7 Gründe, warum dein Hund dich ableckt

Hunde lecken ihre Besitzer aus vielen Gründen ab, aber fast alle auslösenden Faktoren haben mit Zuneigung und Neugierde zu tun. Willst du mehr darüber in Erfahrung bringen?
7 Gründe, warum dein Hund dich ableckt

Letzte Aktualisierung: 30. November 2021

Alle Menschen, die Hunde halten, wissen, dass sie gerne Menschen oder sich selbst ablecken. Dabei ist es egal, ob es sich um die Besitzerin, den Halter oder irgendjemanden handelt, der ein gewisses Maß an Vertrauen erweckt. Diese urtümliche Geste ist im genetischen Code von Hunden fest verankert. Wir Menschen interpretieren diese stets als ein biologischer Mechanismus, um Bindung und Zuneigung zu zeigen. Dennoch können die Gründe, warum ein Hund dich ableckt, über Zuneigung hinausgehen.

Wir dürfen nicht den Fehler machen, unsere Haustiere zu vermenschlichen, egal wie sehr wir sie auch lieben mögen. Menschen wollen das Ablecken in jedem Fall als Liebesbeweis interpretieren. Das heißt aber zum Beispiel nicht, dass der Hund dieses Gefühl mit dem Akt des Ableckens in allen Fällen übermitteln will. Hier sind 7 Gründe, warum dein Hund dich ableckt!

7 Gründe, warum dein Hund dich oft ableckt

Speichel ist in der Hundewelt unerlässlich, um verschiedene Prozesse auszuführen. Speichel hilft nicht nur bei der Bildung des Nahrungsbreis während des Verdauungsvorgangs, sondern ist auch ein Mittel, um soziale Beziehungen zwischen Hunden herzustellen. Auch bei der Wundheilung scheint Speichel unterstützend zu wirken. So kann man professionelle Quellen entnehmen, dass diese Flüssigkeit leicht bakterienabtötende Substanzen enthält.

Artgenossen setzen Speichel wechselseitig ein – das ist eine bewiesene Tatsache – aber warum leckt dein Hund dich – seine Besitzerin oder seinen Besitzer – so häufig ab? Hier sind 7 Gründe dafür.

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7 Gründe, warum dein Hund dich ableckt
Ein Wachhund, der ursprünglich aus Wales stammt – hier der Welsh Corgi Pembroke.

1. Der Hund zeigt seine Zuneigung durch Ablecken

Zweifelsohne sind Zuneigung und Liebe die Hauptgründe, die den Ableck-Reflex bei Hunden auslösen. Dieses Verhalten ist in ihrem Genom verankert. Die Weibchen lecken ihre Welpen von Geburt an ab, um eine starke Bindung zu ihnen aufzubauen. Sie tun dies auch aus dem Grund, die Darmmotilität anzuregen und damit die Welpen zu unterstützen, ihren Darm zu entleeren oder um ihren Körper von Unreinheiten zu reinigen.

Die einfachste Antwort auf die Frage, warum dein Hund dich ableckt, ist, weil er dich liebt und zeigen will, wie stark eure Bindung ist. Das ist zwar nicht vergleichbar mit dem bereits besprochenen Ablecken der Welpen durch die Mutter, aber die Prämisse ist ähnlich: Dein Hund kümmert sich um dich und himmelt dich genauso an, wie er es in seiner natürlichen Umgebung mit seinen Welpen tun würde.

Lecken ist ein sozialer Akt, der mit der Geburt beginnt. Manchmal lecken die Welpen selbst das Maul ihrer Mutter ab, um sie dazu zu bringen, Futter hochzuwürgen.

2. Der Hund sucht deine Aufmerksamkeit

Ablecken ist im Hundeinstinkt fest verankert, aber Besitzer/innen fördern es auch durch ihre Reaktion darauf. Ein Mensch sitzt selten still, wenn sein Gesicht abgeleckt wird (er lacht, zieht sich zurück, regt sich auf oder streichelt den Hund), also interpretiert der Hund dieses Verhalten des Menschen als die ideale Möglichkeit, Aufmerksamkeit zu bekommen.

Sogar negative Verstärkung kann deinen Hund dazu bringen, dich abzulecken, selbst, wenn du es gar nicht willst. Ihn sanft wegzuschubsen, „NEIN!“ zu sagen oder die Körperposition zu verändern, wird immer noch als Aufmerksamkeit gewertet und der Hund interpretiert das Ganze normalerweise als Spiel. Deshalb lecken Hunde dich ab (ob du es willst oder nicht), wenn sie wollen, dass du ihnen Aufmerksamkeit schenkst.

