Einschläfern von Haustieren: warum, wann und wie?

14. Oktober 2019
Das Einschläfern ist zwar eine persönliche Entscheidung, doch man muss sie nicht alleine treffen. Dein Tierarzt, deine Familie und dein enger Freundeskreis können dir dabei helfen, die richtige Entscheidung zu treffen und dich während der Trauer um dein Haustier unterstützen.

Wenn ein Vierbeiner zu einem Familienmitglied wird, dann schließen sich unbeabsichtigt und ganz ohne bewusste Mühen enge Bande. Ab diesem Tag fällt es uns schwer, uns ein Leben ohne ihn vorzustellen. Niemand denkt gerne an das Einschläfern, doch es ist eine Entscheidung, die wir unweigerlich schließen müssen.

Es kann die schwierigste Entscheidung sein, die du für dein Haustier triffst. Als verantwortungsvolle Bezugsmenschen müssen wir die Notwendigkeit erkennen, unserem Haustier ein schmerzloses Ende zu ermöglichen. 

Deshalb ist es nützlich zu verstehen, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist und wie der Prozess einer Einschläferung funktioniert.

Was musst du tun?

Die Lebensqualität ist bei Tieren genauso wichtig wie bei Menschen. Die Entscheidung, ein Tier einschläfern zu lassen, kann für das Wohlergehens der Fellnase und der Familie sehr wichtig sein.

Manchmal ist die Lebensqualität deines Vierbeiners stark durch eine Verletzung oder eine Krankheit, die man nicht behandeln kann, beeinträchtigt. In diesen Fällen kann das Einschläfern die richtige Entscheidung sein.

Falls du die Entscheidung getroffen hast, dein Haustier einzuschläfern, dann musst du auch darüber nachdenken, was du mit den sterblichen Überresten tun möchtest.

Es mag seltsam erscheinen, diese Arrangements schon vor dem Einschläfern zu treffen, doch so weißt du wenigstens, wie es danach weitergeht. Und du musst dich nicht darum kümmern, wenn die Trauer über den Verlust dich im Griff hat.

Dein Tierarzt kann dir Informationen bezüglich einer Beerdigung, Verbrennung oder anderer Alternativen geben.

Hund wird eingeschläfert

Woher weiß man, wann das Einschläfern notwendig ist?

Es ist möglich, dass du das Einschläfern in Betracht ziehen musst, wenn dein Haustier nicht mehr die Dinge erleben kann, die es einst glücklich gemacht haben. Das Gleiche gilt, wenn es nicht mehr wie gewohnt auf dich eingehen kann oder scheinbar mehr Schmerz als Freude am Leben hat.

Sollte dein Haustier unter einer unheilbaren Krankheit leiden oder schwer verletzt sein, sind die wirtschaftlichen oder emotionalen Anforderungen der Behandlung mehr, als dir erlaubt ist, dann ist das Einschläfern ebenfalls eine zulässige Option.

„Hat mein Haustier mehr schlechte als gute Tage?“ Dir diese Frage zu stellen, kann bei der Entscheidung helfen.

Die Bedeutung, den Gesundheitszustand deines Haustieres zu verstehen

Dein Tierarzt versteht deine Bindung zu deinem Haustier und kann seinen körperlichen Zustand untersuchen und auswerten. So kann er die Möglichkeiten der Heilung einschätzen und mögliche Behinderungen, spezielle Bedürfnisse und langfristige Probleme mit dir besprechen.

Er kann dir die medizinischen und chirurgischen Möglichkeiten, und auch die Risiken und möglichen Ergebnisse erklären. Du musst allerdings verstehen, dass der Tierarzt dir nicht die Entscheidung zur Einschläferung abnehmen kann. Deshalb ist es wichtig, dass du den Zustand deiner Fellnase ganz verstehst.

Es gibt zwar Situationen, in denen die Entscheidung sofort getroffen werden muss, doch normalerweise hast du ein wenig Zeit, um dich den Tatsachen zu stellen. Das erlaubt es dir, das Einschläfern mit deiner Familie und deinen Freunden zu besprechen, bevor du die Entscheidung triffst.

Wie läuft das Einschläfern ab?

Für gewöhnlich schläfert man Tiere durch die Injektion eines Medikamentes ein, das den Tod hervorruft. Dein Tierarzt kann ihm zuvor ein Beruhigungsmittel geben, damit es sich entspannt.

Es ist gar nicht so leicht, sich von einem Haustier zu verabschieden

Anschließend wird das Medikament eingespritzt, was den Tod verursacht. Dein Haustier wird sofort tief und unwiederbringlich bewusstlos, sobald das Arzneimittel die Funktions des Gehirns stoppt.

Der Tod ist schnell und schmerzlos. Dein Haustier kann möglicherweise noch die Pfoten oder seinen Kopf bewegen, vielleicht atmet es ein paar Mal tief nachdem es das Medikament erhalten hat. Doch diese Bewegungen sind nur Reflexe und bedeuten nicht, dass es Schmerz spürt oder leidet.

Wie kann ich mich verabschieden?

Der Abschied ist ein wichtiger Schritt bei dem Umgang mit natürlichen und gesunden Gefühlen von Schmerz und Trauer nach dem Verlust eines liebenswerten Freundes. Hast du dich für das Einschläfern entschieden, dann solltestdu und dich mit deiner Familie von eurem Haustier verabschieden.

Eine letzte Nacht mit deinem Mitbewohner zu Hause oder ein Besuch in der Tierklinik könnten angebracht sein.  Familienmitgliedern, die ein Weilchen mit dem Haustier allein sein wollen, sollte man dies auch gestatten.

Einige Haustierhalter möchten während der Einschläferung anwesend sein, andere jedoch bevorzugen es, sich schon zuvor zu verabschieden und während dieses Prozesses besser nicht dabei zu sein. Das ist eine sehr persönliche Entscheidung und du solltest tun, was dir am besten erscheint.

Auch wenn das Einschläfern eine sehr persönliche Entscheidung ist, so musst du sie nicht ganz allein treffen. Wende dich an deinen Tierarzt, deine Familie und deine Freunde, damit sie dir helfen, die richtige Entscheidung zu treffen und dich auch unterstützen, während du um deine geliebte Fellnase trauerst.

  • Gómez, L. F., Atehortua, C. G., & Padilla, S. C. O. (2007). La influencia de las mascotas en la vida humana. Revista Colombiana de Ciencias Pecuarias, 20(3), 377-386.
  • Videla, M. D. (2015). El miembro no humano de la familia: las mascotas a través del ciclo vital familiar. Revista Ciencia Animal, 9, 83-98.
  • Cruz Vázquez, C. (2009). Mascotas:¿ Amigos medicinales?. Alternativas en psicología, 14(20), 48-57.
  • Gómez, L. F., Atehortua, C. G., & Padilla, S. C. O. (2007). La influencia de las mascotas en la vida humana. Revista Colombiana de Ciencias Pecuarias, 20(3), 377-386.