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Mein Hund kratzt sich oft an den Ohren: Ist das normal?

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Wenn sich dein Hund häufig an den Ohren kratzt und du dir deshalb Sorgen machst, solltest du sie auf Fremdkörper, Parasiten, Wunden und andere häufige Ursachen untersuchen. In diesem Artikel erfährst du mehr darüber.
Mein Hund kratzt sich oft an den Ohren: Ist das normal?
Letzte Aktualisierung: 14. Oktober 2022

Du hast vielleicht schon beobachtet, dass sich dein Hund wiederholt an den Ohren kratzt. Allerdings ist es häufig schwierig festzustellen, ob er das öfter als sonst tut. In der Regel wird dieses Verhalten erst entdeckt, wenn du über einen längeren Zeitraum hinweg eine Zunahme der Kratzbewegungen feststellst.

Die Ohren deines Hundes sind ein empfindlicher Körperteil, deshalb ist es ratsam, sie gewissenhaft zu überprüfen. Wenn du den Verdacht hast, dass sich dein Hund mehr kratzt als nötig, kann das auf eine Krankheit zurückzuführen sein. Hier erfährst du, wie du die Ohren deines Hundes untersuchen kannst und auf welche Warnzeichen du dabei achten solltest. Lies weiter!

Woran du erkennst, dass dein Hund sich übermäßig an den Ohren kratzt

Es mag wie eine Kleinigkeit erscheinen, aber wenn du minimale Veränderungen im Verhalten deines Hundes bemerkst (z. B. übermäßiges Kratzen), kann das den Unterschied zwischen einem tierärztlichen Notfall und einer einfachen Behandlung zu Hause bedeuten. Wie das bekannte Sprichwort sagt, ist Verbeugen immer besser als Heilen!“

Es gibt keine bestimmte Anzahl von Kratzbewegungen, die uns signalisieren würde, dass ein Hund sich zu sehr an den Ohren kratzt. Einige Anzeichen, die dieses Verhalten begleiten, sind jedoch wichtig zu bemerken. Wir können die folgenden hervorheben:

  • Der Hund kratzt sich immer am selben Ohr
  • Der Hund schüttelt den Kopf, bevor er sich kratzt (oder neigt den Kopf zu einer Seite)
  • Das Tier zeigt Anzeichen von Hörverlust
  • Es gibt Wunden oder Hautentzündungen an dem Ohr, an dem er sich kratzt.
  • Die Häufigkeit des Kratzens nimmt zu, d. h., es ist nicht nur ein gelegentliches Verhalten.

Was solltest du tun, wenn du den Verdacht hast, dass sich dein Hund übermäßig an den Ohren kratzt? Die Antwort ist einfach: Geh zu einem Tierarzt oder einer Tierärztin. Nur Fachleute für Tiermedizin kennen die nötigen Mittel und Wege, um die Ursachen für dieses Verhalten zu diagnostizieren und zu beheben.

Wenn du die Ohren deines Hundes untersuchst, kannst du Anzeichen dafür finden, dass etwas nicht in Ordnung ist, z. B. übermäßiges Ohrenschmalz, Fremdkörper, Entzündungen oder Wunden.

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Die häufigsten Ohrprobleme bei Hunden

Die Ursachen für übermäßiges Kratzen sind vielfältig und lassen sich in der Regel leicht beheben, wenn du rechtzeitig zum Tierarzt gehst. Hier sind die häufigsten Gründe für dieses Verhalten:

Äußere Parasiten (Ektoparasiten)

Ein Parasitenbefall verursacht in der Regel starken Juckreiz und sogar Schmerzen, daher ist es normal, dass sich Hunde häufig an den Ohren kratzen. Viele dieser wirbellosen Tiere siedeln sich in den Ohren an, weil sie sich dort leicht ernähren können und der Hund sie nur schwer wieder loswird. Die häufigsten Ektoparasiten sind diese:

  • Zecken: Es gibt viele Arten dieser Spinnentiere (Ixodida), wie zum Beispiel die Gattungen Haemaphysalis, Hyalomma und Dermacentor. Diese Zeckenarten bohren ihren Kopf in die Haut des Tieres, um sich von seinem Blut zu ernähren. Deshalb müssen sie vorsichtig entfernt werden. Wenn du dich unsicher fühlst, das selbst zu tun, geh mit deinem Hund zum Tierarzt oder in eine Tierklinik.
  • Flöhe: Diese Parasiten sind über den ganzen Körper des Tieres verteilt. Du wirst also nicht sehen, dass sich dein Hund nur an den Ohren kratzt, sondern gleich am ganzen Körper. Sie sind auch ohne Mikroskop sichtbar ; dabei wirst du beobachten können, wie sie über das Fell des Hundes wandern und springen. Das Tier (und auch deine Wohnung) muss gegen Flöhe behandelt werden.
  • Milben: Es gibt zwei Arten dieser Parasiten, die fast immer die Ohren von Hunden befallen: Otodectes cynotis und Demodex canis. Beide verursachen eine örtlich begrenzte Räude, die zu übermäßiger Absonderung von dunklem Ohrenschmalz und Schorf führt und den Hund dazu bringt, seinen Kopf oft zu schütteln. Diese Räude muss tierärztlich behandelt werden.

