6 genetisch bedingte Erkrankungen bei Katzen

In diesem Artikel erfährst du alles Wissenswerte über die 6 häufigsten genetisch bedingten Erkrankungen bei Katzen. Zu den Rassen, die vermehrt unter diesen Pathologien leiden, gehören unter anderem Perserkatzen, Siamkatzen und Maine-Coon-Katzen.
6 genetisch bedingte Erkrankungen bei Katzen

Letzte Aktualisierung: 02. Juli 2021

Experten untersuchen genetisch bedingte Krankheiten, um die Fortpflanzung bei vielen Tierarten zu verbessern. Denn bei Hunden, Katzen, Pferden und anderen Lebewesen sind sie ein wichtiger Faktor bei der Auswahl für die Zucht und Erhaltung der Rassen. Daher wollen wir dir unserem heutigen Artikel sechs genetisch bedingte Krankheiten bei Katzen vorstellen, die besonders häufig auftreten.

Experten haben etwa 60 Gene und Mutationen entdeckt, die für den klinischen Zustand bei Katzen verantwortlich sind. Tatsächlich können Katzen an mehr als 300 genetisch bedingten Krankheiten leiden, von denen viele menschlichen Pathologien ähneln. Daher wollen wir dir nachfolgend alles Wissenswerte darüber erzählen.

6 genetisch bedingte Erkrankungen bei Katzen

Der wissenschaftliche Fortschritt in Bezug auf die Erkenntnisse über das Genom von Arten ermöglicht es, die molekularen Grundlagen verschiedener genetischer Krankheiten zu identifizieren. Experten untersuchen sie auch bei Katzen, da diese Rasse den Menschen begleitet und ihre Gesundheit ein zentrales Thema in der Veterinärmedizin ist.

Diese Forschung ermöglicht die Entwicklung genetischer Analysen für diagnostische Zwecke, die zur Diagnose von Krankheiten in asymptomatischen Proben und zur Kontrolle und Beseitigung genetischer Krankheiten in einer Population nützlich sind. Dank dieser Techniken lässt sich die Kreuzung der Tiere vermeiden, welche Träger schädlicher Mutationen sind.

Aber trotz all der Fortschritte sind Hauskatzen je nach Rasse und Genom nach wie vor von verschiedenen Krankheiten betroffen. Nachfolgend findest du die sechs am häufigsten auftretenden genetisch bedingten Erkrankungen bei Katzen.

genetisch bedingte Erkrankungen - Katze

1. Polyzystische Nierenerkrankung (PKD), die häufigste genetisch bedingte Erkrankung bei Katzen

Die polyzystische Nierenerkrankung ist eine autosomal dominante genetische Erkrankung, von der unter anderem Perserkatzen und ihre Kreuzungen, Burmakatzen und Britisch Kurzhaar betroffen sind. Experten halten sie für die häufigste genetisch bedingte Krankheit bei Katzen, da Perserkatzen weltweit eine der beliebtesten Katzenrassen sind.

Diese Erkrankung verursacht das Auftreten kleiner, geschlossener, mit Flüssigkeit gefüllter Nierenzysten, die mit Ultraschall erkannt werden können. Im Laufe der Zeit wachsen und vermehren sich die Zysten, was die Nierenfunktion beeinträchtigt und letztendlich zu chronischem Nierenversagen führt.

Eine Katze kann sogar mit diesen Zysten geboren werden. Aber normalerweise werden sie durch eine Ultraschall-Untersuchung erkannt, wenn die Katze etwa sechs Monate alt ist. Experten schätzen, dass ungefähr bis zu 50 % der Perserkatzen an einer polyzystischen Nierenerkrankung leiden.

2. Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM)

Hypertrophe Kardiomyopathie ist die häufigste Herzerkrankung bei Hauskatzen und wird bei Rassen wie Maine Coon und Ragdoll auch vererbt. Diese Krankheit führt dazu, dass sich die Muskelwände des Herzens einer Katze verdicken.

