Rückwärtsniesen bei Katzen: Symptome und Behandlung

Rückwärtsniesen bei Katzen sieht ziemlich beunruhigend aus: Scheinbar kann das Tier nicht mehr atmen. Wenn du noch nicht weißt, was Rückwärtsniesen ist, erfährst du es hier.
Rückwärtsniesen bei Katzen: Symptome und Behandlung
Sara González Juárez

Geschrieben und geprüft von der Psychologin Sara González Juárez.

Letzte Aktualisierung: 19. Dezember 2022

Niesen ist kein ungewöhnlicher Reflex, denn die meisten Tiere haben ihn – genauso wie der Mensch. Aber wusstest du, dass es bei Katzen auch so etwas wie das Rückwärtsniesen gibt? Dieser Vorgang kommt viel seltener vor als andere natürliche Vorgänge und wird oft mit Asthmaanfällen, Husten oder sogar Würgen verwechselt.

In diesem Artikel erfahren wir, was Rückwärtsniesen (auch als Rückwärtshusten bezeichnet) bei Katzen ist, welche Funktion es im Körper erfüllt und was zu tun ist, wenn es auftritt. Egal, ob du es bereits bei deiner Katze beobachtet hast oder einfach nur neugierig bist, lies weiter, um mehr darüber zu erfahren.

Was ist Rückwärtsniesen?

Ein “normales” Niesen ist ein Reflex der Nasenhöhle, um Krankheitserreger und Fremdkörper zu vertreiben, die sonst in die Atemwege gelangen könnten. Rückwärtsniesen ist ein Reflex, um Luft in die andere Richtung, d. h. in den Körper hinein zu befördern.

Rückwärtsniesen wird durch einen Krampf der Muskeln verursacht, die für das Einziehen der Luft in den Körper verantwortlich sind: das Zwerchfell, die Zwischenrippenmuskeln und die Bauchmuskeln. Das charakteristische Geräusch, das dabei entsteht und einem beschleunigten Schnarchen ähnelt, ist auf die Vibration des Gaumensegels und den Durchfluss der Luft durch die Luftröhre zurückzuführen.

Die Funktion dieses Reflexes ist es, Schleim und irritierende Partikel in Richtung des Mundrachens (Oropharynx) zu befördern, damit diese Teilchen anschließend durch Husten (oder über den Verdauungstrakt) ausgeschieden werden können. Um dir eine Vorstellung davon zu geben: Es ist ein bisschen so, als würdest du Rotz abhusten, nur etwas abrupter.

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Rückwärtsniesen bei Katzen: Symptome und Behandlung

Ursachen

Dieser Reflex wird ausgelöst, wenn ein Fremdkörper oder eine reizende Substanz die Nasen-Rachen-Passagen zu verstopfen droht und sich zu tief in den Nasenlöchern befindet. Die häufigsten Auslöser für Rückwärtsniesen sind die folgenden:

  • Allergene wie Staub, Pollen und Hausstaubmilben
  • Haushaltschemikalien wie Reinigungsmittel, Lufterfrischer und Parfüm
  • Stress
  • Zu enge Halsbänder
  • Asthma
  • Aufregung
  • Bewegungsintoleranz
  • Plötzliche Temperaturschwankungen
  • Pathologien der Atemwege und der Nase
  • Nasentumore oder Polypen im Nasen-Rachen-Raum
  • Zahnerkrankungen
  • Erhöhte Nasensekretion
  • Lungenentzündung
  • Gaumenspalten

Symptome

Normalerweise dauern die Niesanfälle nur ein paar Sekunden und hören dann von selbst wieder auf. In dieser Zeit bemerkst du die folgenden Symptome:

  • Orthopnoe-Haltung (Orthopnoe bedeutet beim Menschen, die Luftnot kann nur durch Sitzen oder im Stehen ertragen werden). Sie steht also für die Haltung, die ein Tier einnimmt, um den Luftdurchgang zu erleichtern. In diesem Fall streckt die Katze ihren Hals und richtet ihren Körper auf einer Linie mit dem Kopf aus, wobei sie nahe am Boden bleibt.
  • Gelegentliches Würgen.
  • Husten.
  • Atemgeräusche: Sie entstehen, wenn sich das Nasensekret nach innen bewegt.
  • Energiemangel.

Während des Rückwärtsniesens kommt es weder zu einem Bewusstseinsverlust noch zu einem Verlust der Muskelspannung. Wenn du diese Symptome über einen längeren Zeitraum beobachtest, solltest du dringend eine tierärztliche Praxis aufsuchen, da es sich um einen ernsten Zustand handelt, der sofort behandelt werden muss.

Ist dieser Reflex besorgniserregend?

Wenn du nicht weißt, wie du Rückwärtsniesen bei Katzen erkennen kannst, kann dies besorgniserregend sein. Es ist jedoch ein völlig normaler Reflex, der (in fast allen Fällen) auf natürliche Weise endet und nur sehr gelegentlich auftritt.

Wenn er sich jedoch zu häufig wiederholt oder von anderen Symptomen begleitet wird (die wir oben aufgezeigt haben), könnte es durchaus ein Zeichen dafür sein, dass etwas nicht stimmt. In diesem Fall ist es am besten, umgehend einen Tierarzt oder eine Tierärztin aufzusuchen, da Atemwegserkrankungen ernst (und sogar tödlich) verlaufen können, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt werden.

Was soll ich tun, wenn meine Katze einen Anfall von Rückwärtsniesen hat?

Denke daran, dass Rückwärtsniesen bei Katzen an sich das Leben des Tieres nicht gefährdet, du musst also nicht in Panik geraten. Wenn die Katze ein Halsband trägt, lockere es ein wenig, um die Katze zu beruhigen und abzulenken. Wenn der Anfall nach deinem Ermessen zu lange dauert, bietet es sich an, den Schluckreflex zu provozieren, der mit Rückwärtsniesen unvereinbar ist.

Um die Katze zum Schlucken zu bringen und das Rückwärtsniesen zu stoppen, versuche, dem Tier die Nase zuzuhalten oder den Hals sanft zu massieren.

Manche Katzen sind nicht leicht zu handhaben, sodass du keine andere Wahl hast, als zu warten, bis das Niesen aufhört. Wenn sich die Episoden wiederholen oder immer unter denselben Umständen auftreten, liegt möglicherweise ein Problem vor, das tierärztlich behandelt werden muss.

Wie lässt sich Rückwärtsniesen behandeln?

Wie du vielleicht schon vermutet hast, besteht die Behandlung in diesen Fällen nicht darin, das Niesen selbst zu stoppen, sondern die Ursache (falls vorhanden) zu beseitigen. Dazu ist eine tierärztliche Diagnose erforderlich, die nur in einer Praxis durchgeführt werden kann.

Allerdings wirst du das Niesen bei Katzen nie ganz verhindern können, da es ein natürlicher Abwehrmechanismus des Körpers ist. Alle Tiere niesen und husten von Zeit zu Zeit, auch wenn sie nicht krank sind, und das gilt auch für Katzen und Hunde.

Rückwärtsniesen bei Katzen: Symptome und Behandlung

Vorbeugen schadet allerdings nie. Sorge dafür, dass dein Zuhause so staub- und schmutzfrei wie möglich ist. Bewahre Chemikalien außerhalb der Reichweite der Katze auf und entferne sie aus dem Raum, in dem du sie verwenden wirst. Und natürlich solltest du niemals die regelmäßigen Gesundheitschecks deiner Katze auslassen – nur so kannst du sicher sein, dass es deiner Samtpfote gut geht.

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