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3. Instinkt

Wie wir bereits erwähnt haben, leckt die Mutter ihren Nachwuchs ab, um ihn zu pflegen und seine Darmtätigkeit zu fördern. Andererseits lecken die Nachkommen vieler Hundeartigen (Familie Canidae) in ihrer natürlichen Umgebung unaufhörlich die Mäuler ihrer Eltern, damit sie für den Nachwuchs Nahrungsbrei hochwürgen. Wie du dir vorstellen kannst, haben Haushunde einige dieser Verhaltensmuster geerbt.

Es kann vermutet werden, dass das Ablecken eine instinktive Handlung ist, die im Genom des Hundes kodiert ist, aber das ist nicht immer leicht zu beweisen. Vor allem muss man bedenken, dass Hunde seit Jahrhunderten vom Menschen gezüchtet werden, was ihre Instinkte stark verwässert hat.

4. Der Hund leckt dich ab, weil du gut riechst oder schmeckst

Hunde haben etwa 1700 Geschmacksknospen, die über ihre Zunge verteilt sind, mit jeweils 50 Geschmacksrezeptoren. Der Geschmackssinn ist für sie sehr wichtig. Darum werden sie versuchen, etwas, das sie gerochen haben, mithilfe ihrer Zunge zu identifizieren. Deshalb ist einer der Gründe, warum dein Hund dich ableckt (vor allem dein Gesicht), dass du etwas Leckeres gegessen hast oder dass du in seinen Augen gut riechst!

5. Der Hund hat Stress

Einige Tiere in Gefangenschaft entwickeln problematische Verhaltensmuster, die als Stereotypien bekannt sind. Dabei handelt es sich um Handlungen, die sie ohne besonderen biologischen Grund aufgrund von Stress, Angst, schlechter Pflege und mangelnder Stimulation immer wieder ausführen. Das Ablecken kann zu einer Stereotypie werden, wenn es ständig geschieht (entweder das Ablenken der Besitzer oder auch des eigenen Körpers).

Manche Hunde können sich sogar selbst verletzen, wenn sie sich in Zeiten von Angst und Stress übermäßig die gleichen Stellen ablecken.

6. Es gibt dem Hund ein Gefühl der Sicherheit

Ein Hund leckt seinen Besitzer vielleicht aus demselben Grund ab, aus dem er als Welpe den Körper seiner Mutter ableckte. Das ist nichts anderes als eine Bestätigung für ihn, dass alles in Ordnung ist und dass seine Bezugsperson immer noch an seiner Seite ist.

7. Ablecken kann emotionale Störungen beim Hund zeigen

Obwohl es nicht häufig vorkommt, können einige Hunde unter Zwangsstörungen leiden. Diese äußern sich in der Regel durch Anzeichen wie ständiges Schwanzwedeln, gedankenloses Im-Kreis-laufen, Fressen von ungenießbaren Substanzen,  ruckartige Bewegungen in Dauerschleife und vieles mehr.

Wenn dein Hund dich ableckt, um Zuneigung zu zeigen, ist das normal. Du solltest allerdings misstrauisch werden, wenn er zu jeder Tageszeit nach Zuneigung sucht. Dies ist auch ein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Besonders wenn er Oberflächen, den Boden und deinen Körper ableckt und sich dabei sogar selbst verletzt.

Weiterführend ist dieser Artikel: Zwangsstörungen bei Hunden: gibt es das?

Wie du deinen Hund davon abhältst, dich ständig abzulecken

Die Gründe, warum dein Hund dich ableckt, sind in den meisten Fällen positiv besetzt. Das heißt aber nicht, dass du das ständige Ablecken hinnehmen musst, wenn du es nicht willst. Willst du verhindern, dass dieses Verhalten deines Hundes chronisch wird, dann beachte ihn nicht mehr, wenn er es tut.

Wenn dein Hund dich übermäßig ableckt, reagiere nicht darauf, schubse ihn nicht, spiele nicht mit ihm und sage nichts zu ihm. Drehe dein Gesicht weg, wende dich ab und verlasse, wenn nötig, den Raum. Wenn der Hund die Botschaft verstanden hat und aufhört, dich abzulecken, gibst du ihm ein Leckerli und streichelst ihn. Im Idealfall verknüpft er die Aktion des Nicht-Ableckens mit der Aufmerksamkeit, die du ihm danach schenkst.

Lernen sollte immer positiv “unterfüttert” sein. Bestrafe deinen Hund nicht, wenn er etwas falsch macht, sondern belohne ihn, wenn er mit diesem Verhalten aufhört.

7 Gründe, warum dein Hund dich ableckt

Dein Hund leckt dich aus vielen Gründen, aber fast alle davon sind instinktiv und sind positiv besetzt. Übermäßiges Ablecken kann jedoch chronisch werden und auf ein ethologisches Problem des Hundes hinweisen, z. B. Stress, Angst oder ein zwanghaftes Verhalten. Wenn du dieses Verhalten nicht alleine abstellen kannst, dann zögere nicht, einen Tierarzt und einen Tierpsychologen aufzusuchen.

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