Mykosen (Pilzbefall)

Das auffälligste Zeichen von Mykosen ist Haarausfall. Bei der Ringelflechte zum Beispiel haben die kahlen Stellen eine charakteristische runde Form. Diese Erkrankungen erfordern eine tierärztliche Behandlung, die in der Regel langwierig ist. Es ist nämlich nicht einfach, Sporen von Oberflächen zu entfernen. Außerdem befallen viele der Pilze, die Hunde infizieren, auch den Menschen (Zoonosen).

Pilzinfektionen werden normalerweise mit topischen Antimykotika behandelt, entweder in Form von Cremes oder Tropfen.

Mittelohrentzündungen und Ohrinfektionen

Darunter versteht man eine Entzündung des äußeren Gehörgangs (Otitis), die in der Regel durch eine bakterielle Infektion verursacht wird. Sie kann auch sekundär durch Allergien, Parasiten oder Fremdkörper verursacht werden. Die Behandlung erfordert die Verabreichung von entzündungshemmenden Medikamenten und Antibiotika, daher solltest du einen Tierarzt aufsuchen.

Vorhandensein von Fremdkörpern

Das Eindringen eines Fremdkörpers in das Ohr verursacht Schmerzen und Juckreiz, sodass sich der Hund häufig am Ohr kratzt, um Linderung zu erlangen. Wenn der Fremdkörper sehr tief in der Ohrmuschel sitzt, kannst du vielleicht nicht direkt sehen, was in das Ohr eingedrungen ist. Deshalb ist es auch in diesem Fall am besten, zum Tierarzt zu gehen.

Zu den häufigsten Fremdkörpern gehören die gefürchteten Stacheln, die Infektionen und Wunden verursachen, wenn sie nicht sofort entfernt werden.

Verletzungen und Traumata

Schmerzen treten in diesen Fällen häufiger als Juckreiz auf, obwohl du auch beobachten kannst, dass der Hund sich beharrlich an den Ohren kratzt. Ein Kampf mit einem anderen Hund, ein Sturz, ein Schlag oder eine andere Art von Unfall sind häufige Ursachen für Wunden.

Das Problem dabei ist, dass diese Wunden opportunistische Infektionen nach sich ziehen können. Deshalb solltest du die betreffende Stelle regelmäßig gründlich desinfizieren. Versuche außerdem zu verhindern, dass dein Hund sich zu sehr kratzt. Die Wunde wird wahrscheinlich während des gesamten Heilungsprozesses beim Tier Juckreiz auslösen. Zusätzlich verzögerst du den Heilungsprozess, falls du den Schorf entfernst.

Seborrhoische Dermatitis

Diese Art von Dermatitis ist durch übermäßige Talg- oder Fettabsonderung gekennzeichnet. Pilze, Parasiten, unzureichende Ernährung oder Autoimmunerkrankungen sind die häufigsten Ursachen für diese Hautentzündung.

Zu dieser Produktion von Körperfett gesellt sich Ohrenschmalz, das ebenfalls im Übermaß gebildet wird und auf diese Weise Juckreiz in den Ohren verursacht. Wenn du den Gehörgang deines Hundes untersuchst, kannst du dieses Phänomen leicht erkennen – auch am schlechten Geruch. Es ist wichtig, die Ursache der Dermatitis herauszufinden, um sie angemessen behandeln zu können.

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Abschließend sollte dir jetzt klar geworden sein, wie wichtig es ist, die Ohren deines Hundes regelmäßig zu untersuchen. Überdies ist es gut, sie in einem regelmäßigen Turnus zu säubern, vor allem wenn sie herunterhängen. Diese Ohren werden schlechter belüftet als andere Ohrformen. Mit der richtigen Pflege wird dein Hund gesund bleiben und eine sorgenfreie Zeit an deiner Seite verbringen können.


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Dieser Text dient nur zu Informationszwecken und ersetzt nicht die Beratung durch einen Fachmann. Bei Zweifeln konsultieren Sie Ihren Spezialisten.