Hunde verstehen deine Gefühle ganz genau

· 29. Juni 2018
Hunde sind empathische Lebewesen, die unsere Gefühle erkennen und verstehen. Wir erklären dir mehr über die Fähigkeit unserer Fellnasen.

Täglich beweisen Tiere uns ihre Intelligenz. Dabei reden wir nicht nur von unseren Haustieren, sondern auch von wilden Spezies. In diesem Artikel erzählen wir dir, wie entdeckt wurde, dass Hunde menschliche Gefühle, insbesondere die ihres Herrchens oder Frauchens, verstehen können. 

Unsere Hunde fühlen und verstehen Gefühle

Auch Hunde haben Gefühle

Diese Phrase hört man oft bei Hundefreunden. Die wunderbaren Wesen auf vier Pfoten, die uns täglich begleiten, teilen viele Fähigkeiten mit uns. Alle Hundeliebhaber wissen, dass unsere Fellnasen es mitkriegen, ob wir traurig, verärgert oder glücklich sind.

Hunde wissen genau, wann sie uns Unterstützung und Zuneigung spenden müssen, und wann es Zeit ist, uns ein Weilchen allein in Ruhe zu lassen. Wie treffen sie diese Entscheidungen? Laut Studien berücksichtigen sie dabei unser Verhalten, unsere Körpersprache, die Zahl von Pheromonen, die unser Körper ausstößt und unsere verbalen Signale.

Studie in Ungarn

Eine Gruppe ungarischer Wissenschaftler nahm eine Reihe von Bildern der Hundehirne durch eine Magnetresonanz auf. Sie kamen zu dem Schluss, dass das Gehirn des Tieres unterschiedlich reagierte, je nach dem ob es Lachen oder Weinen von seinem Herrchen oder Frauchen hörte. Die Tiere spürten sogar gleichzeitig Gefühle der Freude oder Trauer in ihrem eigenen Körper.

Die Trainings- und Magnetresonanzsessionen wurden bei elf Hunden abgehalten. Sie mussten acht Minuten still halten, damit die Maschine sie auswerten konnte. Es wurden aber auch die Gehirne von 22 Personen untersucht, während sie verschiedene Geräusche hörten. Man spielte ihnen Geräusche vor, die von Hunden und Menschen erzeugt wurden. Doch sie hörten auch Laute aus der Umwelt, von Autos und so weiter.

Die Menschen zeigten die stärkste Reaktion bei Geräuschen, die von anderen Menschen erzeugt wurden. Hunde hingegen reagierten am stärksten auf die Geräusche anderer Hunde. Die Ergebnisse waren erstaunlich. Bei beiden Spezies waren die Teile des Gehirns, das aktiviert wurde, sehr ähnlich.

Der Polus Temporalis, der sich an der vorderen Seite des Temporallappen befindet, hat die Aufgabe, die Gefühle, die Sprache, das Gehör, die Erinnerung und das Lernvermögen zu regulieren. Diese Gehirnzone aktivierte sich am stärksten sowohl bei Personen als auch bei Hunden, wenn sie bestimmte Geräusche hörten.

Vorherige Studien haben gezeigt, dass ein Hund in etwa das mentale Alter eines fünfjährigen Kindes hat. Wenn ein Kind in diesem Alter verstehen kann, wann seine Mutter oder Geschwister traurig sind, dann kann ein Hund das laut dieser Theorie also auch.

Dein Hund kann verstehen, wie du dich fühlst

Tierische Gefühle

Eine weitere Studie, die an der Universität von Wien durchgeführt und in der Zeitschrift Current Biology veröffentlicht wurde, beweist, dass Hunde zwischen einem glücklichen und verärgerten Gesicht unterscheiden können. Der Hund versteht die Signale, die beide Gefühle mit sich bringen.

Die Autoren der Studie versichern, dass dies die ersten Beweise dafür sind, dass manche Tiere die Gefühle anderer Spezies verstehen. Es scheint ganz so, als hätten Hunde diese Probe bestanden. Orang Utans, Schimpansen und Gorillas, die Vorfahren mit dem Menschen teilen, konnten es nicht.

Die Primaten können zwar Gesichtsausdrücke interpretieren, doch lediglich die ihrer Artgenossen. Dies ist ja auch verständlich, irgendwie interessiert sich ja keine Spezies dafür, wie es der anderen geht… Die Ausnahme bilden die Hunde, die sich dem Menschen sehr verbunden fühlen.

Die 10 Hunde, die an der Studie teilnahmen, gehörten verschiedenen Rassen an (Border Collie, Terrier, Golden Retriever und Deutscher Schäferhund). Sie beobachteten Menschen durch einen Schirm. Die Menschen drückten durch ihre Mimik verschiedene Gefühle aus.

So wie es scheint, interpretieren die Hunde ein verärgertes Gesicht als etwas, das sie einschüchtert. Sie fühlten sich entspannter, wenn sie ein Lächen oder fröhliche Augen sahen. Die folgende Theorie versucht dies zu erklären: Hunde lernen die Gesichtsausdrücke ihres Herrchens oder Frauchens auswendig. Sie verbinden diese dann mit einem Augenblick oder einer Situation. 

Wenn beispielsweise etwas im Haus zerbricht, dann reagiert das Herrchen ärgerlich. Dieses Gesicht erinnert den Hund an den unangenehmen Vorfall. Das Gegenteil geschieht, wenn der Hund mit dem Frauchen spielt. Er sieht das glückliche Gesicht und kann sich später daran erinnern, wann seine Bezugsperson glücklich ist.