, von dem sie befallen sind. Im Allgemeinen erfolgt die Verabreichung durch eine subkutane Injektion. Daher muss ein Fachmann diese Behandlung durchführen.

Wenn das Medikament zur Behandlung von Krätze eingesetzt wird, werden in der Regel zwischen 0,2 und 0,4 Milligramm pro Kilogramm des Tiergewichts injiziert. In welchem Zeitraum dein Tier diese Dosen erhält und wie oft, entscheidet ausschließlich der behandelnde Tierarzt.

In einigen Regionen ist Ivermectin auch als Tropfen (Spot-on) erhältlich, die wesentlich einfacher zu verabreichen sind, aber die gleiche Sorgfalt erfordern.

Kontraindikationen von Ivermectin für Kaninchen

Die wichtigste Kontraindikation für die Verabreichung von Ivermectin ist die Verabreichung an Kaninchen, die unerwünschte Reaktionen auf dieses Medikament gezeigt haben. Ebenso sollte die Anwendung bei trächtigen oder säugenden Kaninchen vermieden werden, da sie die Entwicklung des Nachwuchses beeinträchtigen könnte.

Nebenwirkungen

Ivermectin wird seit langer Zeit sicher bei Kaninchen und anderen Tierarten eingesetzt. Schwerwiegende Nebenwirkungen werden zwar nicht häufig gemeldet, können aber nicht ausgeschlossen werden. Die Hauptursache dafür ist eine Überdosierung oder die Verabreichung einer unangemessenen Dosis.

Studien zufolge gehören zu den Nebenwirkungen unter anderem Ataxie, Zittern, Bradykardie, Depression und Muskelzuckungen. Die mögliche Symptomatik hängt von dem Tier ab, dem es verabreicht wird.

Bei männlichen Kaninchen deutet dieselbe Studie darauf hin, dass die Geschlechtsorgane derjenigen, die eine regelmäßige Behandlung mit diesem Medikament erhalten, an Größe verlieren können. Dies sollte dich nicht beunruhigen, aber du solltest dir über diese mögliche Auswirkung bewusst sein.

Hämorrhagisches Fieber bei Kaninchen kann tödlich sein.

Obwohl Ivermectin für Kaninchen sicher ist, solltest du stets einen Tierarzt aufsuchen, wenn du bei deinem Haustier eine Anomalie feststellst. Wenn du bei deinem Kaninchen Anzeichen von Krätze oder einer Erkrankung durch irgendwelche Parasiten feststellst, solltest du ebenfalls deinen Tierarzt aufsuchen. Außerdem solltest du auf jede Reaktion achten, die du nach der Anwendung dieses Medikaments für abnormal hältst.

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