Schwere Atmung bei Katzen: Was könnte die Ursache sein?

Schweres Atmen bei Katzen kann mehrere Ursachen haben, die sowohl angeboren, infektiöser Natur oder auch systemisch bedingt sein können. Eine laute Atmung ist ein klinisches Anzeichen dafür sein, dass das Tier ein Problem hat. Da einige Fälle schwerwiegender sind als andere, solltest du am besten stets einen Tierarzt aufsuchen, um die Ursachen dafür abklären zu lassen.
Schwere Atmung bei Katzen: Was könnte die Ursache sein?

Letzte Aktualisierung: 03. Juli 2021

Schwere Atmung bei Katzen wird in Veterinärkreisen auch als Katzen-Dyspnoe bezeichnet. Hierbei handelt es sich nicht um eine Erkrankung im eigentlichen Sinne. Wenn eine Katze Schwierigkeiten beim Ein- oder Ausatmen hat, ist dies ein klinisches Anzeichen für zahlreiche unterschiedlicher Pathologien, die von Atemwegsinfektionen bis hin zu angeborenen körperlichen Anomalien reichen können.

Laut verschiedener Studien, auf die wir nachfolgend noch genauer eingehen werden, treten die Gründe für die feline Dyspnoe in folgender Häufigkeit auf: In 38 % der Fälle sind die Ursachen für eine schwere Atmung bei Katzen kardial bedingt, in 32 % Fälle besteht ein Zusammenhang mit den Atemwegen und bei 20 % liegen neoplastische Ursachen vor. Wenn du mehr über dieses klinische Anzeichen erfahren möchtest, solltest du unbedingt weiterlesen!

Laute und schwere Atmung bei Katzen

Schwere Atmung bei Katzen wird als Dyspnoe bezeichnet. Wenn ein Tier unter Dispnoe leidet, muss es beim Ein- und Ausatmen eine größere Anstrengung als gewöhnlich unternehmen. Darüber hinaus wird diese schwere Atmung bei Katzen von einem anderen klinischen Symptom begleitet, der sogenannten Tachypnoe, einer gesteigerten und überhöhten Atemfrequenz. Diese wiederum führt zu einem Zustand der Hypoxie, in dem das Blut nicht genug Sauerstoff transportiert, um alle Gewebe ausreichend zu versorgen.

Dyspnoe kann akut – schnell einsetzend – oder chronisch sein, langsam auftreten und sich wochenlang jeden Tag verschlimmern. In unserem heutigen Artikel untersuchen wir aus klinischer Sicht einige der Ursachen für eine schwere Atmung bei Katzen.

Schwere Atmung bei Katzen - Akromegalie bei Katzen ist ein chronisches Problem.

1. Schwere Atmung bei Katzen: Brachyzephale Katzen

Brachyzephale Katzen – mit abgeflachter Nase und atrophiertem Kopf, wie Perser und Himalayan – können an einer für diese Rassen einzigartigen Atemwegserkrankung leiden. Sie ist als brachiozephales Syndrom bekannt. Es ist eine bei Rassen mit einer hohen Inzuchtrate sehr häufige Erkrankung. Sie ist auf die anomale Schädelphysiologie des Tieres zurückzuführen.

Einerseits haben diese Katzen stenotische Nasenlöcher. Das bedeutet, dass die Nasenlöcher zu klein sind, sodass die Luft nicht ungehindert durchströmen kann. Darüber hinaus tritt bei diesen Tieren auch eine Verlängerung des weichen Gaumens auf, was einen teilweisen Verschluss der Luftröhre und eine Atemfunktionsstörung verursacht, wie aus Informationen auf dem Portal VCA Hospitalshervorgeht.

2. Rhinotracheitis bei Katzen

Die Rhinotracheitis infectiosa felis (RIF), auch bekannt als Katzenschnupfen, ist eine Erkrankung der Atemwege, die durch das Herpesvirus Typ I verursacht wird. Dieses Infektionsbild äußert sich bei Katzen in Form von Atemgeräuschen, Konjunktivitis, geringgradigem Fieber und Appetitlosigkeit.

Nach Angaben professioneller Studien beträgt die Prävalenz des Virus in großen Populationen zwischen 10 und 20 %, wobei die Infektion bei Welpen im Alter zwischen 5 und 8 Wochen wesentlich häufiger auftritt als bei erwachsenen Tieren. Zusammen mit dem felinen Calicivirus gilt das Virus als die erste Ursache von Atemwegsproblemen bei Katzen.

3. Schwere Atmung kann durch einen Pleuraerguss verursacht werden

Dieser klinische Zustand ist durch eine Flüssigkeitsansammlung in der Pleurahöhle des Tieres gekennzeichnet. Die Pleurahöhle ist eine dünne Membran, die die Außenseite der Lunge und die Innenseite der Brusthöhle auskleidet. In diesem Fall ist das Problem nicht die Schädelmorphologie oder virale Erreger, sondern schwere systemische Ungleichgewichte. Herzversagen und Gerinnungsstörungen sind die wichtigsten Ursachen.

Was ist Katzenasthma?

Wie Menschen können auch Katzen unter Asthma leiden. Eines der Anzeichen dafür ist eine laute und schwere Atmung. Wie Studien zeigen, ist die Prävalenz dieser Pathologie sehr gering – weniger als 1 % der Katzen sind davon betroffen. Allerdings solltest du wissen, dass Siam-Katzen mit einer Prävalenz von 5 % wesentlich stärker gefährdet sind als andere Rassen.

Schleimansammlungen, ein verringerter Durchmesser der Bronchien und Bronchiolen sowie die Verhärtung der Luftwände führen dazu, dass die Atmung der betroffenen Tiere erschwert ist. Man vermutet, dass schädliche Partikel, Reizstoffe und Allergene in der Luft das Immunsystem des Tieres aktivieren und eine Entzündung der Atemwege verursachen.

Zusätzlich zu Atemnot hustet und keucht die Katze beim Atmen. Wenn deine Katze derartige Symptome zeigt, ist ein Besuch beim Tierarzt zwingend erforderlich. In der Klinik werden Kortikosteroide eingesetzt, da diese die Freisetzung von proinflammatorischen Zytokinen hemmen. Wenn sich das Immunsystem “entspannt”, normalisiert sich der Durchmesser der Bronchien und Bronchiolen.

Obwohl Asthma ist bei Katzen sehr selten ist, kann es dennoch auftreten. Wenn keine tierärztlichen Maßnahmen ergriffen werden, ist das Leben der Katze in Gefahr.

Eine Katze beim Tierarzt - Blutuntersuchung

Ein alarmierendes klinisches Anzeichen

Wie du siehst, ist eine laute und schwere Atmung bei Katzen ein offensichtliches klinisches Anzeichen dafür, dass mit dem Tier etwas nicht stimmt. Die Atembeschwerden können viele Ursachen haben – von einer Infektion bis hin zu einem Herzproblem. Aber in jedem Fall gilt dies als medizinischer Notfall, der behandelt werden muss. Kein Tier kann lange in einem hypoxischen Zustand überleben.

Wenn du bemerkst, dass deine Katze beim Ausatmen seltsame Geräusche macht, schnell atmet oder müder und inaktiver als normal ist, solltest du umgehend einen Tierarzt aufsuchen. Ein frühzeitiges Handeln und die schnelle Diagnose einer der genannten Pathologien kann das Leben deines Tieres retten.

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