Diese Kardiomyopathie wird durch eine Punktmutation in dem Gen, welches das Protein der Fasern des Herzmuskels codiert, verursacht. Katzen mit dieser Mutation können auf verschiedene Weise betroffen sein. Tatsächlich führen die schwersten Fälle normalerweise zu einer Herzinsuffizienz.

3. Spinale Muskelatrophie (SMA) ist ebenfalls eine genetisch bedingte Erkrankung

Hierbei handelt es sich um eine autosomal-rezessive Störung, die sich normalerweise manifestiert, wenn eine Katze 12 Wochen alt ist. Der Verlust von Neuronen führt bei der Katze zu Atrophie und einer Schwächung der Skelettmuskulatur.

Die Symptome reichen von einem abnormalen Gang und einer abnormalen Körperhaltung bis hin zur Unfähigkeit zu springen und zu klettern, Bewegungsunverträglichkeit, Empfindlichkeit gegenüber Reibung am Rücken und auch Kurzatmigkeit. Da die Krankheit nicht tödlich verläuft, können betroffene Katzen durchaus das Erwachsenenalter erreichen. Allerdings führt sie zu verschiedenen Behinderungen und Einschränkungen, weshalb erkrankte Katzen ihr gesamtes Leben lang einer besonderen Pflege bedürfen.

4. Progressive Retinaatrophie (PRA)

Die betroffenen Katzen werden mit völlig normalem Sehvermögen geboren. Allerdings treten im Alter von ungefähr anderthalb bis zwei Jahren Veränderungen in der Netzhaut auf. Die Stäbchen, also die Zellen, die für die Erfassung von Bewegung, Nachtsicht und peripherem Sehen zuständig sind, degenerieren zunehmend. Darüber hinaus sind auch die Photorezeptorzellen betroffen.

Aufgrund der Degeneration dieser beiden Arten von Photorezeptoren erblindet die Katze dann im Alter zwischen drei und fünf Jahren. Zu den Katzenrassen, bei denen die Wahrscheinlichkeit einer progressiven Retinaatrophie besonders hoch ist, gehören unter anderem die Abessinier, Somali-Katzen, Siamkatzen, Singapura-Katzen und Tonkanesen.

5. Pyruvatkinasemangel (PK), eine weitere genetisch bedingte Erkrankung bei Katzen

Wenn ein Mangel des Enzyms Pyruvatkinase in den Erythrozyten vorliegt, können Abessinier-, Somali- und Hauskatzen mit kurzem Fell häufig an einer vererbten hämolytischen Anämie leiden. Dies ist eine weitere genetisch bedingte Erkrankung, die bei Katzen sehr häufig auftritt.

Der Körper der Katze hat nicht genügend gesunde rote Blutkörperchen, um die verschiedenen Gewebe mit Sauerstoff zu versorgen. Rote Blutkörperchen werden früher als normal zerstört, was zu Symptomen wie schwerer Lethargie, Durchfall, blassen Schleimhäuten, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust führt. Die Erkrankung kann durch Blutuntersuchungen diagnostiziert werden.

6. Gangliosidose

Gangliosidose ist eine vererbte neurodegenerative Erkrankung, die durch eine Punktmutation in einem Gen verursacht wird. Diese Krankheit wurde zuerst bei Siam-Katzen und dann bei Korat-Katzen beschrieben.

Neurologische Symptome treten auf, wenn die Katzen dreieinhalb Monate alt sind. Zuerst meist in Form eines leichten Zitterns des Kopfes oder der Extremitäten. Wenn die Krankheit fortschreitet, leiden kranke Katzen im Endstadium (wenn sie etwa neun bis zehn Monate alt sind) unter Gangstörungen, Blindheit und Krampfanfällen.

genetisch bedingte Erkrankungen- Katze beim Tierarzt

Dies sind die 6 häufigsten genetisch bedingten Erkrankungen bei Katzen. Wenn du vorhast, eine Katze zu kaufen, die zu einer der oben genannten Rassen gehört, solltest du dich unbedingt an einen vertrauenswürdigen Züchter wenden und dich gründlich über die Krankheiten informieren, die sich im Laufe der Zeit entwickeln könnten. Darüber hinaus solltest du dich über die auf dem Markt verfügbaren Gentests erkundigen.

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